Weniger Stress, bessere Nerven: Diese Lebensmittel beruhigen

Wenn sich Beruf und Privatleben nicht mehr unter einen Hut bringen lassen, können einem schon einmal die Nerven durchgehen. Mit Haus- und Lebensmitteln lässt sich wirksam gegen negativen Stress angehen.
Autor: Patricia Hainz, 28.12.2021 um 06:18 Uhr

Die Pandemie betrifft Milliarden von Menschen direkt oder indirekt und stresst jeden einzelnen auf unterschiedliche Art und Weise. Experten gehen davon aus, dass sie bei vielen Menschen seelische Langzeitfolgen zeigen wird.

Bislang hat sich die Zahl psychischer Krankheiten jedenfalls deutlich erhöht. Menschen mit Vorerkrankungen, Frauen, Kinder sowie Jugendliche gelten als besonders betroffene Bevölkerungsgruppen. Aber auch Probleme, die durch Über- oder Unterforderung heraus entstehen, machen Menschen anfällig für Krankheiten.

Stressfaktoren erkennen

Evolutionär bedingt reagiert der eigene Körper mit einer Kampf- oder Fluchtreaktion auf Stress. Grundsätzlich ist er also eine wichtige Schutzfunktion. Für die Gesundheit bedenklich wird es nur, wenn er zu einem Dauerzustand wird und zu Erkrankungen führt.

Wer die eigenen Stressauslöser kennt und akzeptiert, hat dabei schon den ersten Schritt getan:

  • Ist es die Schlafqualität?
  • Sind es Kopfschmerzen, Bluthochdruck, Magen- und Verdauungsprobleme, Müdigkeit oder sexuelle Störungen?
  • Oder definierbare Ängste, Panikattacken, Nervosität, Essstörungen oder soziale Konflikte?
  • Entsteht der Stress im Job durch Zeitdruck oder unklare Arbeitsaufträge?

Finden Sie für sich die Ursache und erkennen Sie auch, wo Ihre eigenen Grenzen liegen. Vieles davon ist "hausgemacht", beruht auf der eigenen Einstellung und kann des Öfteren auch einfach verändert werden.

Ein wesentlicher Beitrag dazu ist das kleine Wörtchen "Nein"!

Junge Mutter verrichtet mit ihrer Tochter Hausarbeit in der Küche | Credit: iStock.com/golubovy

Wege aus der Stressfalle

In Stresssituationen werden bestimmte Botenstoffe ausgeschüttet, allen voran die Hormone Cortisol und Adrenalin. Daraufhin schlägt das Herz schneller, der Blutdruck steigt und die Blutgefäße verengen sich. Auch die Muskeln werden besser durchblutet und spannen sich an. Daher hilft Bewegung in jeder Form, diese Stoffe wieder abzubauen und umzuwandeln. Es reicht schon ein schneller Spaziergang.

Ob Bewegung oder Ruhe durch Langsamkeit - das Schlüsselwort lautet Achtsamkeit. Um sie zu erlernen, verlässt man sich voll und ganz auf seine Sinne, indem man bewusst zuhört und aufmerksam beobachtet. Zum Beispiel, indem man einen Vogel oder vorbeiziehende Wolken auf sich wirken lässt.

  • Welche Geräusche nehmen Sie wahr?
  • Wie fühlt sich der Boden unter Ihren Füßen an?

Im Hier und Jetzt sein - eine einfache und wirkungsvolle Möglichkeit, dem Stress aus dem Weg zu gehen. Forscher haben zudem herausgefunden, dass eine der besten Stressbewältigungsstrategien die Kreativität ist. Ob Sie musizieren, tanzen, malen oder schreiben - der Fantasie sind dabei keine Grenzen gesetzt.

Ein bewährter SOS-Tipps zum Stressabbau: Trinken Sie ein Glas Wasser oder kritzeln Sie etwas auf ein Blatt Papier. Räumen Sie Ihren Schreibtisch oder die Küche auf. Stampfen Sie mit den Füßen kräftig auf den Boden. Sie können auch nur aus dem Fenster schauen und ein Mantra sprechen: "Ich schaffe das!" oder "Ich brauche jetzt eine Pause!" oder "Ich bin gut so wie ich bin!"

Ernährung gegen Stress

Nicht nur ein Spaziergang in der Natur kann helfen, wieder ruhiger zu werden, auch bestimmte Pflanzenextrakte sowie einige Nahrungsmittel haben eine ausgleichende Wirkung und ein großes Anti-Stress-Potential.

