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Will Grönland kaufen: Donald Trump spricht am Mikrofon und zeigt mit dem Finger nach vorn während einer Ansprache im Weißen Haus.
Nachdem er den Friedensnobelpreis nicht bekommen hat, will Trump Grönland einnehmen.
Nachdem er den Friedensnobelpreis nicht bekommen hat, will Trump Grönland einnehmen.
APA-Images / REUTERS / Kevin Lamarque

Trump droht: "Kein Friedensnobelpreis, kein Frieden"

19.01.2026 um 17:25, Stefanie Hermann
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Weil Norwegen ihm den Friedensnobelpreis verweigerte, fühle er sich dem Frieden nicht mehr verpflichtet, sagt US-Präsident Trump. Er fordert Grönland.

US-Präsident Donald Trump hat Norwegens Premierminister Jonas Gahr Støre in einer schriftlichen Nachricht wissen lassen, dass er sich nach der Nichtverleihung des Friedensnobelpreises nicht länger verpflichtet fühle, „rein an Frieden zu denken“. Das Schreiben, das von mehreren Medien und Regierungen bestätigt wurde, markiert den jüngsten Ausbruch seiner anhaltenden Verärgerung über die Entscheidung des norwegischen Nobelkomitees.

Trump: „Fühle mich Frieden nicht verpflichtet“

In dem Schreiben an Støre, das Reuters, BBC und AFP vorliegt, formulierte Trump: „Da Ihr Land beschlossen hat, mir nicht den Friedensnobelpreis zu verleihen, obwohl ich acht Kriege beendet habe, fühle ich mich nicht länger verpflichtet, ausschließlich an Frieden zu denken – sondern kann mich nun darauf konzentrieren, was gut und richtig für die Vereinigten Staaten von Amerika ist.“

Trump macht aus seiner Kränkung keinen Hehl, im Gegenteil gießt er sie in eine geopolitische Forderung. In derselben Mitteilung heißt es weiter, die Welt sei „nicht sicher, solange die USA nicht vollständige Kontrolle über Grönland“ hätten.

Norwegen weist Verantwortung zurück

Die Reaktion aus Oslo fällt heute betont nüchtern aus. Premierminister Jonas Gahr Støre bestätigt den Erhalt der Nachricht. Seine Regierung habe mit der Preisvergabe nichts zu tun, stellt er heute klar. „Ich habe klar erklärt, auch gegenüber Präsident Trump, dass das Komitee unabhängig ist“, so Støre zur Zeitung VG.

Dennoch hat die Botschaft aus Washington über die Grenzen hinweg in Europa bereits Wellen geschlagen.

Grönland als geopolitisches Druckmittel

Seine Beschwerde knüpft Trump direkt an wirtschaftliche Drohungen. Ab Februar plant er Strafzölle von bis zu 25 Prozent gegen Länder zu verhängen, die sich gegen den US-Kauf Grönlands stellen – darunter Dänemark, Deutschland, Frankreich und Norwegen.

Im von Dänemark abhängigen, aber selbstverwalteten Grönland will man von Trumps Übernahmefantasien weiterhin nichts wissen. „Wir lassen uns nicht unter Druck setzen. Wir stehen für Dialog, Respekt und internationales Recht", betont Premierminister Jens-Frederik Nielsen.

EU erwägt Gegenmaßnahmen

Die Europäische Union berät unterdessen über eine mögliche Antwort auf die US-Drohungen. Diskutiert wird ein Zollpaket im Wert von 93 Milliarden Euro. „Wenn wir mit Zöllen konfrontiert werden, die wir für ungerechtfertigt halten, sind wir in der Lage zu reagieren“, betont Deutschlands Kanzler Friedrich Merz.

Auch NATO-Partner äußern zunehmend Sorge, dass Trumps Vorgehen das Bündnis schwächen könnte. Großbritanniens Premier Keir Starmer mahnt zur Besonnenheit: Entscheidungen über Grönlands Status lägen allein bei Dänemark und der Bevölkerung der Insel.

Nobelpreis-Kränkung als politischer Zündfunke

Trumps Wut über die Entscheidung des Nobelkomitees ist nicht neu. Schon im Herbst hatte er die Verleihung des Friedensnobelpreises 2025 an die venezolanische Oppositionsführerin María Corina Machado kritisiert. Machado überreichte ihre Medaille später symbolisch an Trump.

Quellen und weiterführende Informationen

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