Krach in der FPÖ: Jenewein tritt aus

Bei den Freiheitlichen sorgt das heimlich aufgezeichnete Skandal-Telefonat für erste personelle Konsequenzen.
Autor: Stefanie Hermann, 04.08.2022 um 15:30 Uhr
In der Vergangenheit haben Hans-Jörgs Jeneweins Kontakte zum früheren BVT-Mitarbeiter Egisto Ott für Unruhe in der Partei gesorgt. Jenewein, gegen den in dieser Sache ermittelt wird, soll von ihm illegal Informationen aus dem BVT bekommen haben. Nach dem Wirbel um den im Zuge einer Razzia aufgetauchten, brisanten Telefonmitschnitt dürften die Unstimmigkeiten jetzt endgültig eskaliert sein: Dem Vernehmen nach ist Jenewein aus der FPÖ ausgetreten. Die FPÖ hat entsprechende Informationen aus Insiderkreisen bislang nicht bestätigt. Eine Trennung käme aber alles andere als überraschend.

Telefonat belastet Parteimitglieder

Jenewein hatte heimlich ein Telefongespräch mit seinem (damaligen) Parteikollegen Markus Tschank und den Markus Braun, tätig beim FPÖ-Verein Austria in Motion, aufgezeichnet. Die Wirtschafts- und Korruptionsstaatsanwaltschaft (WKStA) hatte schon angesichts des Ibiza-Videos Ermittlungen rund um die Vereine aufgenommen. Grund: der Verdacht verdeckter Parteispenden. Aus dem Telefonat geht hervor, dass der Verein "Austria im Motion" ein Wunsch des damaligen FPÖ-Chefs Heinz-Christian Strache war. Mit Kickl habe man sich 2015 zusammengesetzt und die Details besprochen, so Tschank. Darunter auch, dass nicht passieren dürfe, "dass das Geld, wenn es dort einen Vereinsspender gibt, [...]  dann verwendet wird für Parteizwecke." Die Aufzeichnung legt nahe, dass Parteichef Herbert Kickl am Aufbau der Vereine beteiligt war. Aktuell wird von der Wirtschafts- und Korruptionsstaatsanwaltschaft ermittelt.
 

Braun dementiert Beteiligung

Braun dementiert unterdessen eine Beteiligung. Auch sei es kein Telefonat gewesen, sondern ein Treffen, zu dem er erst eine Stunde später dazugestoßen sei. Auch sei er selbst nie Parteimitglied gewesen.