Top 12: Die bekanntesten Weinsorten

Sie planen eine Weinverkostung oder ein Weinfestival zu besuchen? Und möchten Ihr Weinwissen auffrischen? Kein Problem, wir haben für Sie die bekanntesten Weinsorten zusammengefasst.
Autor: Jacqueline Klein, 20.05.2022 um 09:05 Uhr

Einst war die Weintraube eine wilde Waldpflanze. Doch heute zählt sie weltweit zur wichtigsten Kulturpflanze. Im Mittelalter gehörte Wein – sowie bei uns heute Wasser – zum täglichen Konsum dazu. Mittlerweile hat sich Wein aber zu einer reinen Genusssache entwickelt, für die Zeit und gerne auch Geld investiert wird. Weinliebhaber besuchen Weinverkostungen oder Weinfestivals im In- und Ausland, um sich mit Gleichgesinnten auszutauschen – und natürlich, um ein gutes Glas Wein zu genießen. Dabei geht es um Fragen wie „Was macht einen guten Wein aus?“ oder „Welche neuen Weine gibt es?“ und selbstverständlich wird auch der Frage „Was sind die besten Weinsorten?“ nachgegangen. Als Weinneuling hadert man mit der letzten Frage besonders oft. Damit Sie Ihr Wissen vertiefen können, haben wir eine Liste mit den bekanntesten Weinsorten zusammengestellt.

Wie erkennt man guten Wein?

Guten Wein zu erkennen und auf einem Weinfestival wie beispielsweise beim „Internationalen Roséweinfestival“ in der Steiermark mitzureden, könnte ganz einfach sein: Flasche öffnen, Glas einschenken, ansehen, riechen, trinken und darüber reden. Doch so leicht ist es nicht. Weshalb es von Vorteil ist, wenn Sie sich mit den folgenden drei Punkten genauer auseinandersetzen:

  • Die Flasche: Auf dem Etikett sollten Jahrgang, Rebsorte, Geschmacksangabe, Alkoholgehalt, Weingut, Herkunft, Qualitätsstufe und Zusatzstoffe aufgezeigt sein.
  • Der Geschmack: Hierbei sollte man sich selbst die Frage stellen, ob man trockene, feinherbe, halbtrockene oder liebliche Weine bevorzugt.
  • Das Preis-Leistungs-Verhältnis: Der Preis sagt meist wenig über die Weinqualität aus. Sie müssen entscheiden, ob Sie seltene und teure Weine aus dem Ausland bevorzugen oder ob Ihr Lieblingswein auch aus dem eigenen Land kommen darf.

Denn gut ist, was einem schmeckt. Allerdings gibt es Weine, die zu den besten unter ihresgleichen zählen. Welche die bekanntesten Weiß- und Rotweine sind, haben wir für Sie aufgelistet:

Weintrauben mit zwei Weingläser | Credit: iStock.com/gkrphoto

Was sind die bekanntesten Weißweine?

In Österreich sind für die Produktion von Qualitätsweißweinen 26 Rebsorten zugelassen. Darunter fallen autochthone Rebsorten wie Grüner Veltliner, Zierfandler oder Rotgipfler. Diese Rebsorten findet man fast ausschließlich in Österreich. Doch auch internationale Rebsorten wie Riesling oder Sauvignon Blanc sind bereits heimisch geworden – zu den bekanntesten Weißweinsorten zählen demnach:

Chardonnay

Chardonnay ist die bekannteste der weißen Rebsorten, da sie zusammen mit Pinot Meunier und Pinot Noir in der Champagner-Herstellung verwendet wird. Sie stammt aus dem Burgund in Frankreich, wird aber in Österreich und vor allem in der Steiermark als „Morillon“ bezeichnet. Je nach Reifegrad entstehen entweder dünne und grasige Weine oder wie es bei voller Reife der Fall ist, wuchtige Weine. Der Chardonnay steht für Weißweine von hoher Qualität. Kennzeichnend für Chardonnay ist der leicht butterige Geschmack.

