EU-Plan fix: Österreich baut Asylzentren außerhalb der EU
- Österreich treibt Asylzentren außerhalb der EU voran
- Rückkehrzentren außerhalb der EU beschlossen
- Österreich treibt Projekt in der EU voran
- Asylverfahren künftig auch außerhalb Europas?
- Mögliche Standorte für Asylzentren außerhalb der EU
- Teil des neuen EU-Asylsystems
- Kritik von Menschenrechtsorganisationen an Return Hubs
Österreich treibt gemeinsam mit Deutschland und drei weiteren EU-Staaten die Umsetzung von Asylzentren außerhalb der EU voran. Beim Treffen der Innenminister in Brüssel haben die fünf Länder einen konkreten Fahrplan für sogenannte Return Hubs beschlossen.
Die geplanten Zentren sollen außerhalb Europas entstehen und Teil des neuen EU-Asyl- und Migrationspakts werden, der im Juni 2026 in Kraft treten soll.
Österreich treibt Asylzentren außerhalb der EU voran
Österreich, Deutschland, die Niederlande, Dänemark und Griechenland haben sich auf eine gemeinsame „Roadmap“ für Asylzentren außerhalb der EU geeinigt. Die Zentren sollen Migranten aufnehmen, die zwar ausreisepflichtig sind, aber nicht direkt in ihre Herkunftsländer abgeschoben werden können.
Von den sogenannten Return Hubs aus soll die Rückkehr organisiert werden. Möglich ist sowohl eine Abschiebung in das Herkunftsland als auch eine Weiterreise in ein anderes aufnahmebereites Land.
Rückkehrzentren außerhalb der EU beschlossen
Die Gruppe der fünf Staaten hat sich auf einen konkreten Fahrplan für die Umsetzung geeinigt. Ziel der Maßnahme ist es, Rückführungen von Migranten ohne Aufenthaltsrecht künftig schneller und effizienter umzusetzen.
Die Zentren sollen insbesondere jene Fälle betreffen, in denen Abschiebungen derzeit scheitern oder sich über lange Zeit verzögern.
Österreich treibt Projekt in der EU voran
Die Gruppe der fünf Staaten hat sich bereits im Jänner 2026 beim informellen Innenministertreffen auf Zypern zusammengeschlossen, um das Modell gemeinsam voranzutreiben.
Österreich zählt zu den treibenden Kräften hinter dem Projekt. „Wir arbeiten ganz konkret an der gemeinsamen Umsetzung von Asylverfahren und Rückkehrzentren außerhalb Europas“, sagt Innenminister Gerhard Karner (ÖVP) nach dem Treffen mit seinen Amtskollegen in Brüssel. Ziel sei es, möglichst rasch konkrete Projekte zu starten.
„Wir müssen neue Wege gehen, um irreguläre Migration wirksam zu steuern“, betont Karner.
Asylverfahren künftig auch außerhalb Europas?
Für Österreich sind die Rückkehrzentren nur ein erster Schritt. Langfristig könnten auch Asylverfahren direkt in Drittstaaten stattfinden.
„Wer keinen Schutzstatus hat, darf nicht darauf hoffen, dauerhaft in Europa bleiben zu können.“ Europa sieht der Karner inzwischen besser vorbereitet als noch während der großen Flüchtlingsbewegung 2015: „Wir sind robuster geworden.“
Mögliche Standorte für Asylzentren außerhalb der EU
Konkrete Standorte für die Asylzentren außerhalb der EU wurden noch nicht offiziell genannt. Medienberichte sprechen jedoch von möglichen Standorten in:
- Nordafrika, etwa Tunesien
- dem Kurdengebiet im Nordirak
- Uganda
Die Zentren sollen vor allem Fälle betreffen, in denen Abschiebungen derzeit scheitern. Das passiert etwa dann, wenn Herkunftsstaaten ihre Staatsbürger nicht zurücknehmen oder Migranten keine Reisedokumente besitzen.
Teil des neuen EU-Asylsystems
Die Asylzentren außerhalb der EU sind Teil der Reform des europäischen Migrationssystems. Grundlage ist das neue EU-Rückführungsgesetz, das schnellere Abschiebungen ermöglichen soll.
Die Rückkehrzentren dürfen laut Entwurf nur genutzt werden, wenn bereits ein rechtskräftiger Rückführbescheid vorliegt. Außerdem müssen mögliche Partnerländer internationale Menschenrechtsstandards einhalten.
Mit dem neuen System will die EU irreguläre Migration stärker eindämmen und verhindern, dass ausreisepflichtige Migranten dauerhaft in Europa bleiben.
Kritik von Menschenrechtsorganisationen an Return Hubs
Die Pläne für Asylzentren außerhalb der EU sind politisch umstritten. Menschenrechtsorganisationen warnen davor, dass Schutzsuchende in Staaten gebracht werden könnten, in denen ihre Rechte nicht ausreichend geschützt sind.
Unterstützer des Modells argumentieren hingegen, dass die EU ihre Asylsysteme stabilisieren müsse. Rückkehrzentren könnten helfen, Abschiebungen effizienter umzusetzen und den Druck auf die europäischen Aufnahmesysteme zu reduzieren.
Ob und wo die ersten Zentren tatsächlich entstehen, soll in den kommenden Monaten entschieden werden.