Eklat in Davos: "Weckruf für Europa"
- Eklat in Davos
- Ein Dinner der Mächtigen
- Kritik mit Sprengkraft
- Lagarde verlässt Dinner
- Diplomatische Folgen für Davos
Beim Weltwirtschaftsforum in Davos ist es zu einem diplomatischen Zwischenfall gekommen. Während des exklusiven Galadinners sorgte die US-Delegation für erhebliche Aufregung. US-Handelsminister Howard Lutnick erntete für seine Rede lautstarke Proteste. Christine Lagarde, Präsidentin der Europäischen Zentralbank, verließ das Dinner noch während Lutnicks Rede.
Eklat in Davos
Der Auftritt des US-Handelsministers wurde zum Wendepunkt des Abends. Seine kritischen Worte über Europa führten zu sichtbarer Unruhe im Saal. Mehrere Gäste erhoben sich, andere reagierten mit Zwischenrufen. Gastgeber Larry Fink, CEO von BlackRock und Co-Vorsitzender des Forums, ließ das Dinner schließlich abbrechen – das Dessert wurde nicht mehr serviert.
Ein Dinner der Mächtigen
Das Galadinner in Davos gilt als einer der exklusivsten Programmpunkte des Weltwirtschaftsforums. Mehrere hundert hochrangige Gäste waren geladen, darunter Staats- und Regierungschefs sowie führende Wirtschaftsvertreter. Gastgeber Larry Fink hatte auf einen Abend diplomatischen Austauschs gesetzt, doch die Stimmung kippte rasch. Schon kurz nach Beginn von Lutnicks Rede herrschte im Saal eine gespannte Atmosphäre.
Kritik mit Sprengkraft
US-Handelsminister Howard Lutnick schlug in dieselbe Kerbe wie US-Präsident Donald Trump bei seiner Rede in Davos. Er warf Europa mangelnde wirtschaftliche Dynamik und übermäßige Regulierung vor. Der „strukturelle Stillstand“ der Europäischen Union behindere Innovation, sagte Lutnick. Mehrere Teilnehmer reagierten mit Zwischenrufen und Buhrufen. Beobachter des Abends sprechen von einem „Eklat, wie es ihn beim WEF seit Jahren nicht gegeben hat“. Lutnick beendete seine Ausführungen trotz der Unruhe – der Schaden war bereits angerichtet.
Lagarde verlässt Dinner
EZB-Präsidentin Christine Lagarde verließ den Saal noch während der Rede des US-Handelsministers. Im diplomatischen Kontext konnte sie kaum ein deutlicheres Zeichen für ihre Missbilligung setzen. Nach Angaben von Teilnehmern wollte Lagarde damit zeigen, dass Europas Spitzenvertreter die scharfen US-Töne nicht kommentarlos hinnehmen. Die Europäische Zentralbank äußerte sich offiziell nicht zu dem Vorgang.
Im Gespräch mit der CNN brachte Lagarde bereits im Vorfeld des Dinners ihre Bedenken zum Ausdruck. Europa müsse jetzt daran arbeiten, unabhängiger zu werden und einen Plan B zu entwickeln, sollten sich die normalen Beziehungen nicht wieder herstellen lassen. Es sei ein Weckruf für Europa.
Europe is going to look at its strengths, look at its weaknesses, and decide what do we need to do to be strong by ourselves.
That was my answer to @CNN’s Richard Quest when he asked about the current geopolitical tensions.pic.twitter.com/QNTttH06UJ— Christine Lagarde (@Lagarde) January 21, 2026
Diplomatische Folgen für Davos
Der Vorfall überschattet das weitere Forumsgeschehen in Davos. Internationale Beobachter sprechen von einem „Warnsignal für das transatlantische Verhältnis“. Die Rede fällt zeitlich mit einer neuen Welle US-amerikanischer Kritik an der europäischen Wirtschaftspolitik zusammen. Bereits am vorangegangenen Nachmittag hatte Ex-Präsident Donald Trump in Davos mit provokanten Äußerungen über Grönland Schlagzeilen gemacht und harte Worte für Europa und die NATO gefunden.
Quellen und weiterführende Informationen
- Wall Street Journal – Bericht (21.01.2026): Christine Lagarde verließ das Galadinner in Davos während einer europakritischen Rede von US-Handelsminister Howard Lutnick. Augenzeugen berichteten von Zwischenrufen und Unruhe im Saal.
- Reuters – Meldung (21.01.2026): Laut Reuters wurde Lutnick während des Galadinners in Davos ausgebuht. Gastgeber Larry Fink beendete die Veranstaltung vorzeitig, nachdem mehrere Gäste, darunter Christine Lagarde, den Saal verlassen hatten.
- Bloomberg – Analyse (21.01.2026): Bloomberg beschreibt Lagardes Abgang als Zeichen wachsender Spannungen zwischen Europa und den USA, ausgelöst durch Lutnicks scharfe Kritik an der EU-Wirtschaftspolitik.