Trump: "Wusste nicht, was eine Rote Karte ist"
- Trump gesteht Unwissen
- Trump zweifelt Entscheidung an
- FIFA setzt Sperre aus
- FIFA weist Einflussnahme zurück
- Internationale Kritik
US-Präsident Donald Trump sorgt im Wirbel um die umstrittene Rote Karte bei der Fußball-WM 2026 für den nächsten Aufreger. Der 80-Jährige bestätigt nicht nur persönlich, bei FIFA-Boss Gianni Infantino angerufen zu haben – er legt auch eine selbst für Trump-Verhältnisse bemerkenswerte Unwissenheit offen.
„Ich wusste nicht, was eine Rote Karte ist“
„Ich wusste nicht, was eine Rote Karte ist.“ Erst nach einer Erklärung habe er die Konsequenzen verstanden. „Als ich es herausfand, sagte ich, du machst Witze. Dieser Typ hebt einfach die Hand und sagt, dein bester Spieler wird im nächsten Spiel nicht spielen“, erklärt Trump weiter. „Ich sagte, wow, das ist eine Menge Macht. Das ist schrecklich.“
Trump on Balogun: "I saw the play, and I'm a person that loves sports ... that wasn't a foul. That wasn't even an infraction ... this referee, who is a little bit suspect if you check his past. He made a call that nobody could believe ... he's our best player, or one of our best… pic.twitter.com/YfIqb1JA4u
— Aaron Rupar (@atrupar) July 6, 2026
Trump zweifelt Entscheidung offen an
Erst kurz zuvor hatte Trump in seiner ihm eigenen Bescheidenheit betont, dass er Sport "wirklich gut" verstehe. Die Szene, die zur Roten Karte für Folarin Balogun geführt hat, stößt bei ihm dennoch auf Unverständnis. „Das war kein Foul. Das war nicht einmal ein Regelverstoß“, sagt Trump, der Schiedsrichter Raphael Claus im selben Atemzug eine "fragwürdige Vergangenheit" unterstellt.
Die Spieler seien zufällig zusammengestoßen. „Das war kein Fall, in dem jemand zugeschlagen hat." Deshalb habe er FIFA-Präsident Gianni Infantino um eine Überprüfung ersucht, „weil ich nicht fand, dass es ein Foul war“ und die Entscheidung „unfair“ gewesen sei. „Wir müssen unsere besten Spieler haben, und sie müssen auch ihre besten haben“, so Trump.
FIFA setzt Sperre nach Roter Karte aus
Die FIFA hat die Sperre gegen US-Stürmer Folarin Balogun nach dessen Roter Karte im Sechzehntelfinale zur Bewährung ausgesetzt. Grundlage sei Artikel 27 des Disziplinarreglements, wonach Sanktionen „ganz oder teilweise ausgesetzt werden können“, teilte der Weltverband mit. Die Maßnahme gelte für einen Zeitraum von einem Jahr. Sollte sich der Spieler in dieser Zeit „einen weiteren Verstoß gleicher Art und Schwere“ zuschulden kommen lassen, werde die Strafe vollstreckt. Balogun war damit für das Achtelfinale seiner Mannschaft gegen Belgien spielberechtigt.
FIFA weist Einflussnahme zurück
Dass die Aussetzung aufgrund der Intervention durch US-Präsident Donald Trump erfolgte, weist die FIFA vehement zurück. Die zuständigen Gremien würden „unabhängig“ arbeiten und Entscheidungen „auf Grundlage der einschlägigen Bestimmungen und der konkreten Fakten“ treffen, erklärte Präsident Gianni Infantino. Er habe Trump im Gespräch darauf hingewiesen, „dass ein laufendes juristisches Verfahren unter Beteiligung der unabhängigen Gremien anhängig ist und zu gegebener Zeit entschieden wird“. Die Autonomie dieser Instanzen sei für die Glaubwürdigkeit und Integrität des Fußballs von entscheidender Bedeutung und müsse respektiert werden. Dass es Kontakte mit politischen Entscheidungsträgern gebe, sei unterdessen nichts Ungewöhnliches.
Internationale Kritik an FIFA-Entscheidung
Die Entscheidung der FIFA stößt international auf scharfe Kritik. Mehrere Verbände und Funktionäre sehen die Grundprinzipien des Wettbewerbs gefährdet. Der Europäische Fußballverband (UEFA) erklärte, mit der Aufhebung der automatischen Sperre sei eine rote Linie überschritten worden.
Besonders deutlich wurde Ex-FIFA-Präsident Joseph Blatter: „Rote Karten werden nicht durch politische Telefonanrufe aufgehoben.“ Entscheidungen müssten auf Basis von Regeln und Beweisen getroffen werden, nicht durch Einfluss von außen.
Auch aus der Politik kommen warnende Stimmen, wonach eine mögliche Intervention die Autonomie des Sports untergraben würde. Kritiker sprechen zudem von einem gefährlichen Präzedenzfall, der die Glaubwürdigkeit des Wettbewerbs nachhaltig beschädigen könnte.