Schlafmangel – Welche Auswirkungen hat zu wenig Schlaf?

Immer mehr Menschen leiden in heutiger Zeit unter zu wenig Schlaf. Folglich stehen Schlafstörungen am Programm. Zu spät ins Bett gehen, dann viel zu früh aufstehen oder generell eine sehr kurze Nachtruhe, um mehr Zeit für andere – wichtigere – Dinge zu haben, sind oftmals typische Ursachen für Schlafmangel. Betroffene versuchen diesen Teufelskreis mit Kaffee oder Sport auszugleichen, um schnell munter zu werden. Dass Schlafmangel aber gravierende Folgen für Körper und Seele mit sich bringt, wissen nur wenige Menschen. Meist finden sie es erst heraus, wenn die ersten Symptome auftreten.

Was ist Schlafmangel?

Der Kraftstoff, der den menschlichen Körper antreibt, ist Schlaf. Schlaf sorgt für Energie, Kraft und Ausdauer. Wird nicht ausreichend Kraftstoff nachgeliefert – also zu wenig geschlafen –, fällt die eigene Leistung rapide ab. Unter Schlafmangel leidet jemand, der mindestens dreimal pro Woche über einen längeren Zeitraum hinweg über Ein- und Durchschlafstörungen sowie über frühmorgendliches Erwachen klagt. Von einer Schlafstörung spricht man, wenn zu diesen Schlafproblemen auch noch psychisches Unwohlsein hinzukommt.

Schlafprobleme | Credit: iStock.com/Hazal Ak

Welche Ursachen hat Schlafmangel?

Schlaf wird von den meisten Menschen nicht richtig geschätzt. In unserer 24-Stunden-Non-Stop-erreichbar-sein-Gesellschaft hat er seinen Stellenwert verloren. Der Job, die Hobbys und das Internet haben dazu beigetragen, dass zu wenig Schlaf gesellschaftskonform wurde. Vor allem das Smartphone agiert als Schlafräuber und ist Hauptgrund für einen schlechten Schlaf.

Der menschliche Schlaf-Wach-Rhythmus ist sehr störanfällig und sorgt schnell für Probleme. Zu wenig oder schlechter Schlaf kann eine Vielzahl an Ursachen haben. Die gängigsten Ursachen für anhaltende Schlaflosigkeit sind emotionale Belastungen, Stress, eine schlechte Ernährung bzw. zu deftige und große Mahlzeiten am Abend, der Genuss von zu viel Alkohol oder Kaffee und eine schlechte Schlafhygiene – darunter fällt beispielsweise ein zu warmes Schlafzimmer oder elektronische Geräte.

Frau kann nicht schlafen | Credit: iStock.com/Ridofranz

Welche Symptome treten bei Schlafmangel auf?

Schon ab einer Nacht mit zu wenig Schlaf können Symptome wie Stimmungsschwankungen, Konzentrationsschwäche, Aufmerksamkeitsdefizit und Leistungsminderung in Erscheinung treten. Ein lang anhaltender Schlafmangel führt zudem zu Vergesslichkeit. Außerdem klagen Betroffene über Sekundenschlaf, was beispielsweise bei der Autofahrt zur Arbeit sehr schnell gefährlich werden kann. Zu diesen Symptomen gesellen sich ebenso vermehrter Hunger und schlechte Haut.

Englische Schlafforscher haben herausgefunden, dass bereits 24 Stunden ohne Schlaf eine ähnliche Auswirkung hat wie 1 Promille Alkohol im Blut. Die ersten Symptome von Schlafmangel sollten deshalb nicht ignoriert werden. Denn auch Kopfschmerzen, Übelkeit und anhaltender Schwindel sind keine Seltenheit. Vorschlafen oder nachschlafen, um zu wenig Schlaf auszugleichen, das funktioniert übrigens nicht. Wer auf Dauer zu wenig schläft, riskiert weitreichende Folgen für seine Gesundheit.

Depressiver Mann | Credit: iStock.com/Rawpixel

Schlafstörungen: Was sind die Folgen?

Unbehandelte Schlafstörungen begünstigen das Auftreten von psychischen Erkrankungen wie Depressionen. Psychische Erkrankungen und Schlafprobleme gehen fast immer miteinander einher. Meist kündigen sich Depressionen mit frühmorgendlichem Erwachen an. Ein anhaltender Schlafmangel schlägt aber nicht nur auf die Psyche, sondern auch auf das Gehirn. Bekommt das Gehirn zu wenig Schlaf, mindert dies Lern- und Gedächtnisprozesse. Wer nicht genügend schläft, riskiert mitunter ein höheres Risiko für Herz-Kreislauf- und Stoffwechselerkrankungen. Herzinfarkte, Bluthochdruck und Diabetes sind die Folgen. Des Weiteren schwächt zu wenig Schlaf das Immunsystem und fördert somit Infektionskrankheiten.

Tipps: Welche Hausmittel können bei Schlafstörungen helfen?

Es gibt durchaus verschiedene Mittel, die gegen Schlafstörungen helfen können. Eine Schlafmaske zum Beispiel verhindert den Lichteinfall ins Auge und fördert so die Produktion des Schlafhormons Melatonin. Auch Ohrstöpsel können hilfreich sein, dass man trotz Umgebungslärm durchschläft. Ein pflanzliches Schlafmittel zum Durchschlafen ist Baldrian. Als Kapsel für die Nacht hilft er beim Entspannen und macht im Gegensatz zu Schlaftabletten nicht süchtig. Allerdings wirken Baldrian-Kapseln erst nach regelmäßiger Einnahme über einen gewissen Zeitraum. Einschlaf-Sprays mit Inhaltsstoffen wie Melatonin, Passionsblume und Melisse beruhigen und unterstützen ebenfalls einen guten Schlaf.

Baldrian-Kapseln | Credit: iStock.com/epantha

Schlafmangel: Was kann ein Arzt tun?

Wer anhaltende Schlafprobleme beheben möchte, geht im Zweifelsfall am besten zum Arzt. Nur er kann Schlafprobleme auf Dauer lösen, bevor sie zu einem chronischen Problem werden. Hierbei ist es hilfreich, wenn Betroffene ihr Schlafverhalten mittels Tagebuch genau dokumentieren. Denn es kann sein, dass der Arzt Sie bitten wird, einen Fragebogen auszufüllen, der mit einem Schlaftagebuch natürlich viel genauer ausfällt und eine bessere Diagnose ermöglicht. Um körperliche Ursachen für die Schlafstörung auszuschließen, ordnet der Arzt eventuell einen Bluttest, die Messung der Hirnströme oder der Herzfrequenz an. Schlaftabletten wird Ihr Arzt aber nur im äußersten Notfall verschreiben, da diese auf Dauer mehr Nach- als Vorteile haben.

Hilfe bei Schlafstörungen finden Sie auch in einem medizinischen Schlaflabor. Aber egal, in welcher medizinischen Einrichtung Sie sich Hilfe gegen Ihren Schlafmangel suchen, wichtig ist, dass Sie es tun. Denn letzten Endes ist ein erholsamer Schlaf nun mal die beste Medizin.

Autor: Jacqueline Klein, 05.01.2022