Grauburgunder

Der Grauburgunder kam wahrscheinlich schon im 13. oder 14. Jahrhundert von Zisterziensermönchen aus dem Burgund nach Österreich. In Deutschland kennt man ihn unter dem Namen „Ruländer“ und in Frankreich unter „Pinot Gris“. Bei früher Lese werden die Weine leicht und spritzig. Sie können aber auch aufgrund der Edelfäule kräftige Aromen wie Birne, Feige oder Honig entwickeln. Ihre Spanne reicht von süßlichen bis zu trockenen Jahrgängen.

Mann und Frau trinken Weißwein | Credit: iStock.com/jacoblund

Muskateller

Beim Muskateller oder Muscat wird zwischen Roter und Gelber Muskateller unterschieden. Diese Rebsorte zählt zu den ältesten Rebsorten überhaupt und stammt wahrscheinlich aus Italien oder Griechenland. Der Muskateller liefert den typischen Muskatduft und -geschmack. Oft besitzt er auch eine Note mit Orangenblüten. Von trockenen Weinen über Dessertweine bis hin zu Eiswein – die Vielseitigkeit der Muskateller erlaubt eine Fülle von Verarbeitungsmöglichkeiten.

Riesling

Der Riesling ist eine der edelsten Rebsorten und stammt vermutlich aus Norditalien. Die Riesling-Traube liefert Weine mit höherem Säuregehalt und fruchtigem Bukett nach grünem Apfel und Zitrus – sie sind sehr frische Weine. In Österreich werden trockene Welschrieslinge bevorzugt in der Weinregion Steiermark angebaut und dürfen bei keiner Weinverkostung fehlen. Prädikatsweine aus dieser Sorte zählen hingegen zu den bekanntesten Süßweinen. Riesling-Weine eignen sich aber auch sehr gut für die Sektherstellung.

Sauvignon Blanc

Die Rebsorte Sauvignon Blanc ist in Frankreich – genauer an der Loire – zu Hause. In der Steiermark wurde die Weinsorte von Erzherzog Johann im 19. Jahrhundert unter dem Namen Muskat-Sylvaner eingeführt. Ihr Aroma ähnelt dem von Stachelbeeren, Schwarzen Johannisbeeren und sogar dem von tropischen Früchten. Leider kann sie auch grasig sein. Der Wein aus der Sauvignon Blanc-Traube ist reich an erfrischender Säure. Im Geschmack wird er als kräftig und würzig beschrieben.

Mann schenkt Weißwein in Glas ein | Credit: iStock.com/IL21

Traminer

Der Traminer hat seinen Ursprung in Südosteuropa und kam bereits im Mittelalter in Südtirol vor. Der Ortschaft Tramin verdankt diese Rebsorte auch ihren Namen. Unterschieden wird zwischen Roter Traminer, Gewürztraminer und Gelber Traminer. Der Traminer ist eine Spezialsorte für hochreife Bukettweine; dazu ist er säurearm, aber reich an Aromen. Er hat einen besonderen Duft, der an Rosenwasser, Litschis, Orangenblüten, Veilchen, Zimt und sogar an Muskat erinnern kann.

Was sind die bekanntesten Rotweine?

In Österreich dürfen 14 rote Rebsorten für die Produktion von Qualitätswein verwendet werden. Wobei der Zweigelt – eine österreichische Züchtung – die häufigste rote Rebsorte darstellt. Autochthone Rebsorten wie Blaufränkisch oder St. Laurent bekommen mittlerweile auch weltweite Aufmerksamkeit. Internationale Sorten wie Cabernet Sauvignon und Merlot werden für Cuvées (das ist ein Wein, der aus verschiedenen Rebsorten zusammengestellt wird) mit heimischen Rebsorten eingesetzt – somit zählen zu den bekanntesten Rotweinsorten:

Cabernet Sauvignon

Sie ist die berühmteste Rotweinrebe der Welt und stammt aus Bordeaux in Frankreich. Seit 1986 ist die Weinsorte für österreichischen Qualitätswein zugelassen. Als Jungwein hat er ein kräftiges, fruchtbetontes Bukett und zeigt sich am Gaumen rau und gerbstoffbetont. Im Laufe seiner Reifung gewinnt ein guter Cabernet Sauvignon feine Röstaromen. So entsteht ein kräftiges Aroma von Schwarzen Johannisbeeren, Vanille oder Lakritze – und sogar Paprika ist möglich.