Pflanzenextrakte

Hopfen, Melisse und Baldrian haben eine ausgleichende Wirkung. Die genannten Kräuter unterstützen den Körper als Tee oder in Form ätherischer Öle, um sich zu entspannen. Bewährt haben sich zudem Extrakte, die aus den Wurzeln und Sprossen der sogenannten "Rosenwurz" gewonnen werden. Die enthaltenen Stoffe machen nachweislich widerstandsfähiger gegen negative Auswirkungen von Stress, gleichzeitig werden akute Symptome wie Müdigkeit oder Erschöpfung gelindert.

Haferflocken

Haferflocken enthalten komplexe Kohlenhydrate, die im Gegensatz zu einfachen – wie aus Zucker oder Weißmehl – den Körper dauerhaft und langanhaltend mit Energie versorgen. Davon profitieren die strapazierten Nerven. Ein konstanter Blutzuckerspiegel verhindert zudem Heißhungerattacken und ein generelles Schwächegefühl. Weiters liefert das heimische Getreide große Mengen an B-Vitaminen sowie Magnesium: Während die Vitamine der B-Gruppe wichtige Aufgaben bei der Energiegewinnung aus der Nahrung übernehmen und somit für starke Nerven unentbehrlich sind, reguliert der Mineralstoff Magnesium die Ausschüttung von Stresshormonen und wirkt dadurch beruhigend.

Junge Frau isst Haferflocken vor dem Computer | Credit: iStock.com/Solovyova

Gewürze

Im Advent sind Vanille und Zimt für Kekse nicht wegzudenken, aber auch außerhalb der Weihnachtszeit sollte man sich diese Gewürze schmecken lassen. Egal, ob in einem Müsli, Porridge oder Joghurt mit Früchten: Vanille hebt die Stimmung, beruhigt das Gemüt und stärkt die Psyche. Ihr charakteristisches Aroma verdankt die beliebte Schote dem enthaltenen Vanillin. Im Zimt sorgen die ätherischen Öle Zimtaldehyd und Eugenol für den typischen Geschmack. Diese verleihen ihm auch seine wärmende und leicht beruhigende Wirkung. Ebenso besänftigen Anis, Kümmel und Sternanis sowie Fenchelsamen einen nervösen Magen - eine unangenehme Begleiterscheinung von Stress. Frisch aufgebrüht und warm als Tee genossen, vertreiben diese Gewürze verlässlich leichte Beschwerden.

Vanillemilch | Credit: iStock.com/~UserGI15966731

Nüsse

Cashewkerne, Haselnüsse, Mandeln oder Walnüsse: Die kernigen Lieblinge überzeugen mit B-Vitaminen, Vitamin E, Magnesium und Tryptophan. Aus dieser Aminosäure entsteht im Gehirn Melatonin, welches den Schlaf-Wach-Rhythmus reguliert und Serotonin, das als Glückshormon bezeichnet wird. Ist dieser Botenstoff in ausreichender Menge vorhanden, ist man entspannter und lässt sich nicht so schnell aus der Bahn werfen.

Walnüsse | Credit: iStock.com/Almaje

B-Vitamine

Damit das Nervengewebe gesund bleibt, benötigt der menschliche Körper B-Vitamine. Diese Gruppe umfasst insgesamt acht Vertreter - darunter Vitamin B12, auch Cobalamin genannt. Dieses spielt eine besondere Rolle, da es in größeren Mengen ausschließlich in tierischen Produkten wie Fleisch, Fisch, Eiern und Käse vorkommt. Fermentierte Lebensmittel wie Kimchi, Sauerkraut oder Tempeh enthalten - wenn überhaupt - so geringe Mengen und oft in einer für den Körper nicht verwertbaren Form, dass sie für die Versorgung mit Cobalamin keine Rolle spielen. Daher müssen insbesondere vegan und vegetarisch lebende Menschen darauf achten, dass sie ausreichend mit diesem Vitamin versorgt sind.

Lachsbrötchen | Credit: iStock.com/Shaiith

Leben ohne Stress

Sollten Sie auch zu den Menschen gehören, die das Gefühl haben, dass einem die Zeit jetzt noch mehr durch die Finger rinnt als sie es sowieso schon tut, so halten Sie doch einen Moment inne. Ja, genau jetzt! In dieser Sekunde! Dies ist genau der richtige Augenblick, um sich zu entspannen. Sie haben es in der Hand. Genießen Sie es – ganz ohne Stress.

Zur Autorin

Alltagstaugliche Tipps, um das persönliche Wohlbefinden nachhaltig zu steigern - ein Herzensanliegen von Passion Author Patricia Hainz. Die Enährungswissenschaftlerin, diplomierte Gesundheitstrainerin & Fastenbegleiterin teilt ihr Wissen rund um Bewegung und Ernährung mit den Leserinnen und Lesern von www.weekend.at.