TV-Beichte: Pogo gesteht Drogenkonsum

Armin Wolf nimmt Präsidentschaftskandidat Dominik Wlazny alias Marco Pogo hart in die Mangel – bis dieser live auf Sendung einknickt.
Autor: Stefanie Hermann, 28.09.2022 um 07:33 Uhr

Der 35-jährige Dominik Wlazny ist den meisten besser unter seinem Künstlernamen Marco Pogo bekannt. Der Frontman der Rockband Turbobier stellt mit seiner Bierpartei in Wien elf Stadträte. Als jüngster Kandidat bewirbt sich der Bezirkspolitiker und Rockmusiker um das Amt des Bundespräsident. Jetzt hat er als letzter Kandidat im Rennen um die Hofburg bei Armin Wolf in der ZIB2 Platz genommen. Und dieser hat ihn in gewohnter Manier gegrillt.

Kann Pogo Präsident?

Wolf verschwendet keine Zeit mit Aufwärmen. Wlazny habe bei der letzten Wahl Alexander Van der Bellen gewählt. Ob er denn jetzt wirklich glaubt, ein besseres Staatsoberhaupt zu sein, will Wolf gleich zu Beginn wissen. Wlazny verweist auf Erfahrungen die er als Arzt, Wirtschaftstreibender, Bezirkspolitiker und international tourender Musiker in das Amt mitbringen würde. Auch wenn er bei Ibiza gleich gehandelt hätte und sich die Vorstellungen von Klimapolitik decken, so würde ihn doch seine Unabhängigkeit von VdB unterscheiden, ist der Wiener überzeugt.

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Wlazny will sich Angelobungen sparen

Die Unabhängigkeit will Wolf nicht gelten lassen. Immerhin sei Wlazny amtierender Vorsitzende der Bierpartei. "Ich bin nicht der Kandidat einer Regierungspartei. Sie können nicht Erbsen mit Melonen vergleichen." Einen Eignungstest für das Amt und Ministerposten würde der Bezirkspolitiker begrüßen. Eine Kommission soll künftige Minister auf Kompetenz, Ambition und Ideen "abklopfen". Er sei der Meinung, dass man sich dann "die eine oder andere Angelobung erspart". Auf Nachfragen, wie er sich das konkret vorstelle, gibt es keine Auskunft. Wolf gibt letztlich auf: "Konrketer wird es wohl nicht."

Die Eignung für einen Minister sollte eine höhere sein, als nur "ein Bundesland wünscht es sich".

"Sie haben zum Gesetzesbruch aufgerufen"

"Muss ein Spitzenpolitiker immer die Gesetze einhalten?", fragt Wolf und verweist auf einen Social Media Post von Marco Pogo mit dem Aufruf: "Gras zum Bier, gönn es dir". "Ich vermute damit meinen Sie nicht das Gras auf der Wiese sondern Marihuana. Also ein offener Aufruf zum Gesetzesbruch. Würden Sie das heute noch posten?" Das habe er in seiner Rolle als Satiriker gepostet, redet sich Wlazny um Kopf und Kragen. Jetzt sitze er in seiner Rolle als Dominik Wlazny bei Wolf. Was ein Satiriker und was ein Präsidentschaftskandidat sagt, sei doch ein Unterschied. Die Frage nach dem Posting war aber nur der Auftakt, Wolf lässt nicht locker.

Wlazny gesteht Drogenkonsum

"Konsumieren Sie, ob als Dominik Wlazny oder als Marco Pogo ist mir egal, illegale Drogen?", will Wolf wissen. "Nein", antwortet der 35-Jährige wie aus der Pistole geschossen. "Nicht mehr?", hakt Wolf nach. "Nein, noch nie", sagt Wlazny und setzt nach: "Na ok, natürlich habe ich einmal einen Joint geraucht." Wolf: "Aber das ist doch eine illegale Droge, oder?" Wlazny, den Wolfs Hartnäckigkeit sichtbar nervös macht, greift zum Wasser und antwortet simpel:" Ja." "Nur einmal?" Wlazny überlegt. Es könnten auch zweimal gewesen sein.

Probelauf für Bierpartei

Damit ist der Anchorman aber noch lange nicht fertig. Klima-, Gesundheits-, Energie-, Sicherheitskrise: Das sind Themen die Wlzany im Wahlkampf plakatiert. Wolf wirft ihm vor, nicht nur für das falsche Amt zu kanditieren, sondern die Bundespräsidentschaftswahl quasi als Probelauf für einen Antritt der Bierpartei bei den Nationalratswahlen zu nützen. Kurz wird Wlazny emotional: Er sei überzeugt, dass man über diese Themen mehr reden müsse - auch und gerade als Bundespräsident. Gegen Abschiebungen und für Klimapolitik würde er auch als Staatsoberhaupt weiterhin auf die Straße gehen.

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