Nach Horrorsturz: Abfahrtsstar beendet Karriere
Der kanadische Speed-Spezialist Broderick Thompson hat zweieinhalb Jahre nach seinem schrecklichen Unfall im US-amerikanischen Beaver Creek offiziell seinen Rücktritt vom aktiven Leistungssport erklärt. Der 32-Jährige hat sich von den gravierenden gesundheitlichen Folgen des damaligen Abflugs nie wieder vollständig erholt. Neben zahlreichen Knochenbrüchen erlitt der Abfahrer damals ein schweres Schädel-Hirn-Trauma, das bis heute seinen Alltag beeinflusst. Nun wählte er den Weg über die sozialen Medien, um das Ende seiner sportlichen Laufbahn zu verkünden.
Dankbarkeit trotz verfrühtem Aus: Thompsons emotionale Worte auf Instagram
Seinen Abschied verkündete der Athlet mit einem emotionalen Posting auf seiner offiziellen Instagram-Seite, in dem er auf die Höhen und Tiefen seiner Laufbahn zurückblickt. Thompson, der im Ski-Weltcup im Jahr 2021 mit dem dritten Platz beim Super-G in Beaver Creek seinen größten Karriereerfolg feierte, zeigt sich trotz des bitteren Endes versöhnlich. Er schreibt: „Ich bin stolz auf alles, was ich erreicht habe, und ich bin dankbar für all die Höhen und Tiefen, die mich zu dem gemacht haben, was ich als Skirennläufer war und was ich als Mensch bin“.
Das medizinische Veto: Warum ein Comeback in Kitzbühel zu gefährlich wäre
Dass der Schritt für ihn schmerzhaft ist, daraus macht der Kanadier keinen Hehl. Körperlich fühle er sich phasenweise sogar bereit für die härtesten Strecken der Welt, doch die behandelnden Mediziner sprachen ein klares Verbot aus.
Die Gründe für den erzwungenen Stopp verdeutlichte Thompson in einem weiteren Teil seiner Botschaft:
- Das Gefühl: „Es ist schade, weil ich mich gut fühle, vielleicht sogar großartig – ich habe das Gefühl, ich könnte morgen wieder aus dem Starttor in Kitzbühel schießen.“
- Das Veto der Ärzte: „Diese Leistung und das damit verbundene Risiko werden mir nach meiner Hirnverletzung medizinisch nicht empfohlen.“
- Das Fazit: „Es sei wirklich schade, meine Karriere wegen einer Verletzung vorzeitig beenden zu müssen.“
Drama im Fangzaun: Der schwere Trainingssturz im künstlichen Koma
Der folgenschwere Unfall ereignete sich am 29. November 2023 im Rahmen eines offiziellen Abfahrtstrainings auf der berüchtigten „Birds of Prey“-Piste in Beaver Creek. Thompson verlor auf dem pickelharten, eisigen Schnee die Kontrolle, schlug brutal auf dem Untergrund auf und katapultierte sich anschließend mit voller Wucht in den Sicherheitsfangzaun.
Die Rettungskräfte mussten den Schwerverletzten sofort per Helikopter in das Spezialkrankenhaus nach Denver fliegen. Da die Mediziner aufgrund des heftigen Aufpralls ein akutes Blutgerinnsel im Gehirn vermuteten, wurde der Rennläufer für mehrere Stunden in ein künstliches Koma versetzt. Erst am darauffolgenden Tag gab es von den behandelnden Ärzten die erlösende erste Entwarnung.
Vernunft siegt über das Risiko: Die Suche nach neuen Herausforderungen
Am Ende siegte beim kanadischen Speed-As die Vernunft über den sportlichen Ehrgeiz. Broderick Thompson betonte zum Abschluss seines Statements, wie wichtig ihm der Schutz seiner langfristigen Gesundheit ist, und bedankte sich ausdrücklich bei seinen Lebensrettern: „Ich bin den Ärzten dankbar, die mir das Leben gerettet haben, und vertraue denen, die sich um meine Zukunft kümmern. Deshalb nehme ich keine Risiken mehr auf mich, suche mir andere Herausforderungen und lasse mein Leben sich weiterentwickeln.“ Damit verliert der alpine Skizirkus einen allseits geschätzten Kämpfer.