Direkt zum Inhalt
Ryanair Flugzeug im Landeanflug als Symbol für Streit um Luftverkehrssteuer in Österreich
Ryanair setzt Österreich mit einem Ultimatum unter Druck und knüpft Milliarden-Investition an Abschaffung der Luftverkehrssteuer
Ryanair setzt Österreich mit einem Ultimatum unter Druck und knüpft Milliarden-Investition an Abschaffung der Luftverkehrssteuer
Bradley Caslin / iStock

Ryanair stellt Österreich Ultimatum: Milliarden-Investition in Wien in Gefahr

30.03.2026 um 16:50, Stefanie Hermann
min read
Ryanair erhöht den Druck auf Österreich: Fällt die Flugsteuer nicht bis 1. Mai, droht der Stopp einer Milliarden-Investition in Wien.

Der Streit um die Luftverkehrssteuer spitzt sich zu: Ryanair stellt Österreich ein klares Ultimatum. Bis zum 1. Mai müsse die Bundesregierung die Abgabe von zwölf Euro pro Passagier abschaffen. Andernfalls droht die Airline mit einem Stopp geplanter Investitionen am Standort Wien.

Damit verschärft Europas größter Billigflieger den Konflikt mit der Politik deutlich und knüpft wirtschaftliche Zusagen jetzt direkt an politische Entscheidungen.

Milliarden-Investition an Steuer-Aus geknüpft

Konkret geht es um den Ryanair-Investitionsplan in Höhe von rund 868 Millionen Euro. Ryanair will zehn zusätzliche Flugzeuge in Wien stationieren und das Angebot nach der Kürzung im vergangenen Jahr erneut deutlich ausbauen. Voraussetzung dafür ist jedoch die vollständige Abschaffung der Luftverkehrssteuer.

Bleibt die Abgabe bestehen, steht dieses Wachstum auf der Kippe. Für den Standort Wien wäre das ein herber Rückschlag im internationalen Wettbewerb. Laut Ryanair sind die zusätzlichen Flugzeuge bereits bestellt. Die Expansion sei konkret geplant und könne kurzfristig umgesetzt werden – allerdings nur bei entsprechenden politischen Rahmenbedingungen.

Ryanair übt scharfe Kritik an Österreich

Die Standortkosten müssten radikal runter, stellt Ryanair dazu heute klar. Konkret fordert die irische Billig-Airline die vollständige Abschaffung der Luftverkehrssteuer. Die Regierung prüfe die Steuer lediglich, statt sie wie andere Länder abzuschaffen, kritisiert Ryanair-Manager Andreas Gruber die Haltung der Bundesregierung deutlich.

Länder wie die Slowakei, Schweden oder Teile Italiens haben vergleichbare Abgaben bereits gestrichen.

Österreich prüft Abschaffung

Seitens der Bundesregierung zeigt man sich hinsichtlich der Drohung unbeeindruckt: "Wir lassen uns sicher nicht erpressen", so SPÖ-Verkehrssprecher Wolfgang Moitzi gegenüber der Tageszeitung heute. "In Österreich machen immer noch die Österreicher die Gesetze, nicht eine irische Billigfluglinie. Jeder noch so kleine Betrieb in Österreich zahlt Steuern und Abgaben. Auch ein Konzern-Multi wie Ryanair ist davon nicht ausgenommen. Punkt!“

. Angesichts des weiter klaffenden Budgetlochs scheint die Abschaffung einer zudem ökologisch gekoppelten Steuer wenig wahrscheinlich. Jährlich nimmt die Republik über die Luftverkehrssteuer rund 150 Millionen Euro ein.

Ryanair zieht sich langsam aus Österreich zurück

Bereits im November ist Ryanair-Chef Michael O’Leary, der bekannt ist für öffentliche Angriffe auf Regierungen, um Kosten an Standorten zu senken, überaus deutlich geworden: Bundeskanzler Christian Stocker (ÖVP) nannte er faul und nicht in der Lage, für Wachstum in Österreich zu sorgen.

„Sleepy Stocker muss Österreichs schädliche Zwölf-Euro-Luftverkehrssteuer vollständig abschaffen“, so der Ire gegenüber der Presse.

Im Herbst wurde das Angebot am Flughafen Wien reduziert, mehrere Flugzeuge wurden abgezogen und Strecken gestrichen. Ohne Abschaffung der Abgabe könnten laut Ryanair nicht nur das Angebot verringert werden, sondern künftig auch die Ticketpreise steigen.

Kritik an Standortkosten am Flughafen Wien

Mit der Kritik an Österreich steht Ryanair nicht alleine da. Auch andere Billig-Airlines können der Kostenpolitik in Schwechat wenig abgewinnen. Harte Konsequenzen hat bereits die ungarische Billig-Airline Wizz Air gezogen. Sie hat ihre Wien-Basis im März endgültig aufgegeben.

Drohung für Luftfahrtstandort Österreich

Mit dem Ultimatum bis 1. Mai erhöht Ryanair den Druck auf die Bundesregierung massiv. Bleibt eine Entscheidung aus, drohen nicht nur ausbleibende Investitionen, sondern auch ein weiterer Rückgang des Flugangebots in Wien. Für den Luftfahrtstandort Österreich könnten die kommenden Wochen entscheidend sein.

more