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Die Justizministerin Alma Zadic (Grüne) bei der Pressekonferenz.
Justizministerin Zadic (Grüne) versichert das Hinzukommen der Westregion 2024.
Justizministerin Zadic (Grüne) versichert das Hinzukommen der Westregion 2024.
APA

Femizide: Regierung richtet Gewaltambulanzen ein

06.12.2023 um 11:43, APA, Red
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Die ersten Gewaltambulanzen starten im Osten Österreichs, Salzburg und Innsbruck sollen folgen. Davon erhofft man sich eine Steigerung der Verurteilungsquote.

Die Bundesregierung hat am Mittwoch nach dem vierten Gewaltschussgipfel den Startschuss für die Ausrollung der seit langem geforderten Gewaltambulanzen gegeben.

Start mit Modellregion Ost

Es werde zunächst mit einer Modellregion Ost gestartet, sagte Justizministerin Alma Zadic (Grüne) auf einer Pressekonferenz im Anschluss an das Gipfeltreffen. Diese umfasse die Bundesländer Wien, Niederösterreich, das Burgenland die Steiermark und Kärnten. Davon erhofft man sich eine Steigerung der Verurteilungsquote.

Innsbruck und Salzburg folgen

Zadic versicherte jedoch, dass die Gewaltambulanzen 2024 zügig auch auf den Westen Österreichs ausgerollt werden sollen. "Innsbruck und Salzburg sind die nächste Phase der Pilotierung. Die Förderverträge müssen noch ausverhandelt werden", sagte Zadic. Die Gewaltambulanzen sehen eine qualifizierte Beweissicherung durch Experten aus der Gerichtsmedizin nach Fällen von Gewalt vor. "Frauen brauchen möglichst niederschwellige Orte, um sich in geschütztem Setting kostenlos zu untersuchen", sagte Zadic. Frauenministerin Susanne Raab (ÖVP) betonte zudem, dass es auch mobile Teams geben werde, die bei Bedarf zu Betroffenen ausrücken könnten.

Vorzeigebeispiel Belgien

Zadic nannte am Mittwoch Zahlen, wonach jede dritte Frau in Österreich Opfer von psychischer, physischer oder sexueller Gewalt werde. Sie verwies im Zuge der Pressekonferenz auf das Vorzeigebeispiel Belgien. Dort habe sich die Verurteilungsquote nach der Einführung von Gewaltambulanzen verdoppelt. Das Budget sei bereits ausverhandelt.

Hilfe für Frauen

In Österreich finden Frauen, die Gewalt erleben, u.a. Hilfe und Informationen bei der Frauen-Helpline unter: 0800-222-555, www.frauenhelpline.at; beim Verein Autonome Österreichische Frauenhäuser (AÖF) unter www.aoef.at; der Wiener Interventionsstelle gegen Gewalt in der Familie/Gewaltschutzzentrum Wien: www.interventionsstelle-wien.at und beim 24-Stunden Frauennotruf der Stadt Wien: 01-71719 sowie beim Frauenhaus-Notruf unter 057722 und den Österreichischen Gewaltschutzzentren: 0800/700-217; Polizei-Notruf: 133).

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