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Silhouette von Roland Weißmann vor buntem Hintergrund – der ehemalige ORF-Chef trat nach Vorwürfen einer Mitarbeiterin zurück.
Der ehemalige ORF-Generaldirektor Roland Weißmann ist nach Vorwürfen sexueller Belästigung zurückgetreten.
Der ehemalige ORF-Generaldirektor Roland Weißmann ist nach Vorwürfen sexueller Belästigung zurückgetreten.
APA-Images / Heute / helmut graf

Roland Weißmann: Das wird ihm vorgeworfen

09.03.2026 um 12:08, Stefanie Hermann
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Gegen ORF-Chef Roland Weißmann stehen Vorwürfe sexueller Belästigung im Raum. Sein Anwalt widerspricht und spricht von einer überschießenden Reaktion.

Die Causa rund um Roland Weißmann sorgt weiter für großes Aufsehen im österreichischen Medienbereich. Gegen den ehemaligen ORF-Generaldirektor stehen Vorwürfe sexueller Belästigung im Raum.

Eine ORF-Mitarbeiterin soll dem damaligen Senderchef unangemessenes Verhalten zu Beginn seiner Amtszeit im Jahr 2022 vorgeworfen haben. Details zum konkreten Vorfall sind bislang nicht öffentlich bekannt. Klar ist jedoch: Die Anschuldigungen wurden erst in den vergangenen Tagen bekannt und führten schließlich zum Rücktritt von Roland Weißmann.

Welche Vorwürfe gegen Roland Weißmann erhoben wurden

Im Zentrum der Causa stehen Vorwürfe einer ORF-Mitarbeiterin, die dem damaligen Generaldirektor unangemessenes Verhalten vorwirft. Laut Berichten handelt es sich dabei um Vorwürfe sexueller Belästigung.

Der Vorfall soll sich 2022 kurz nach dem Amtsantritt von Roland Weißmann ereignet haben. Konkrete Details zum Ablauf sind bisher nicht öffentlich bekannt. Weißmann bestreitet die Vorwürfe. Für ihn gilt die Unschuldsvermutung.

Roland Weißmann bestreitet die Anschuldigungen

Der 57-Jährige lässt die Vorwürfe auch von seinem Anwalt entschieden zurückweisen. „Mein Mandant wurde vom Stiftungsrat darüber in Kenntnis gesetzt, dass ihm von einer Mitarbeiterin unangemessenes Verhalten zu Beginn seiner Amtszeit als Generaldirektor (2022) vorgeworfen wird“, erklärt Weißmanns Anwalt Oliver Scherbaum.

Nach Angaben des Juristen sei Weißmann eine Frist von wenigen Tagen gesetzt worden, um seinen Rücktritt zu erklären. Gleichzeitig habe es keine inhaltliche Überprüfung der Vorwürfe gegeben.

Anwalt kritisiert Vorgehen des Stiftungsrats

Laut Scherbaum liege seinem Mandanten bis heute der genaue vorgebrachte Sachverhalt nicht vor. Trotzdem habe sich Weißmann entschieden, sein Amt niederzulegen.

„Meinem Mandanten liegt bis heute der von der Mitarbeiterin genau vorgebrachte Sachverhalt nicht vor, dennoch war er, um Schaden vom Unternehmen abzuwenden, zu weitreichenden Zugeständnissen bereit.“

Der Rücktritt sei daher erfolgt, um weiteren Schaden vom ORF abzuwenden und die Situation nicht weiter zu eskalieren.

Einigung mit Mitarbeiterin laut Anwalt bereits erzielt

Der Anwalt erklärt außerdem, dass inzwischen eine Einigung mit der betreffenden Mitarbeiterin erzielt worden sei. Details zu dieser Vereinbarung wurden nicht veröffentlicht.

Zugleich kritisiert Scherbaum die öffentliche Diskussion rund um die Vorwürfe gegen Roland Weißmann. Die mediale Verbreitung der nicht aufgeklärten Anschuldigungen bezeichnet er als „überschießende Reaktion“.

Anwalt kündigt rechtliche Schritte an

Der Jurist schließt zudem rechtliche Konsequenzen nicht aus. Die öffentliche Wiedergabe der Vorwürfe könne die Persönlichkeitsrechte von Roland Weißmann verletzen.

„Die Wiedergabe der Vorwürfe durch Dritte verletzt massiv die Persönlichkeitsrechte meines Mandanten und wird zu entsprechenden rechtlichen Konsequenzen führen.“

Damit könnte der Fall Roland Weißmann Vorwürfe nicht nur politisch und medial, sondern auch juristisch noch ein Nachspiel haben. Wahrscheinlich ist das allerdings nicht. Als Generaldirektor des ORF stand Roland Weißmann an der Spitze des öffentlich-rechtlichen Rundfunks und in dieser Funktion im öffentlichen Interesse.

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