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Norbert Hofer spricht am Rednerpult in einem Saal, trägt dunklen Anzug und rote Krawatte mit weißen Punkten.
Norbert Hofer sagt einen fixen Job jetzt ab – wegen Hans Niessl (SPÖ).
Norbert Hofer sagt einen fixen Job jetzt ab – wegen Hans Niessl (SPÖ).
APA-Images / APA / HANS KLAUS TECHT

Norbert Hofer lehnt Chefsessel ab – wegen SPÖ-Politiker

13.02.2026 um 09:13, Stefanie Hermann
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Norbert Hofer verzichtet auf den Posten bei der Binder-Leitl Investment GmbH. Grund ist Hans Niessls (SPÖ) angekündigte Kandidatur für die Hofburg 2028.

Norbert Hofer (FPÖ) hat es schon getan, jetzt will es auch Hans Niessl (SPÖ) wissen. Der ehemalige burgenländische Landeshauptmann kündigt seine Kandidatur für die Hofburg an. Damit bringt er ungewollt Bewegung in die Pläne eines Mannes, der diese Erfahrung bereits hinter sich hat. Hofer wollte in die Wirtschaft wechseln und hat nun einen eigentlich fixen Posten wieder abgeblasen.

Geplanter Wechsel in die Wirtschaft

Als zweiter Geschäftsführer bei der Binder-Leitl Investment GmbH hätte Norbert Hofer künftig an der Seite des burgenländischen Unternehmers Andreas Binder tätig sein sollen. Für den 55-Jährigen sollte das neue Amt ein Neuanfang werden, ruhig, strategisch und fern vom hektischen politischen Tagesgeschäft.

Hans Niessl will in die Hofburg

Doch genau dieses Unternehmen hat es in sich. Unter den Gesellschaftern findet sich mit Hans Niessl ein alter Bekannter aus der Politik. Der frühere SPÖ-Landeshauptmann sitzt seit Jahren im Kreis der Investoren. Nachdem Niessl nun seine Hofburg-Kandidatur 2028 angekündigt hat, wird Hofer die Lage zu heikel.

„Ich wäre bei Binder-Leitl Geschäftsführer einer Gesellschaft gewesen, in der ein prominenter Gesellschafter im Wahlkampf möglicherweise gegen jene Partei antritt, für die ich selbst kandidiert habe“, so Hofer.

Hofer sagt Job ab

In dieser Konstellation ortet Norbert Hofer einen klaren Interessenkonflikt. „Das hätte mit hoher Wahrscheinlichkeit zu dauerhaften Diskussionen im Wahlkampf geführt“, sagte er. „Das wolle ich allen Beteiligten ersparen, meiner Partei, Hans Niessl, aber auch mir selbst und meiner Familie.“ Stattdessen bleibt er passiver Gesellschafter und wird nicht operativ tätig sein.

Bunt gemischte Gesellschafterrunde

Die Binder-Leitl Investment GmbH ist ein ungewöhnlich breites politisches Sammelbecken. Neben Unternehmer Andreas Binder und Ex-Wirtschaftskammerpräsident Christoph Leitl sind auch der FPÖ-Abgeordnete Hubert Fuchs, der frühere ÖVP-Politiker Karlheinz Kopf sowie SPÖ-Mann Hans Niessl beteiligt. Politisch farbenfroher ist kaum ein Investmenthaus aufgestellt.

Absage zwischen Loyalität und Kalkül

In der Entscheidung von Norbert Hofer steckt mehr als bloße Höflichkeit. Viele sehen darin ein Signal an FPÖ-Obmann Herbert Kickl. Hofer, der 2016 selbst für die Bundespräsidentenwahl kandidierte, gilt als loyal, aber auch strategisch denkend. Seine Absage kann als Versuch gewertet werden, sich in Erinnerung zu rufen, falls die FPÖ ihre Karten für die Hofburg-Wahl 2028 neu mischt.

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