„Die Zeit rennt massiv“: Reha-Rückschlag bei Marcel Hirscher
Die Hoffnungen auf eine rasche Rückkehr von Marcel Hirscher in den Weltcup haben einen herben Dämpfer erhalten. In der ServusTV-Sendung „Sport und Talk aus dem Hangar-7“ gab der 37-jährige Ausnahmekönner Einblicke in seinen schwierigen Heilungsprozess. Seit über zwei Monaten steht der achtfache Gesamtweltcupsieger nicht mehr auf Skiern – ein Sehnenproblem am verletzten Knie zwingt ihn zur Untätigkeit.
Trainingsstopp seit Februar: Probleme mit der Sehne
Nach seinem Kreuzbandriss im Dezember 2024 verlief die Rehabilitation von Marcel Hirscher zunächst vielversprechend. Doch die Belastung kam offenbar zu früh. Seit dem 2. Februar herrscht Stillstand im Schneetraining. „Es gibt mehrere Möglichkeiten, wie eine Reha verlaufen soll. Sie kann super verlaufen, das war bei mir am Anfang der Fall. Dann ist es komplizierter geworden, dass ich am 2. Februar gesagt habe, da muss man stoppen“, beschreibt Marcel Hirscher die aktuelle Situation. Eine gereizte Sehne am verletzten linken Knie verhindert derzeit jede Form von intensivem Training.
Geduld als größte Hürde: Hirscher am „Status null“
Für den erfolgsverwöhnten Annaberger ist die aktuelle Situation eine Zerreißprobe. Er beschreibt den derzeitigen Zustand als Rückkehr zum Anfangspunkt. Laut Hirscher gelte es jetzt geduldig weiterzuarbeiten, „um irgendwann vom Status null wegzukommen.“ Das Hauptziel sei es nun, die Reizung im Knie wegzubekommen, was vor allem eines braucht: Zeit. „Man sucht nach Dingen, die die Reizung wegbringen. Das braucht Zeit“, so der Salzburger. Rückblickend zieht er ein ernüchterndes Fazit über die letzten Wochen: „Eine zache Geschichte, es lief halt nicht so fesch.“
Antrieb Van Deer: Der Mehrwert einer Rückkehr
Trotz der körperlichen Rückschläge bleibt die Motivation hoch. Ein wesentlicher Faktor dabei ist seine eigene Skimarke Van Deer. Hirscher betont, dass eine Rückkehr in den Weltcup nicht nur eine persönliche Herausforderung sei, sondern auch eine strategische Bedeutung habe. Laut dem Annaberger hätte eine Rückkehr in den Weltcup „einen großen Mehrwert für das gesamte Projekt“. Das Tüfteln an den perfekten Schwüngen und das Weiterentwickeln des Materials treiben den Firmengründer weiterhin an.
Kein Zeitdruck: WM 2027 derzeit kein Thema
Angesprochen auf langfristige Ziele wie die Ski-WM 2027 in der Schweiz, bleibt Hirscher vage. Ein konkreter Fahrplan existiere momentan nicht, da der Fokus rein auf der körperlichen Verfassung liegt: „Ich schaue, dass ich wieder fit werde. Um hoffentlich im Herbst wieder Ski fahren zu können“, gab der Ski-Star einen vorsichtigen Ausblick. Dennoch ist sich der Rekordchampion bewusst, dass er nicht ewig warten kann. „Schön langsam rennt die Zeit massiv“, warnte Hirscher sich selbst mit Blick auf ein mögliches zweites Comeback.