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Tim Cook im Porträt: Der Apple-Chef übergibt an John Ternus.
John Ternus wird der Nachfolger von Tim Cook (Bild) als Apple-Chef.
John Ternus wird der Nachfolger von Tim Cook (Bild) als Apple-Chef.
APA/AFP

John Ternus: Apple bekommt neuen Chef – Tim Cook geht

21.04.2026 um 10:53, Stefanie Hermann & APA, Red
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Apple Chefwechsel: Nach 15 Jahren an der Spitze bekommt der Tech-Konzern einen neuen CEO. John Ternus übernimmt von Apple-Mitgründer Tim Cook.

Apple bekommt nach 15 Jahren einen neuen Chef: John Ternus, der bisher für Hardware zuständig war, rückt an die Spitze vor. Sein Vorgänger Tim Cook, der 2011 die Führung vom legendären Mitgründer Steve Jobs übernommen hat, wird Vorsitzender des Verwaltungsrates. Der Wechsel soll am 1. September vollzogen werden.

John Ternus: Tim Cooks Nachfolger steht bereit

Der 50-jährige Ternus wird schon seit einiger Zeit als wahrscheinlicher Cook-Nachfolger gehandelt, über den Zeitpunkt des Wechsels gab es jedoch unterschiedliche Informationen. Vor einigen Monaten gibt es bereits Berichte, wonach Cook bald abtreten wolle. Der Zeitplan bedeutet, dass Ternus bereits als Apple-Chef im September ein unter seiner Regie entwickeltes auffaltbares iPhone präsentieren dürfte, über das seit Monaten spekuliert wird.

Strategische Weichenstellung im Apple-Konzern

Die Entscheidung für Ternus gilt auch als strategische Weichenstellung in der Chefetage. Cook wird von Jobs Ende der 90er-Jahre als Lieferketten-Experte an Bord geholt und sorgt für das reibungslose Funktionieren des Mega-Konzerns. Ternus hingegen ist ein Technologie-Spezialist, der tief in die Entwicklung verschiedener Apple-Geräte involviert ist.

Ternus statt Federighi: Signal für die KI-Ära

Die Berufung von Ternus und nicht etwa von Software-Chef Craig Federighi signalisiert, dass Apple auch in der anbrechenden KI-Ära seinen Technik-Wurzeln treu bleiben will. Rivalen wie Google und Samsung werben mit immer neuen KI-Funktionen für ihre Smartphones.

Apple tut sich bisher schwer, eine bereits 2024 angekündigte bessere Version seiner Sprachassistentin Siri mit Künstlicher Intelligenz auf den Markt zu bringen. Die Kunden scheint das jedoch nicht zu stören: Apple stößt mit dem iPhone im vergangenen Jahr den langjährigen Smartphone-Marktführer Samsung vom Thron.

Dass Cook in dieser Situation bereit ist, die Zügel zu übergeben, zeuge davon, dass Apple die KI-Probleme aus seiner Sicht im Griff habe, sagt Branchenanalyst Dan Ives im Wirtschaftssender CNBC. Zumal an der Börse verstärkt gefordert wird, eine KI-Strategie zu präsentieren.

Apple-Höhenflug unter Tim Cook

Unter Cooks Führung stößt Apple unter anderem ins Geschäft mit Computer-Uhren und einer Datenbrille vor und verdient immer mehr Geld mit Geräten wie iPhones und Mac-Computern. Zugleich zieht er Apples Elektroauto-Projekt nach Milliarden-Investitionen den Stecker.

Das Wachstum des Apple-Geschäfts unter Cook ist enorm: Im Geschäftsjahr 2011 macht Apple knapp 26 Milliarden Dollar Gewinn bei gut 108 Milliarden Dollar Umsatz. Im vergangenen Geschäftsjahr bleiben 112 Milliarden Dollar Gewinn bei Erlösen von rund 416 Milliarden Dollar. An der Börse ist Apple mehr als vier Billionen Dollar wert.

Ternus werde „etwas Skepsis“ entgegenschlagen, da er in die Fußstapfen eines der besten Konzernchefs unserer Zeit tritt, prognostiziert Ives. Gleichzeitig erinnert er an frühere Zweifel an Cook: „aber er hat einen fantastischen Job gemacht, um das Geschäft wachsen zu lassen“.

Tim Cook und die heikle Politik

Zuletzt fällt es dem 65-jährigen Cook zu, Kontakte zu US-Präsident Donald Trump zu pflegen. Unter anderem gibt es einen gemeinsamen Auftritt, bei dem Cook dem US-Präsidenten eine Glas-Plakette mit einem Ständer aus Gold überreicht.

Unter liberal eingestellten Apple-Fans und auch in Teilen der Belegschaft gibt es dafür Kritik. Gleichzeitig zeigt sich, wie wichtig für ein US-Unternehmen ein funktionierendes Verhältnis zum Weißen Haus ist. Cook gelingt es etwa, Forderungen nach einer schnellen iPhone-Produktion in den USA abzuschwächen.

Auch künftig dürfte Cook diese Rolle behalten: Er werde weiterhin mit Politikern weltweit interagieren, teilt Apple mit.

Ternus als „Kandidat der Kontinuität“

Mit Ternus entscheidet sich Apple erneut für einen Nachfolger aus den eigenen Reihen. Unter seiner Führung schafft es Apple in den vergangenen Jahren, ultrakompakte Technik wie die AirPods zu entwickeln und mehr Rechenleistung in Geräte zu integrieren.

Er sei ein „Kandidat der Kontinuität“, sagt Technologie-Analyst Patrick Moorhead. Die Apple-Aktie reagiert auf die Ankündigung mit einem leichten Minus von 0,5 Prozent im nachbörslichen Handel.

Johny Srouji wird neuer Hardware-Chef

Ternus’ Nachfolger als Hardware-Chef wird Johny Srouji, der bisher die Chipentwicklung leitet. Dank eigener Halbleiter kann Apple Intel-Chips aus seinen Mac-Computern verbannen.

Die Macs bekommen mit den eigenen Chips längere Laufzeiten und laufen auf einer gemeinsamen Plattform mit den iPhones. Dass für Srouji die neue Position Chief Hardware Officer geschaffen wird, deutet darauf hin, dass er weiterhin die Chipentwicklung verantwortet und zusätzlich weitere Technikbereiche übernimmt.

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