Doskozil kehrt zurück: Aber erst, wenn Babler weg ist
- Beim SPÖ-Gipfel wieder mit dabei
- Vor der Pressekonferenz war Doskozil weg
- Alte Rivalen, neue Ausgangslage
- Babler geht erst 2027
Hans Peter Doskozil meldet sich in der Bundes-SPÖ zurück. Allerdings nicht sofort. Der burgenländische Landeshauptmann will erst wieder in den Parteigremien mitarbeiten, wenn die Neuaufstellung abgeschlossen ist und Andreas Babler endgültig gegangen ist.
Beim SPÖ-Gipfel wieder mit dabei
Bei der entscheidenden Krisensitzung am Sonntag ist Doskozil bereits wieder mit am Tisch gesessen. Erstmals seit längerer Zeit sind damit alle neun Landesparteivorsitzenden zusammengekommen. Neben den Länderchefs haben unter anderem SPÖ-Frauenvorsitzende Eva-Maria Holzleitner und ÖGB-Präsident Wolfgang Katzian teilgenommen. Am Ende stand der Kompromiss, der Bablers schrittweisen Rückzug vorsieht.
Vor der Pressekonferenz war Doskozil weg
Als Babler Stunden später seinen Rückzug vor den Medien verkündet hat, war Doskozil schon wieder abgereist. Während die übrigen acht Landesparteichefs beim Statement dabei waren, war der Burgenländer bereits auf dem Heimweg.
Das bedeutet jedoch nicht, dass er den gefundenen Kompromiss öffentlich bekämpfen will. Seine Linie für die kommenden Monate lautet: Die Vereinbarung soll „eine Chance bekommen“.
Alte Rivalen, neue Ausgangslage
Doskozil und Babler sind sich 2023 im Rennen um die SPÖ-Spitze gegenübergestanden. Nach dem Rückzug Pamela Rendi-Wagners setzte sich Babler letztlich an die Parteispitze. Doskozil zog daraufhin aus den Bundesgremien zurück. Jetzt zeichnet sich die umgekehrte Bewegung ab: Babler verlässt die Parteispitze, Doskozil kehrt in die Bundes-SPÖ zurück.
Zurückkehren werde der Landeshauptmann, „wenn die anvisierte personelle Neuaufstellung vollständig abgeschlossen ist und Andi Babler diesen nicht mehr angehört“, heißt es aus seinem Büro. Hans Peter Doskozil knüpft seine Rückkehr in die Bundes-SPÖ damit also offen und direkt an das Ende der Ära Babler.
Einen unmittelbaren Machtkampf will der Burgenländer daraus vorerst nicht machen. Der am Sonntag gefundene Kompromiss soll zunächst halten.
Babler geht erst 2027
Ob der Vorsitz nachhaltig ist, wird sich erst noch zeigen. Immerhin dauert die Übergangsphase noch einige Monate. Babler bleibt zunächst Parteivorsitzender und Vizekanzler. Eva-Maria Holzleitner und Philip Kucher rücken bereits jetzt in der Parteiführung auf.
Anfang 2027 soll Babler schließlich seine beiden Spitzenfunktionen abgeben. Markus Marterbauer ist als Nachfolger im Vizekanzleramt vorgesehen, Holzleitner und Kucher sollen die Partei bis zum Parteitag im Frühjahr führen.
Erst wenn die personelle Neuaufstellung abgeschlossen und Babler nicht mehr Teil der Parteigremien ist, will Doskozil dort wieder selbst mitarbeiten.