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Mojtaba Khamenei neuer Oberster Führer des Iran Porträt des Sohnes von Ayatollah Ali Khamenei
Mojtaba Khamenei, der neue Oberste Führer des Iran, übernimmt nach dem Tod seines Vaters Ayatollah Ali Khamenei die politische und religiöse Führung der Islamischen Republik.
Mojtaba Khamenei, der neue Oberste Führer des Iran, übernimmt nach dem Tod seines Vaters Ayatollah Ali Khamenei die politische und religiöse Führung der Islamischen Republik.
APA-Images / AFP / KHAMENEI.IR

Mojtaba Khamenei: Wer der neue starke Mann im Iran ist

09.03.2026 um 07:28, Stefanie Hermann
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Mojtaba Khamenei ist neuer Oberster Führer des Iran. Wer der Sohn von Ali Khamenei ist, wie er zur Macht kam und welche Rolle er im Iran spielt.

Mojtaba Khamenei ist der neue Oberste Führer des Iran. Mojtaba Khamenei übernimmt damit die Macht wenige Tage nach der Tötung seines Vaters Ayatollah Ali Khamenei und wird zum wichtigsten politischen und religiösen Führer der Islamischen Republik Iran.

Nach dem Tod von Ali Khamenei wurde zunächst ein Übergangsrat gebildet. Der iranische Expertenrat, ein Gremium aus 88 schiitischen Geistlichen, hat die Entscheidung getroffen. Laut iranischer Verfassung bestimmt dieses Gremium den Revolutionsführer des Iran.

Der Oberste Führer gilt als mächtigste Autorität im iranischen Staat. Er entscheidet über zentrale Fragen der Außenpolitik, kontrolliert die Streitkräfte und hat das letzte Wort in wichtigen politischen Entscheidungen.

Mojtaba Khamenei: Wer der neue Oberste Führer des Iran ist

Mojtaba Khamenei ist der zweite Sohn von Ayatollah Ali Khamenei, der den Iran mehr als drei Jahrzehnte lang geführt hat.

Geboren wurde er 1969 in Mashhad. Er wächst in einer Familie auf, die zu den mächtigsten politischen Familien des Iran zählt. Schon früh bewegt sich Mojtaba Khamenei im politischen Umfeld der Islamischen Republik.

Seine Ausbildung führt ihn an religiöse Schulen und später an die bedeutenden schariarechtlichen Seminare in Qom, dem religiösen Zentrum des Iran. Dort studiert Mojtaba Khamenei islamisches Recht und entwickelt sich zum schiitischen Geistlichen.

Kriegserfahrung und religiöse Laufbahn

In den 1980er-Jahren erlebt Mojtaba Khamenei den Iran-Irak-Krieg. Als junger Mann hält er sich zeitweise an der Front auf.

Diese Kriegserfahrung prägt viele Politiker der iranischen Elite. Im politischen Selbstverständnis der Islamischen Republik gilt die Teilnahme am Krieg bis heute als Zeichen von Loyalität gegenüber dem Staat.

Später widmet sich Mojtaba Khamenei seiner religiösen Laufbahn. In den Seminaren von Qom unterrichtet er über Jahre islamisches Recht. Berichten zufolge erreicht er schließlich den Rang eines Ayatollah.

Der Sohn des Revolutionsführers

Obwohl Mojtaba Khamenei lange kein offizielles Regierungsamt innehat, gilt er seit Jahren als einflussreiche Figur im Machtapparat des Iran.

Er arbeitet im Büro seines Vaters und baut dort Kontakte zu wichtigen Institutionen des Staates auf. Besonders eng sind seine Verbindungen zum Korps der Islamischen Revolutionsgarden (IRGC) und zu sicherheitspolitischen Netzwerken.

Analysten sehen darin einen wichtigen Faktor für den politischen Einfluss von Mojtaba Khamenei. Über Jahre entsteht ein Netzwerk aus Geistlichen, Militärs und Sicherheitsbeamten.

Mojtaba Khamenei: Der Mann im Schatten der Macht

Der Name Mojtaba Khamenei taucht mehrfach im Zusammenhang mit politischen Machtkämpfen im Iran auf.

Während der Präsidentschaftswahl 2005 werfen ihm Kritiker vor, hinter den Kulissen Einfluss genommen zu haben. Auch während der Proteste nach der Wahl 2009 wird sein Name von Demonstranten skandiert.

Im Jahr 2019 verhängen die USA Sanktionen gegen Mojtaba Khamenei. Washington ist überzeugt, dass Mojtaba eine wichtige Rolle im Machtapparat seines Vaters spielt.

Wahl zum Revolutionsführer mitten im Krieg

Die Ernennung von Mojtaba Khamenei erfolgt in einer der angespanntesten Phasen der iranischen Geschichte. Der Konflikt zwischen Iran, Israel und den USA eskaliert weiter.

Sein Vater Ali Khamenei wurde bei Angriffen im Zuge des militärischen Konflikts zwischen Iran, Israel und den USA getötet. Kurz darauf tritt der Expertenrat zusammen, um einen neuen Revolutionsführer zu bestimmen.

Nach Beratungen fällt die Wahl auf Mojtaba Khamenei. „Der Name Khamenei wird weiterbestehen", kündigt ein Mitglied bereits zuvor via Video an.

Revolutionsgarden sichern Unterstützung zu

Nach seiner Ernennung erhält Mojtaba Khamenei rasch Unterstützung aus dem iranischen Machtapparat.

Die Revolutionsgarden erklären öffentlich ihre Loyalität gegenüber dem neuen Führer. Sie seien bereit, ihm „mit vollständigem Gehorsam und Selbstaufopferung zu folgen“. Diese Unterstützung gilt als entscheidend, weil die Revolutionsgarden eine zentrale Rolle in Politik, Wirtschaft und Militär des Iran spielen.

Kritik an möglicher dynastischer Nachfolge

Die Wahl von Mojtaba Khamenei sorgt auch im Iran für politische Kritik. Die Islamische Revolution von 1979 richtet sich ursprünglich gegen die monarchische Herrschaft im Iran. Dass nun der Sohn eines Revolutionsführers dessen Amt übernimmt, sehen Kritiker als Widerspruch zu den Idealen der Revolution.

Innerhalb des politischen Establishments gibt es ebenfalls Skepsis. Dennoch setzen wichtige Machtzentren auf Kontinuität im iranischen Machtapparat.

Eine neue Phase für den Iran

Mit Mojtaba Khamenei beginnt eine neue politische Phase im Iran. Der neue Revolutionsführer übernimmt die Macht in einer Zeit, in der das Land gleichzeitig mit Krieg, wirtschaftlichen Problemen und internationalem Druck konfrontiert ist. Die Lage gilt als weiter äußerst angespannt, der Iran-Krieg weitet sich inzwischen auch auf andere Regionen aus. Auch Österreich beobachtet die Sicherheitslage im Nahen Osten genau.

Wie Mojtaba Khamenei den Iran durch diese Krise führen wird, bleibt offen. Sicher ist jedoch: Mojtaba Khamenei könnte die Zukunft des Iran und die Stabilität im Nahen Osten entscheidend prägen.

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