Wehrdienstverlängerung: Jetzt spricht Alexander Van der Bellen!
- Alexander Van der Bellen: „Österreich braucht ein modernes Bundesheer“
- Wehrdienst-Kommission empfiehlt „8+2“-Modell
- Regierung ringt um Einigkeit bei Wehrdienstverlängerung
- Gespräche zur Wehrdienstverlängerung im Parlament
Bundespräsident Alexander Van der Bellen hat in der laufenden Debatte um die Verlängerung des Wehrdienstes erstmals öffentlich Stellung bezogen. In einem schriftlichen Statement unterstützt das Staatsoberhaupt den Vorschlag der Wehrdienstkommission, den Grundwehrdienst zu verlängern und verpflichtende Milizübungen einzuführen.
Alexander Van der Bellen: „Österreich braucht ein modernes Bundesheer“
„Angesichts der geopolitischen Lage und zur Verbesserung der Sicherheit der Soldatinnen und Soldaten unterstütze ich als Oberbefehlshaber den Vorschlag der Kommission, durch eine Wehrdienstverlängerung eine bessere Ausbildung des Bundesheeres sicherzustellen“, heißt es in der Aussendung der Präsidentschaftskanzlei. Van der Bellen spricht der Kommission seine Anerkennung aus: Sie habe „kompetent und verantwortungsbewusst gearbeitet“. Besonders wichtig sei ihm die Wiedereinführung der Milizübungen. Österreich brauche ein „modernes und einsatzbereites Bundesheer“.
2️⃣ ...unterstütze ich als Oberbefehlshaber den Vorschlag der Kommission, durch eine Wehrdienstverlängerung eine bessere Ausbildung des Bundesheeres sicherzustellen. Österreich braucht ein modernes und einsatzbereites Bundesheer. (vdb)
— Alexander Van der Bellen (@vanderbellen) February 18, 2026
Wehrdienst-Kommission empfiehlt „8+2“-Modell
Die Wehrdienstkommission hatte im Jänner empfohlen, den Grundwehrdienst auf acht Monate zu verlängern und zusätzlich zwei Monate verpflichtende Milizübungen einzuführen – das sogenannte „8+2“-Modell. Ziel ist eine bessere Ausbildung und Einsatzbereitschaft des Bundesheeres. Auch der Zivildienst würde in diesem Fall auf zwölf Monate verlängert.
Regierung ringt um Einigkeit bei Wehrdienstverlängerung
Während Van der Bellen seine Position klar formuliert, sorgt das Thema in der Regierung weiterhin für Spannungen. Bundeskanzler Christian Stocker (ÖVP) hat beim ÖVP-Partei überraschend eine Volksbefragung zur Wehrdienstverlängerung angekündigt.
Damit stellte er nicht nur die Kommission, sondern auch seine Koalitionspartner SPÖ und NEOS vor vollendete Tatsachen. Beide Parteien lehnen eine Volksbefragung ab. Die SPÖ kritisiert vor allem den längeren Zivildienst, die NEOS warnen vor einer parteipolitischen Instrumentalisierung der Reform.
Gespräche zur Wehrdienstverlängerung im Parlament
Am Dienstag haben sich Vertreter der drei Regierungsfraktionen im Parlament zu einem ersten Austausch getroffen. Das Gespräch sei den Teilnehmern zufolge „gut und konstruktiv“ gelaufen. Einigen konnte man sich bislang aber lediglich auf einen Fahrplan für weitere Beratungen, vermieden wurde eine klare Festlegung zur Volksbefragung, die sich weiter zum Koalitionskeil entwickelt. Die geplante Heeresreform soll Anfang 2027 in Kraft treten. Ob bis dahin ein Kompromiss gelingt, bleibt offen.