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Kanzler Karl Nehammer im Porträt
Nehammer hat massiv an Vertrauen verloren.
Nehammer hat massiv an Vertrauen verloren.
Georg Hochmuth/picturedesk

Vertrauensindex: Nehammer auf historischem Tiefstand

08.12.2023 um 19:11, APA, Red
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Das Vertrauen in die heimischen Politiker ist erneut gesunken. Noch nie hat ein Kanzler in Österreich zuvor so schlechte Werte erzielt.

Jene Tonaufzeichnung des mittlerweile verstorbenen Ex-Sektionschef im Justizministerium, Christian Pilnacek, die Nationalratspräsident Wolfgang Sobotka (ÖVP) stark belastet hatte, schlägt sich auch in dessen Vertrauenswerten nieder. 80 Prozent der Befragten des APA/OGM-Vertrauensindex (1.000 Online-Interviews, repräsentativ für die österreichische Wählerschaft) sprechen ihm das Vertrauen ab. Abgerutscht ist auch Kanzler Nehammer (ÖVP), dem 62 Prozent nicht vertrauen.

Van der Bellen führt Ranking

Weit voran liegt nach wie vor Bundespräsident Alexander Van der Bellen mit einem Vertrauenswert (Differenz der Ergebnisse auf die Fragen "vertrauen Sie?" bzw. "Vertrauen sie ihm/ihr nicht?") von 17, wobei er drei Punkte im Vergleich zum September eingebüßt hat. Positiv ist dieser Wert im Dezember ohnehin nur für Johannes Rauch (Grüne, fünf), Martin Kocher (ÖVP, vier), Doris Bures (SPÖ, vier) und Alma Zadic (Grüne, eins).

Absturz für Nehammer

Einen Absturz im Wählervertrauen seit September mit einem Verlust von 12 Punkten muss Nehammer hinnehmen, der damit auf ein Gesamtvertrauen von minus 32 fällt, was einen Tiefstwert für einen amtierenden Kanzler darstellt. Noch eine Spur deutlicher stürzt Parteikollege Sobotka ab (minus 13 Punkte), von ohnehin schon sehr niedrigen minus 53 auf minus 66.

Babler schwächer als Rendi-Wagner

Auch SPÖ-Chef Andreas Babler verliert seit September fünf Punkte und liegt aktuell mit einem Vertrauenswert von minus 23 schwächer, als seine Vorgängerin Pamela Rendi-Wagner zuletzt (das waren im April 2023 minus 18 Punkte). Werner Kogler und Beate Meinl-Reisinger bleiben eher stabil auf minus 19 bzw. minus 4. Zu den Verlierern des letzten Quartals zählen auch Magnus Brunner, Florian Tursky (beide ÖVP, minus fünf), Norbert Hofer (FPÖ, minus vier), Karoline Edtstadler, August Wöginger und Klaudia Tanner (alle ÖVP, jeweils minus drei).

Plus für Kickl

Plus vier Vertrauenspunkte verzeichnete FPÖ-Chef Herbert Kickl, allerdings von minus 45 auf minus 41. Er profitiere dabei vor allem durch die weiteren Zuwächse des FP-Wähleranteils, sagte OGM-Chef Wolfgang Bachmayer. Im Vergleich zum November des Vorjahres gewannen Kickl (plus 12) und Rauch (plus 16) am meisten, zweiterer aber von einem deutlich höheren Startwert auf einen Vertrauenswert von fünf.

Vertrauen sinkt

Seit dem Vorjahr verlor Nehammer ganze 21 Vertrauenspunkte, Van der Bellen und Zadic jeweils 10, allerdings auch in diesem Fall die Grüne Ministerin und der Präsident von einem deutlich höheren Niveau. Die Befragung für den Vertrauensindex fand von 4. bis 6. Dezember 2023 statt.

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