Ludwig vs. Platter: Scharfes Duell um Lockdown

Zum Ende des Lockdowns gehen die Meinungen der Landeshauptleute auseinander.
Autor: Stefanie Hermann, 06.12.2021 um 07:44 Uhr

Am 13. Dezember soll die Ausgangssperre für Geimpfte enden. Soll. Denn ob und wie weit der Lockdown aufgehoben wird, steht noch in den Sternen. Diese Woche wird es dazu weitere Gesprächsrunden geben. Die Landeshauptleute melden sich jedenfalls schon jetzt zu Wort. Besonders auffallend sind abermals die Extrempositionen zwischen Tirol und Wien. Während Tirols Landeshauptmann Günther Platter (ÖVP) mit Blick auf den wichtigen Wintertourismus seines Landes zur Öffnung drängt, fällt Wiens Stadtoberhaupt Michael Ludwig (SPÖ) abermals als Mahner und Bremser auf.

Wien will schrittweise Öffnung

Ludwig plädiert für eine schrittweise Öffnung. Ein generelles Lockdown-Ende am 13. Dezember könne man aktuell nicht versprechen. Schrittweise Erleichterungen werde es aber geben, zeigt er sich im Ö1-Mittagsjournal zuversichtlich. Zuletzt spekuliert wurde, ob in der Gastro eine 2G-Plus-Regelung kommen könnte. Möglich wäre auch, dass Wien wie in der Vergangenheit den Alleingang wagt und schärfere Maßnahmen vornimmt. Gespräche zum weiteren Vorgehen in der Haupstadt finden am Dienstag, 7. Dezember statt.

 

Platter will öffnen

Der Tiroler Landeshauptmann widerspricht seinem roten Amtskollegen. Er pocht auf den Beschluss vom 19. November, der eine Öffnung garantiere. Für Geimpfte und Genesene müsse deswegen aufgesperrt werden. "Verlässlichkeit in der Politik ist wichtig", so Platter gegenüber im ORF-Report, "deswegen werden wir natürlich öffnen müssen."Wenn man jetzt nur den Handel öffne, werde die Bevölkerung nicht mehr mitmachen.

Wenn wir so weiter tun, haben wir auch die Geimpften auf der Straße, weil sie sich auf die Regierung nicht verlassen können. Ich will, dass eingehalten wird, was vereinbart wurde.

Vorstellen kann er sich aber gewisse Einschränkungen und strengere Maßnahmen. So könnte die Nachtgastro vorerst geschlossen bleiben, die Maskenpflicht ausgeweitet und Tests ab 1. Februar kostenpflichtig gemacht werden.

 

Bund und Länder haben am Achensee einen eindeutigen Beschluss gefasst. Wir haben uns auf eine 20-tägige Notbremse...

Gepostet von Günther Platter am Sonntag, 5. Dezember 2021