Direkt zum Inhalt
US-Präsident Donald Trump zeigt mit dem Finger vor einer arktischen Landschaft, die Grönland symbolisiert.
Donald Trump will sofort Verhandlungen über den Kauf Grönlands starten.
Donald Trump will sofort Verhandlungen über den Kauf Grönlands starten.
APA-Images / Keystone / GIAN EHRENZELLER ; Thomas Roell/iStock

Trump droht in Davos: "Alles, worum ich bitte, ist Grönland"

21.01.2026 um 16:35, Stefanie Hermann
min read
Drücke "Play" zum Laden und Hören
  • Lädt Sprachdatei
  • Buffering...
  • In Kürze bereit zum Abspielen
Beim Erstellen der Sprachdatei ist ein Fehler passiert
0:00 /
US-Präsident Donald Trump erhebt in Davos erneut Anspruch auf Grönland. Es handle sich nur "um ein Stück Eis". Er fordert sofortige Verhandlungen.

US-Präsident Donald Trump (79) hat in seiner rund einstündigen Rede am Weltwirtschaftsforum in Davos erneut Anspruch auf Grönland erhoben und sofortige Verhandlungen über einen Erwerb der Insel gefordert. In seiner rund einstündigen Rede erklärte Trump mehrfach, die USA müssten Grönland besitzen, um es verteidigen zu können. Eine militärische Lösung schloss er aus, stellte jedoch politischen und wirtschaftlichen Druck in Aussicht.

Trump will Grönland

Obwohl Trump zu Beginn erklärte, er habe eigentlich nicht über Grönland sprechen wollen, wurde die arktische Insel rasch zum dominierenden Thema seiner Rede. „Soll ich auch über Grönland sprechen?“, fragte er das Publikum, um anschließend ausführlich darauf einzugehen.

Die USA hätten ein „legitimes Interesse“ an Grönland und müssten dort Verantwortung übernehmen. Die Insel liege an einem strategisch entscheidenden Punkt der Welt, sei schlecht geschützt und für die internationale Sicherheit von zentraler Bedeutung. „Wir müssen Grönland besitzen, um es verteidigen zu können“, zeigt sich Trump mehrfach überzeugt.

Verhaltene Drohung an Partner

Seinen Anspruch formulierte Trump in selbst für ihn ungewöhnlicher Klarheit. Nur die Vereinigten Staaten seien in der Lage, die Insel wirksam zu schützen. Andere Staaten oder Bündnisse seien dazu nicht fähig. Der Erwerb sei eine sicherheitspolitische Notwendigkeit, nicht nur für die USA, sondern auch für die Verbündeten. Es gehe ihm nicht um Rohstoffe oder Bodenschätze, sondern um Verteidigung, Abschreckung und Kontrolle strategischer Routen.

Drohkulisse: Kauf statt Gewalt

Gleich mehrfach betonte Trump, er werde keine militärische Gewalt anwenden. „Ich werde keine Gewalt anwenden. Ich will keine Gewalt anwenden. Ich muss keine Gewalt anwenden“, so der US-Präsident. „Sie können Ja sagen, und wir werden sehr zuvorkommend sein. Oder Sie können Nein sagen, und wir werden uns daran erinnern“, richtet Trump möglichen Verhandlungspartnern aus. „Das ist wahrscheinlich mein größtes Versprechen“, so Trump mit Blick auf den Verzicht auf Gewalt. Stattdessen fordere er „unmittelbare Verhandlungen“.

Ein Stück Eis: „Alles, worum ich bitte, ist Grönland“

Die USA hätten nie etwas für ihre Verdienste erhalten, er selbst habe nie etwas gefordert. „Alles, worum ich bitte, ist Grönland“, sagte er. Es handle sich um eine „kleine Bitte“ im Vergleich zu den Leistungen der USA für Europa und die NATO.

Die USA hätten über Jahrzehnte hinweg für die Sicherheit Europas gezahlt. Nun sei es an der Zeit, dass dies anerkannt werde. Ein Kauf Grönlands sei „gut für Europa“ und „keine Bedrohung für die NATO“.

Golden Dome in der Arktis

Wer Grönland kontrolliere, kontrolliere einen entscheidenden Teil der nördlichen Hemisphäre. Auf Grönland wolle er zum Schutz einen „Golden Dome“ errichten. Dabei handle es sich um ein umfassendes Schutzsystem, das nicht nur Grönland, sondern auch Kanada und Teile der Arktis absichern solle.

Historische Argumente und Faktencheck

Zur Begründung seines Anspruchs griff Trump auf historische Vergleiche zurück. Im Zweiten Weltkrieg hätten die USA Dänemark gerettet und Grönland vor den Nazis geschützt. Nach dem Krieg habe man die Insel „dummerweise freiwillig zurückgegeben“. „Wären wir damals nicht eingeschritten, würdet ihr heute alle Deutsch oder Japanisch sprechen“, behauptete Trump.

Ganz so wie Trump es darstellt, ist es freilich nicht: Die USA hatten zu keinem Zeitpunkt die Souveränität über Grönland, sondern lediglich militärische Präsenz zum Schutz der Insel während der deutschen Besatzung Dänemarks.

Widerstand aus Europa und Grönland

Dänemark hatte in der Vergangenheit wiederholt betont, dass Grönland nicht zum Verkauf stehe. Auch Vertreter der Europäischen Union reagierten im besten Fall zurückhaltend auf Trumps Aussagen.

In Grönland selbst stößt die Idee einer Übernahme durch die USA auf breite Ablehnung. Laut Umfragen spricht sich nur eine kleine Minderheit der Bevölkerung für eine Eingliederung in die Vereinigten Staaten aus.

more