Causa Pilnacek: Neues Gutachten ist da
- Fund und erste Ermittlungen in der Donau
- Die erste Obduktion: Befunde und Ergebnisse
- Kritik und Neubewertung der Todesumstände
- Neues Gutachten bestätigt die Todesursache
- Abschluss der Prüfung und weiteres Vorgehen
Der rätselhafte Tod des einst mächtigsten Beamten im Justizministerium, Christian Pilnacek, beschäftigt die österreichische Öffentlichkeit auch Jahre nach dem Vorfall. Nach intensiven Debatten über die Umstände hat die Staatsanwaltschaft Eisenstadt nun ein umfassendes neues Gutachten vorgelegt. Dieses stützt die bisherigen Ermittlungsergebnisse und liefert Einblicke in die gerichtsmedizinische Obduktion.
Fund und erste Ermittlungen in der Donau
Am Morgen des 20. Oktober 2023 endete eine großangelegte Suchaktion mit einer traurigen Entdeckung: Der Leichnam von Christian Pilnacek wurde in einem Seitenarm der Donau bei Rossatz (Niederösterreich) gefunden. Da die herbeigerufene Ärztin vor Ort keine eindeutige Todesursache feststellen konnte, wurde umgehend eine Obduktion angeregt. Das Landeskriminalamt Niederösterreich leitete daraufhin die Ermittlungen ein, wobei die Behörden den Tod frühzeitig als Suizid einstuften.
Die erste Obduktion: Befunde und Ergebnisse
Die erste von der Staatsanwaltschaft Krems angeordnete Obduktion lieferte zunächst keine Hinweise auf ein Gewaltverbrechen. Der Gerichtsmediziner dokumentierte zwar Schürfwunden an den Extremitäten sowie eine Platzwunde im Gesicht, ordnete diese jedoch Stürzen an der steilen Uferböschung zu. Da keine Anzeichen für Fremdeinwirkung vorlagen, wurde das Verfahren zum Tod von Christian Pilnacek im März 2024 vorerst eingestellt.
Kritik und Neubewertung der Todesumstände
Trotz des offiziellen Abschlusses rissen die Zweifel nicht ab. Im Jahr 2025 äußerten externe Experten, darunter der Unfallchirurg Wolfgang Schaden, öffentliche Kritik an der Sturztheorie. Die Verletzungen seien untypisch für einen bloßen Sturz, hieß es in verschiedenen Stellungnahmen. Um volle Transparenz zu gewährleisten, übernahm die Staatsanwaltschaft Eisenstadt im September 2025 den Fall, um den Tod und die vorangegangene Obduktion einer erneuten, unabhängigen Prüfung zu unterziehen.
Neues Gutachten bestätigt die Todesursache
Das nun vorliegende, über 110 Seiten starke Gutachten der Universität Innsbruck soll neue Klarheit bringen. Die Leiterin der Gerichtsmedizin, Univ.-Prof.in Dr.in Doberentz, bestätigt darin den Ertrinkungstod, wie einer Pressemitteilung der Oberstaatsanwaltschaft Wien mitgeteilt wird. Die bei der Obduktion festgestellten Läsionen werden als „Bagatellverletzungen“ eingestuft, die typisch für ein Sturzgeschehen im Uferbereich seien. Ein Tötungsdelikt oder ein Unfall werden in dem Dokument explizit ausgeschlossen, dafür würden sich aus gerichtsmedizinischer Sicht keine Anhaltspunkte ergeben. Die Gutachterin spricht von einem „ehesten suizidalen Ertrinken“.
Abschluss der Prüfung und weiteres Vorgehen
Die Oberstaatsanwaltschaft Wien sieht sich durch das neue Gutachten bestätigt. Die Arbeit der Ermittler im Fall Christian Pilnacek sei korrekt und gesetzeskonform verlaufen. Während die strafrechtliche Bewertung des Todesfalls damit als abgeschlossen gilt, steht die finale Auswertung der Smartwatch-Daten noch aus. Diese technischen Details sollen das Bild über die letzten Minuten vor seinem Tod endgültig vervollständigen.