So funktioniert Death Cleaning

Wieso die Death Cleaning-Methode vor allem zu Jahresbeginn richtig gut ist. Und warum man dafür zwangsläufig auch nicht sterben muss.
Artikel von Passion-Autor: Jacqueline Klein, 13.01.2023 um 13:07 Uhr

Sobald ein neuer Lebensabschnitt beginnt, nehmen wir in gewisser Weise Abschied von alten Vorsätzen; vielleicht auch von eingefahrenen Gewohnheiten. Es ist eine Chance, wieder von ganz vorne zu beginnen und Dinge, die nicht gut gelaufen sind, zu verbessern oder ganz aus dem Leben zu verbannen – und das selbstverständlich ohne Gnade. Das wiederum heißt nichts anderes, als überflüssigen Ballast loszuwerden. Am besten beginnt man dabei im eigenen Zuhause. Welche Methode Sie für Ihren persönlichen Reset brauchen? Ganz klar: Sie nutzen für sich den Death Cleaning-Trend. Das ist eine Aufräum- und Ausmistmethode aus Schweden. Hierbei entscheiden Sie, was Sie noch brauchen und was nicht – und das optimalerweise noch vor Ihrem Tod. So werden Sie schnell alle Altlasten los und bekommen obendrauf noch mehr Platz in Ihrem Zuhause.

Was ist Death Cleaning?

Keine Angst, Sie müssen nicht kurz vor dem Tod stehen, um sich für Death Cleaning zu entscheiden. Es geht hier vielmehr um die Erkenntnis, in den letzten Jahren viel zu viel Kram angehäuft zu haben, der – seien wir ehrlich – Sie wahrscheinlich auch ein wenig unglücklich gemacht hat. Egal, ob physischer oder psychischer Ballast, mit zu viel Besitztümer um sich herum steigt die Sehnsucht, mit weniger Besitz leichter und vor allem zufriedener zu leben.

Schließlich hat es auch Vorteile, nicht permanent in einer vollgestopften Wohnung, im überquellenden Keller oder in der unordentlichen Küche nach Utensilien suchen zu müssen. Dabei heißt Death Cleaning nicht, alles zum Teufel zu jagen, was für Sie nicht eine emotionale Bedeutung hat. Sie sollen eher einen persönlichen Entscheidungsprozess anstoßen, um Besitztümer in Ihrem Zuhause zu hinterfragen und deren Nutzen abzuschätzen.

Umzugskartons stehen in einer Ecke | Credit: iStock.com/SeventyFour

Wie fängt man mit Death Cleaning an?

Der Begriff „Death Cleaning“ stammt im Großen und Ganzen von der schwedischen Autorin Margarete Magnusson. Sie empfiehlt, nur Dinge zu behalten, die man liebt und die einen langfristig glücklich machen. Selbstverständlich wird dies keine einfache Reise. Sie wird sogar höchst emotional; aber am Ende werden Sie bemerken, dass Death Cleaning, genau das war, was Sie für Ihr Heim gebraucht haben. Und mit diesen sieben Schritten klappt ein ballastfreies Zuhause und eine leichtere Zukunft bestimmt:

Schritt 1: Familie und Freunde involvieren

Ein wichtiger Teil des schwedischen Death Cleaning ist es, Freunde und Familie am Ausmisten zu beteiligen. So können Sie nicht nur unnötige Dinge schneller entsorgen, nein, Sie werden auch in der Lage sein, Erinnerungen mit Ihren Lieblingsmenschen zu teilen. Außerdem werden Ihnen die Meinungen Ihrer Liebsten helfen, Krempel zu entsorgen, zu verifizieren, was noch länger bleiben darf und vielleicht auch ein paar Sachen zu verschenken.

