Corona-Demos am Wochenende: Polizei warnt vor Gewalt

40.000 Menschen nehmen zuletzt an der Demo in Wien gegen Corona-Maßnahmen wie die Impfpflicht teil. Die Proteste eskalieren zeitweise, Böller werden gezündet, Bierdosen fliegen. Der rechtsextreme Rädelsführer Martin Michael Sellner beehrt seine Anhänger mit seiner Anwesenheit, Sperren werden durchbrochen. Die Polizei setzt Pfefferspray ein.

Später heißt es, man habe neben Pyrotechnik auch als Fahnenstangen getarnte Schlagstöcke und mit Sand gefüllte Handschuhe beschlagnahmt. Ist das erst der Anfang?

Keine Scheu vor Konfrontation

Der Wiener Landespolizeichef  Gerhard Pürstl sieht jedenfalls Anlass zur Sorge. Er ortet "zunehmende Gewaltbereitschaft". Der Polizeichef: "Im Laufe der Zeit haben wir gesehen, dass da durchaus keine Scheu mehr besteht, die Gitter zu nehmen, wegzuräumen oder zu versuchen drüberzusteigen. Und auch dann, wenn Polizisten diese Sperre sozusagen absolut schützen wollen oder müssen, scheut man sich auch nicht vor einer Konfrontation, wo letztlich Pfefferspray eingesetzt werden muss". 

Vermummte junge Männer mit rotweißroter Fahne auf Demo

Die Vorgangsweise der Aktivistinnen und Aktivisten habe sich geändert. Das Durchbrechen von Polizeisperren sei früher im Regelfall tabu gewesen. 

Auch Rechtsextreme darunter

Man habe immer wieder Gruppierungen bei den Corona-Demos beobachtet, die dem extremistischen Lager angehören, so Pürstl. Dazu zählen etwa Fußball-Hooligans. Es gebe auch Gruppierungen, die unter dem "Deckmantel" des Kampfes gegen die Corona-Maßnahmen Menschen ködern wollen. Der Landespolizeichef warnte: Demo-Teilnehmer mit an den Judenstern angelehnten Abzeichen oder Armbinden, auf denen "ungeimpft" oder "Impfen macht frei" steht, werden bei der Staatsanwaltschaft angezeigt. Grund: Verdacht auf die Verharmlosung des Holocaust.

Der Aktivist mit Sonnenbrille am Rande einer Demo, Ehefrau hört ihm zu

Demo auf vier Rädern 

Zu den Demos zu Fuß gesellen sich jetzt auch noch Autokorsos von Impfgegnern. Falls diese den Verkehr zum Erliegen bringen, werden die Wogen hochgehen - mutwillig verursachte Staus, da versteht der Wiener keinen Spaß!

Autor: Andrea Schröder, 14.01.2022