Playoff-Finale: Bosnien sorgt für WM-Schock
Inhalt
- Bosnien jubelt
- Spielverlauf: Frühe Führung, Platzverweis, später Ausgleich
- Donnarumma rettet Italien in die Verlängerung
- Elfmeterschießen, Bosniens Jubel und Italiens dritte verpasste WM
- Weitere Playoff-Entscheidungen und WM-Feld
Fußball: Italien Bosnien gegen Herzegowina sorgt für ein dramatisches Ende. Italien verpasst erneut die Weltmeisterschaft und scheitert im Playoff-Finale im Elferschießen. Bosnien-Herzegowina hingegen jubelt über das Ticket für die WM 2026. Damit setzt sich für die Italiener eine bittere Serie fort. Zum dritten Mal in Folge bleibt die Teilnahme an einer Weltmeisterschaft verwehrt.
Bosnien jubelt
Italien wird auch bei der WM 2026 in den USA, Mexiko und Kanada nur Zuschauer sein. Der amtierende Europameister verlor das Playoff-Finale in Bosnien-Herzegowina nach 1:1 nach 90 Minuten und Verlängerung im Elfmeterschießen mit 1:4. Damit verpasst der vierfache Weltmeister zum dritten Mal in Folge eine Endrunde. Seit 2014 haben die Azzurri keine WM mehr gespielt, zwischendurch gewannen sie die Euro 2020.
Spielverlauf: Frühe Führung, Platzverweis, später Ausgleich
Die Italiener erwischten einen Traumstart. In der 15. Minute nutzte Moise Kean einen Fehler von Bosniens Torhüter Nikola Vasilj bei einem Klärungsversuch und brachte die Gäste in Führung. Danach zog sich Italien weit zurück und konzentrierte sich auf das Verteidigen. Die Partie kippte kurz vor der Pause. In der 41. Minute sah Alessandro Bastoni nach einer Notbremse gegen Amar Memic die Rote Karte, Italien spielte von da an in Unterzahl. Offensiv kam von den Azzurri kaum noch etwas; in der regulären Spielzeit brachten sie nur zwei Schüsse auf das Tor von Bosnien-Herzegowina.
Bosnien erhöhte den Druck, Italien verteidigte tief und lauerte auf Konter. Eine der wenigen Entlastungsaktionen hätte die Entscheidung bringen können: Kean tauchte in der zweiten Hälfte alleine vor Vasilj auf, vergab aber die große Chance auf das 2:0. Die Strafe folgte spät: Joker Haris Tabakovic, Stürmer von Borussia Mönchengladbach, traf in der 79. Minute einige Minuten nach seiner Einwechslung zum 1:1.
Donnarumma rettet Italien in die Verlängerung
Nach dem Ausgleich spielte fast nur noch Bosnien-Herzegowina. Vor allem Esmir Bajraktarevic kurbelte das Offensivspiel an und bereitete mehrere Möglichkeiten vor. Italiens Torhüter Gianluigi Donnarumma rückte immer stärker in den Fokus: In der 72. Minute parierte er einen Flachschuss von Kerim Alajbegovic, insgesamt verhinderte er mit mehreren starken Paraden weitere Treffer und rettete sein Team so in die Verlängerung.
Auch in der Extra-Zeit blieb Bosnien das aktivere Team. Chancen unter anderem durch Bajraktarevic und Tahirovic blieben ungenutzt. In der 119. Minute verfehlte Tahirovic aus rund 18 Metern das Tor nur knapp. Italien setzte offensiv nur vereinzelte Akzente. Francesco Pio Esposito scheiterte in der Verlängerung aus kurzer Distanz an Vasilj, der den Schuss parierte und sein Team im Spiel hielt. Bereits im Halbfinale gegen Wales hatte der Keeper im Elfmeterschießen großen Anteil am Weiterkommen Bosniens.
Elfmeterschießen, Bosniens Jubel und Italiens dritte verpasste WM
Vom Punkt drehte sich das Momentum endgültig in Richtung Gastgeber. Donnarumma gilt mit der Erfahrung von sechs gewonnenen Elfmeterschießen aus sieben Versuchen als Elfer-Spezialist, blieb diesmal aber ohne Abwehr. Alle vier bosnischen Schützen trafen – Haris Tabakovic, Kerim Alajbegovic, Tahirovic und Bajraktarevic.
Italiens Nerven hielten dem Druck nicht stand. Francesco Pio Esposito und Bryan Cristante verschossen ihre Versuche, am Ende stand ein 4:1 im Elfmeterschießen zugunsten Bosniens. Die Mannschaft um Routinier Edin Dzeko qualifiziert sich damit zum zweiten Mal nach 2014 für eine Fußball-Weltmeisterschaft. Schon in der Qualifikation wurde Bosnien Zweiter hinter Österreich. Für Italien setzt sich eine historische Negativserie fort: Nach dem Aus in den Playoffs gegen Schweden vor der WM 2018 und dem Scheitern an Nordmazedonien vor der WM 2022 verpassen die Azzurri auch das Turnier 2026. Trainer Gennaro Gattuso, der im Juni 2025 von Luciano Spalletti übernommen und fünf der folgenden sechs Qualifikationsspiele gewonnen hatte, kassiert damit den bittersten Rückschlag seiner Amtszeit.
Nach der Partie in Zenica überwogen Enttäuschung und Frust. Aus dem italienischen Lager heißt es, die Mannschaft habe diese Niederlage nicht verdient, auch wenn sie Leidenschaft gezeigt habe. Gleichzeitig wird betont, man sei am Boden zerstört und verletzt, aber auch stolz auf das Team.
Weitere Playoff-Entscheidungen und WM-Feld
Parallel zu Italiens Aus fixierten andere Nationen ihr Ticket für die WM 2026. Tschechien setzte sich gegen Dänemark nach 2:2 nach Verlängerung im Elfmeterschießen mit 3:1 durch und steht erstmals seit 20 Jahren wieder bei einer Endrunde. Pavel Sulc brachte die Tschechen bereits in der 3. Minute in Führung, Joachim Andersen glich in der 72. Minute aus. In der Verlängerung traf Ladislav Krejci in der 100. Minute zum 2:1, ehe Kasper Högh in der 111. Minute das 2:2 erzielte, im Shoot-out behielt dann Tschechien die Nerven.
Schweden gewann in Solna ein Tor-Spektakel gegen Polen mit 3:2. Für die Skandinavier trafen Elanga, Lagerbielke und Gyökeres, für Polen waren Zalewski und Swiderski erfolgreich.
Im Schatten dieser Entscheidungen musste Kosovo in Pristina eine 0:1-Heimniederlage gegen die Türkei hinnehmen. Aktürkoglu erzielte in der 53. Minute den entscheidenden Treffer. Die WM 2026 steigt von 11. Juni bis 19. Juli in den USA, Mexiko und Kanada, ohne den vierfachen Weltmeister Italien, aber mit einem bosnischen Team, das zum zweiten Mal nach 2014 auf der größten Bühne des Fußballs antritt.