Drei Freunde sitzen zusammen und misten aus | Credit: iStock.com/Jelena Danilovic

Schritt 2: Weniger ist wirklich mehr

Ihr Kleiderschrank ist der Ort in Ihrem Zuhause, der am schnellsten entrümpelt werden kann. Und das auch noch mit jeder Menge Spaß. Wie? Erinnern Sie sich an Sex and the City, wenn Carry mit ihren Freundinnen ihre Klamotten ausmistet? Das können Sie ebenso mit Ihren Freunden machen. Öffnen Sie eine Flasche Wein und starten Sie Ihre Modenschau. So erfahren Sie, welche Outfits noch zu Ihnen passen und welche gespendet werden sollten.

Schritt 3: Dinge verschenken, macht glücklich

Sie haben von Ihrer Tante oder Großmutter ein edles Teeservice oder eine opulente Vase geerbt, können damit aber nicht wirklich mehr etwas anfangen? Dafür hat aber eines Ihrer Kinder oder jemand aus Ihrem Freundeskreis ein Lob ausgesprochen? Dann verschenken Sie die schönen Stücke. So liegen Interior-Gegenstände, Kleidung und Co. nicht mehr in Ihrem Zuhause herum. Aber auf der anderen Seite sind sie immer noch in sicherer Reichweite.

Frau ordnet ihre Kleidung | Credit: iStock.com/Halfpoint

Schritt 4: Erinnerungen sollen behalten werden

Wie schon erwähnt, kann das schwedische Death Cleaning ein sehr emotionaler Prozess sein. Denn immerhin wird es in Ihrem Zuhause viele Dinge geben, an denen Erinnerungen hängen. Aber genau diese Dinge müssen hervorgeholt werden, um zu entscheiden, ob Sie sie noch brauchen. Bilder von Ihren Großeltern sollen Sie natürlich behalten. Doch zahlreicher Nippes von Urgroßeltern zum Beispiel werden fotografiert und in einem Bildband abgelegt.

Schritt 5: Den Rest wegwerfen oder verkaufen

Wenn Sie alle Stücke in Ihrem Zuhause mit sentimentalem Wert beiseitegelegt haben, dann machen Sie vom Rest am besten zwei Abteilungen: wegwerfen oder verkaufen. Ja, das ist die höchste Form des Death Cleainings. Wenn Sie nicht in der Lage sind, Dinge wegzuwerfen, horten Sie diese bloß in Ihrer Garage für die nächsten zehn Jahre. Deshalb lautet die Devise: Gnadenlos wegwerfen und was noch gut ist, verkaufen. So verdienen Sie auch noch Geld.

Eine Kamera liegt auf einem Schreibtisch | Credit: iStock.com/SeventyFour

Schritt 6: Wichtiges für den Tod vorbereiten

Mittlerweile hat fast jeder ein kleines Büro für die Homeoffice-Tage zu Hause eingerichtet. Dort werden Dokumente und Passwörter für die Arbeit verwaltet und geordnet. Und jetzt die unschöne Frage: Haben Sie das auch mit Ihren persönlichen Dokumenten und Passwörtern gemacht? Nein? Dann ist auch hier Death Cleaning angesagt. Und zwar so richtig, denn das alles sind Nachweise, die Ihre Liebsten im Falle Ihres Todes tatsächlich brauchen.

Frau legt ihre Dokumente in Ordner ab | Credit: iStock.com/Cameravit

Schritt 7: Die Lösung liegt in der Regelmäßigkeit

Wie bereits vermutet, ist das schwedische Death Cleaning nicht morbide oder abartig. Es ist eine spezielle Art zu leben und vor allem leichter zu leben. Und natürlich ist es keine Entrümplungsmethode, die man erst kurz vor dem eigenen Tod machen sollte. Aber es kann nicht schaden, Death Cleaning auf die persönliche Bucket-List zu setzen. Denn nur wer regelmäßig das eigene Zuhause entrümpelt, lernt loszulassen und zu schätzen, was man hat.

Death Cleaning ist die schwedische Methode, sein altes Ich auszuradieren. Um nicht nur ein ordentliches Zuhause zu haben, sondern auch ein viel leichteres Leben.