Deutschland gegen Ghana: Fußball-Test endet mit spätem Sieg
Inhalt
- Später Joker-Treffer sichert Deutschlands 2:1-Sieg gegen Ghana
- Spielverlauf mit vielen Chancen und VAR-Elfmeter
- Undav als Stuttgarter Matchwinner und Nagelsmanns Jokerplan
- Pfiffe gegen Sané und Blick auf die WM-Vorbereitung
Deutschland gegen Ghana: Die deutsche Nationalmannschaft gewinnt knapp mit 2:1 und sichert sich den Sieg erst in der Schlussphase. Damit setzt das Team ein wichtiges Zeichen vor der Kadernominierung.
Die Partie in Stuttgart gilt als letzter großer Härtetest vor dem nächsten Schritt in der Vorbereitung. Entsprechend engagiert gehen beide Teams in das Spiel.
Später Joker-Treffer sichert Deutschlands 2:1-Sieg gegen Ghana
Die deutsche Nationalmannschaft hat ihr letztes Testspiel vor der Kadernominierung im Mai gewonnen. In Stuttgart setzte sich das DFB-Team gegen Ghana mit 2:1 (1:0) durch. Vor 52.723 Zuschauern trafen Kai Havertz per Handelfmeter und der eingewechselte Deniz Undav für Deutschland, Fatawu Issahaku erzielte den zwischenzeitlichen Ausgleich für die Gäste.
Das Testduell kam für beide Teams zum Abschluss einer intensiven Länderspielphase. Deutschland hatte drei Tage zuvor in der Schweiz 4:3 gewonnen, Ghana reiste mit einem 1:5 in Wien gegen Österreich an. Für Bundestrainer Julian Nagelsmann war die Partie in Stuttgart der letzte Härtetest, bevor er am 12. Mai seinen Kader für das Turnier in den USA, Kanada und Mexiko benennt.
Spielverlauf mit vielen Chancen und VAR-Elfmeter
Deutschland erwischte einen aktiven Start. Schon in der 4. Minute vergab Nick Woltemade die erste große Chance. Kurz darauf setzte Florian Wirtz einen Freistoß an die Außenstange (6.). Wirtz traf später nach Vorlage von Woltemade ins Tor, der Treffer zählte wegen Abseits aber nicht.
Die DFB-Elf blieb am Drücker, kam jedoch zunächst nicht zum regulären Führungstreffer. Kurz vor der Pause blockte Jonas Adjetey einen Schuss von Angelo Stiller mit dem Arm im Strafraum. Schiedsrichter Stuart Atwell sah sich die Szene noch einmal an den Videobildern an und entschied anschließend auf Elfmeter. Kai Havertz übernahm die Verantwortung und traf in der Nachspielzeit der ersten Hälfte (45.+3) zum 1:0. Der Angreifer verwandelte damit zum 22. Mal bei seinem 23. Karriere-Strafstoß. Zuvor war er vor drei Jahren in einem DFB-Test gegen Peru vom Punkt gescheitert.
Nach dem Seitenwechsel blieb Deutschland zunächst gefährlich. Ein Kopfball von Woltemade landete in der 53. Minute an der Latte. In der Folge ließ die Mannschaft von Nagelsmann weitere Möglichkeiten liegen. Auf der anderen Seite meldete sich Ghana in der Offensive an. Jordan Ayew schoss in der 63. Minute knapp vorbei und traf später nach einer Eckballvariante den Außenpfosten. In der 70. Minute wurden die Deutschen für ihre Nachlässigkeiten bestraft. Nach einem Konter über die linke Seite setzte sich Derrick Köhn gegen Josha Vagnoman durch und legte flach in die Mitte. Dort stand Fatawu Issahaku richtig und traf zum 1:1. Die Gastgeber antworteten mit Druck, blieben aber lange ohne Ertrag. Ein deutscher Angreifer vergab in der Schlussphase zwei gute Gelegenheiten (85./86.). Kurz davor hatte er bereits mit einer Flanke Woltemade bedient, dessen Kopfball erneut an die Latte prallte. Erst kurz vor Schluss fiel der erlösende Siegtreffer.
Undav als Stuttgarter Matchwinner und Nagelsmanns Jokerplan
Nagelsmann hatte Deniz Undav schon vor der Partie eine Jokerrolle zugeschrieben. Der Angreifer des VfB Stuttgart erfüllte diese Vorgabe vor heimischem Publikum. In der zweiten Halbzeit eingewechselt, stand er in der 88. Minute im Mittelpunkt. Vor dem 2:1 nahm Undav den Ball im Strafraum mit dem linken Oberschenkel an und schloss mit rechts aus kurzer Distanz ab. Der technisch anspruchsvolle Abschluss brachte Deutschland den späten Sieg und sorgte in der Arena in Stuttgart für Jubel. Undav betonte nach der Partie, es sei für ihn top gewesen, eingewechselt zu werden und das Tor zu machen. Er spreche von einem perfekten Abend für sich, kenne seine Rolle im Team und wisse, dass sich diese durch Tore verändern könne. Besonders die Unterstützung in „seinem“ Stadion genieße er und beschreibe es als krass, wie die Fans hinter ihm stehen.
Nagelsmann hob seinen Joker im Anschluss hervor. Er erklärte, Undav habe bis zu seinem Treffer kaum Aktionen gehabt, sei dann aber entscheidend gewesen und habe auf engem Raum stark abgeschlossen – genau das, was ein Torjäger machen müsse. An der grundsätzlichen Rollenverteilung im Team wolle der Bundestrainer vorerst nicht rütteln und bezeichnete einen Startelfplatz für Undav als eher unwahrscheinlich, weil die Rollengespräche bereits mit Blick auf die WM geführt seien.
Pfiffe gegen Sané und Blick auf die WM-Vorbereitung
Überschattet wurde der gelungene Test von Pfiffen gegen Leroy Sané bei dessen Einwechslung. Während Undav frenetisch begrüßt wurde, reagierten Teile der Zuschauer bei Sané ablehnend. Das stieß im Lager der DFB-Elf auf deutliche Kritik. Undav erklärte, er freue sich zwar über die eigene Unterstützung, hoffe aber, dass solche Reaktionen gegenüber Sané nicht mehr vorkommen. Im Endeffekt sei die Mannschaft eine Einheit, und alle Spieler sollten supportet werden.
Auch Nagelsmann mahnte die Fans und betonte, ein Spieler mit dem Adler auf der Brust solle so lange unterstützt werden, wie er dieses Trikot trage. Sportlich zeigte sich der Bundestrainer mit dem Auftritt seiner Mannschaft zufrieden. Er bilanzierte, das Spiel sei aus deutscher Sicht top gelaufen, man sehe, wie stark das Team sei, wenn es taktisch diszipliniert auftrete. Im Vergleich zum Spektakel in der Schweiz erkannte er eine Steigerung, auch wenn Deutschland weniger Tore erzielte. Das 1:1 bezeichnete er als vermeidbar und zu einfach hergeschenkt.
Mit dem Sieg gegen Ghana ist die erste Phase der Vorbereitung abgeschlossen. Am 12. Mai gibt Nagelsmann seinen Kader für die WM in den USA, Kanada und Mexiko bekannt. Am 25. Mai startet in Herzogenaurach das erste Trainingslager, anschließend stehen noch zwei Testspiele gegen Finnland und die USA auf dem Programm. Am 14. Juni beginnt für die deutsche Nationalmannschaft das Turnier ernsthaft. Dann bestreitet das DFB-Team sein erstes Gruppenspiel gegen Curacao.