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Karoline Edtstadler und Christine Aschbacher bei der Angelobung der Regierung
Ministerin Karoline Edtstadler rückt zur Verteidigung von Christine Aschbachers Dissertation aus.
Ministerin Karoline Edtstadler rückt zur Verteidigung von Christine Aschbachers Dissertation aus.
HANS KLAUS TECHT / APA / picturedesk.com

Edtstadler verteidigt "Diss" von Ex-Ministerin Aschbacher

11.02.2023 um 08:35, Patrick Deutsch
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Auf Twitter rückt Verfassungsministerin Karoline Edtstadler (ÖVP) aus, um die Dissertation ihrer Ex-Kollegin zu verteidigen.

Die Dissertation von Ex-Ministerin Christine Aschbacher sorgt erneut für Aufregung. Eine unabhängige Kommission der TU Bratislava hat festgestellt, dass es sich bei der Arbeit nicht um ein Plagiat handelt. Auf Twitter rückt die Europaministerin zur Verteidigung ihrer Ex-Kollegin aus.

Füllhorn an absurden Formulierungen

Vor mehr als zwei Jahren brachte Plagiatsjäger Stefan Weber den Stein ins Rollen, als er in der Dissertation der damaligen Arbeitsministerin neben Textgleichheiten mit bestehender Literatur, auch allerhand absurde Formulierungen wie "Ich werde rollen und tun es" oder "Annahmen sind wie Seepocken" fand. Aschbacher zog mit ihrem Rücktritt die Konsequenzen.

Medienkritik

Die Entscheidung der TU Bratislava nutzt jetzt Ministerin Karoline Edtstadler zu einer Medienschelte. "Haben Sie schon mitbekommen, dass die Doktorarbeit von Christine Aschbacher kein Plagiat ist?", fragt Edtstadler auf Twitter und spart in den darauffolgenden Tweets nicht mit Kritik an der heimischen Medienlandschaft. So beschwert sie sich etwa darüber, dass die Entscheidung der TU Bratislava "kaum mediale Beachtung" findet. Das System der Medien als “Vierte Gewalt” finde "zurecht hohe Anerkennung". Es wäre allerdings gefährlich, "wenn mediale Vorverurteilungen, Zuspitzungen & oft haltlose Beschuldigungen" die Betroffenen ins berufliche Aus oder gar in den Ruin treiben würden.

Wolf zerreißt Arbeit

Die Nachricht, dass Aschbacher ihren Doktortitel behalten darf, sorgte in den Sozialen Medien für Empörung und Unverständnis. Besonders ZIB2-Anchor Armin Wolf kann die Entscheidung der slowakischen Universität nicht nachvollziehen: "Ex-Ministerin Aschbacher darf ihren slowakischen Doktortitel behalten. Ob sich die Uni damit etwas Gutes getan hat? Sie macht damit ihre Doktortitel praktisch wertlos", schreibt Wolf auf Twitter. Laut dem ORF-Moderator dürfte die Dissertation "in keinem Gymnasium als VWA (Anm. d. Red.: Vorwissenschaftliche Arbeit) angenommen werden". Mit zahlreichen Beispielen aus der Arbeit, zerlegt Wolf in einem Thread die Arbeit der Ex-Ministerin.

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