Korruption: Reaktionen auf Blümel-Job

Ex-Finanzminister und Kurz-Vertrauter Gernot Blümel heuert in der Privatwirtschaft an. Nicht nur seine neue Funktion, auch sein neues Beschäftigungsmodell sorgen in den Sozialen Medien für Erstaunen.

Zeit für die Familie?

Blümel hatte seinen Rückzug aus der Politik im Oktober damit begründet, dass er mehr Zeit mit seiner Familie verbringen wolle. Dass ihn sein neuer Job nun rund um die Welt schicken wird, scheint dazu in einigem Widerspruch zu stehen. Auch Ex-Kanzler Sebastian Kurz hatte seinen Rücktritt mit seinem neuen Familienglück begründet. Ein Fakt, der insbesondere der Twitteria stark aufstößt. Paul Stich fasst das zusammen:  "Männer in der konservativen Familie: Blümel tritt als Finanzminster zurück, um mehr Zeit für die Familie zu haben. Jänner 2022: 'In seiner künftigen Funktion wird Gernot Blümel zwischen den Standorten in Wien, Tokio, Hongkong, New York, Vaduz und Zürich pendeln.'"

"Setzen Blümel und Kurz auf distance parenting? Oder warum suchen sie sich alle Jobs im Ausland obwohl sie meinten, dass sie sich zurückziehen aus der Politik wegen ihrer Kinder? Die werden doch nicht gelogen haben!?"

Die Raffa: "Schön zu sehen, wie ernst Kurz und Blümel ihre angekündigte Vater- und Familienrolle nehmen. Deshalb haben beide jetzt auch internationale Jobs angenommen."

Ermittlungen wegen Korruptionsverdacht

Dass der Ex-Finannziminister, gegen den aktuell wegen Korruptionsverdacht ermittelt wird, ausgerechnet in die Finanzbranche wechselt, dürfte die Wogen dabei nicht unbedingt glätten. Thomas Wallach nimmt unter dem Hashtag "Hure der Reichen" Bezug auf die Schmid-Chatprotokolle: "Der Finanzminister unter Korruptionsverdacht geht zu einer Investmentsfirma."

Zahlenkompetenz

Blümel hatte in seiner Zeit als Finanzminister unter anderem mit vergessenen Nullen in einem offiziellen Budget-Entwurf Schlagzeilen gemacht. Userin @DieRaffa dazu via Twitter: "Gernot Blümel wird ab März CEO von Superfund. Gut, dass er nicht CFO wird, das wäre angesichts seiner Zahlenperformance nämlich sehr problematisch."

Autor: Stefanie Hermann, 12.01.2022