Rotwein mit Käse | Credit: iStock.com/Michał Chodyra

Merlot

Merlot zählt zu den beliebtesten französischen Weinen. Ursprünglich dürfte er aus Bordelais stammen. Doch heutzutage ist diese Rebsorte speziell rund um das Weinanbaugebiet Bordeaux zu finden. Der Wein der Merlot-Traube entwickelt intensive Fruchtaromen wie Kirschen, Pflaumen und Schwarze Johannisbeeren. Dazu kommen oft Gewürzaromen wie Zimt und Nelken. Die Trauben sind sehr zuckerhaltig, weshalb Weine mit hohem Alkoholgehalt entstehen.

Pinot Noir

Pinot Noir oder auch Spätburgunder ist nicht nur eine der edelsten Rotweintrauben der Welt, sondern auch die älteste. Allerdings gilt diese Sorte als sehr empfindlich, was den Anbau betrifft. Die Rebsorte ist vor allem in kühleren Weinbaugebieten wie im französischen Burgund beheimatet. Im jungen Wein finden sich Noten von Sommerfrüchten wie Erdbeeren, Waldbeeren, Kirschen oder Pflaumen; während mit zunehmender Reife herbstliche Aromen wie Süßholz, Wild oder Waldboden zutage treten.

Sangiovese

Sie ist die italienische Edelrebe und liefert die weltberühmten Weine aus der Toskana. Diese Weinsorte ist Grundlage für den bekannten Rotwein Chianti, dessen Aromen an Amarenakirschen, Brombeeren, Blaubeeren, Johannisbeeren und Preiselbeeren erinnern. Doch auch würzige Aromen wie Lakritz, Leder, Tabak und Nelken sind möglich. Ebenso entwickeln die Jungweine eine eigene Duftnote, die an Veilchen denken lässt. Die Sangiovese-Rebe bringt zudem sehr kräftige Weine hervor.

Zwei Männer halten Rotweingläser in der Hand | Credit: iStock.com/LightFieldStudios

Shiraz

Diese Rebsorte wird an der nördlichen Rhône in Frankreich angebaut. Dort heißt sie aber Syrah. Aus dieser Rebe entstehen intensive Weine mit einer tiefroten bis schwarzen Farbe. Das Aromaspektrum dieses Weines umfasst Blumen wie Veilchen oder Nelken, Beeren wie Johannisbeeren und dunklen Waldfrüchten sowie Gewürze wie Rosmarin. Oft wird dieser Wein mit sehr intensiven Düften nach Unterholz, Leder und Tabak gepaart. Auf jeden Fall zählen Shiraz-Weine zu den Edelweinen.

Tempranillo

Tempranillo ist die Rebsorte in Spanien schlechthin. Temprano bedeutet „früh“. Dies zeigt, dass der Tempranillo eine frühreifende Traubenart ist. Diese Sorte entfaltet sich besonders gut im kühlen Norden des Landes und erhält dort ein sattes Beerenaroma. Durch den Ausbau im Barriquefass entwickelt der Wein einen Vanille-, Zimt- und Tabakton. Beim jungen Tempranillo zeigen sich zudem Aromen von frischen Erd- oder Himbeeren. Bei gereiften Sorten treten hingegen Kirschnoten in den Vordergrund.

Doch muss es nicht immer ein Weiß- oder Rotwein sein. In den letzten Jahren erfreuen sich auch Roséweine immer mehr an Beliebtheit. Die beliebtesten Sorten in Österreich sind der Schilcher aus der Steiermark und Blaufränkisch- oder Zweigelt-Rosé aus dem Burgenland.