KiK schließt Filialen: 50 Standorte betroffen
- KiK plant weitere Schließungen
- KiK passt Öffnungszeiten an
- Standorte werden überprüft
- KiK in Österreich
- KiK Bilanz und Ausblick
KiK, der deutsche Textil- und Non-Food-Discounter, schließt im ersten Quartal 2026 rund 50 Filialen in Europa. Besonders betroffen ist der deutsche Markt, wo etwa die Hälfte der betroffenen Standorte liegt. Auch in Spanien und Portugal überprüft KiK derzeit Standorte und passt das Netz an.
Insgesamt betreibt der Discounter knapp 4.300 Filialen in Europa. Die Schließungen sind Teil einer größeren Restrukturierung, mit der KiK sein Geschäft auf mehr Profitabilität ausrichtet.
KiK plant weitere Schließungen
Nach Informationen aus Unternehmenskreisen ist die erste Schließungswelle nur der Anfang. Rund 400 Filialen gelten europaweit als wirtschaftlich gefährdet, davon etwa 170 in Deutschland. KiK bestätigt diese Zahlen nicht offiziell und erklärt, dass die Planungen zur weiteren Ausgestaltung des Filialnetzes noch nicht abgeschlossen sind.
Das Unternehmen reagiert damit auf eine angespannte Ertragslage. Zwar bleibt der Umsatz stabil, mit 2,43 Milliarden Euro im Jahr 2025 nach 2,428 Milliarden Euro im Jahr 2023, doch intern steigt der Ergebnisdruck deutlich.
KiK passt Öffnungszeiten an
Neben Schließungen setzt KiK auf verkürzte Öffnungszeiten, um Kosten zu senken. In mehreren Regionen Deutschlands öffnen Filialen eine Stunde später oder schließen früher am Abend. In internen Mitarbeiterchats heißt es, die Umsätze reichen für längere Öffnungszeiten nicht aus.
Das Unternehmen bestätigt gegenüber der Lebensmittel Zeitung veränderte Öffnungszeiten und spricht von sinnvollen Anpassungen je nach Kosten-Nutzen-Situation. Auch in Spanien und Portugal sind ähnliche Schritte geplant.
Standorte werden gezielt überprüft
KiK überprüft regelmäßig die Leistungsfähigkeit seiner Filialen. Als geeignet gelten Städte oder Stadtteile mit mindestens 15.000 Einwohnern, Flächen zwischen 400 und 750 Quadratmetern sowie Lagen in der Nähe von Supermärkten oder Fachmarktzentren.
Mit diesen Kriterien will das Unternehmen sein Filialnetz effizienter gestalten. Neue Standorte entstehen künftig nur dort, wo ein nachhaltiges Umsatzpotenzial besteht.
KiK in Österreich
In Österreich betreibt KiK derzeit rund 250 Filialen, doch auch hier steht das Unternehmen unter Druck. Laut Berichten aus Branchenkreisen wurde in Wien bereits eine erste Filiale geschlossen, während weitere Standorte auf dem Prüfstand stehen. Offiziell spricht KiK von einer laufenden Standortanalyse, konkrete Zahlen nennt das Unternehmen nicht. Der österreichische Teil des Geschäfts steigert 2023 den Umsatz leicht, schreibt aber weiterhin Verluste. Betroffene Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sollen möglichst innerhalb des bestehenden Filialnetzes weiterbeschäftigt werden.
KiK-Bilanz: Stabiler Umsatz, wachsender Druck
Nach außen wirken die Umsatzzahlen stabil, intern sprechen Verantwortliche von einem Jahr der Bereinigung. Die laufenden Maßnahmen sollen die Kosten senken und unrentable Standorte schließen. Ob der Sparkurs ausreicht, um den Textildiscounter langfristig zu stabilisieren, bleibt offen. Klar ist: Der Markt für günstige Mode steht weiter unter Druck und KiK reagiert darauf mit spürbaren Einschnitten im Filialnetz.