Milliarden-Rekord: Warum die Nvidia-Aktie trotzdem schwächelt
- Nvidia-Aktie: Chiphersteller erreicht Umsatzrekord
- KI-Boom bleibt wichtigster Wachstumstreiber
- China und Exportauflagen belasten Nvidia Aktie
- Milliardendeals und Konkurrenzdruck
- Börsenreaktion auf die Rekordzahlen
- FAQ: Nvidia-Aktie
Die Nvidia-Aktie gibt Anlegern nach dem gestern vermeldeten historischen Quartalsergebnis Grund zum Jubeln. Mit einem Rekordumsatz, hohen Margen und einem ungebrochenen KI-Boom festigt der Chipkonzern seine Marktführerschaft. Geopolitische Risiken und zunehmender Wettbewerb bleiben allerdings bestehen, warnt das Unternehmen.
Nvidia-Aktie: Chiphersteller erreicht Umsatzrekord
Für Nvidia-Aktionäre läuft es ausgesprochen gut: Die gestern veröffentlichten Quartalszahlen übertreffen selbst optimistische Prognosen bei Weitem. US-Chiphersteller Nvidia meldet für das vierte Geschäftsquartal 2026 mit einem Zuwachs von 73 Prozent im Vergleich zum Vorjahr einen Rekordumsatz von 68,1 Milliarden Dollar (62,65 Milliarden Euro).
Der bereinigte Gewinn liegt bei 1,62 Dollar (1,49 Euro) je Aktie, der GAAP-Gewinn bei 1,76 Dollar. Für das gesamte Geschäftsjahr summieren sich die Erlöse auf satte 215,9 Milliarden Dollar (198,63 Milliarden Euro), rund 65 Prozent mehr als im Vorjahr.
KI-Boom bleibt wichtigster Wachstumstreiber
„Die Nachfrage nach Rechenleistung wächst exponentiell“, sagt Konzernchef Jensen Huang. Unternehmen weltweit investieren Milliarden in Hochleistungsrechner für Künstliche Intelligenz.
Das Data-Center-Segment von Nvidia erzielt allein im Quartal 62,3 Milliarden Dollar (57,321 Milliarden Euro) Umsatz und bleibt damit der wichtigste Ertragsfaktor. Die operative Marge liegt bei rund 75 Prozent, für die Halbleiterbranche, die üblicherweise mit geringen Margen operiert, ist das ein außergewöhnlich hoher Wert. Für das laufende Quartal erwartet Nvidia rund 78 Milliarden Dollar (71,76 Milliarden Euro) Umsatz.
China und Exportauflagen belasten Nvidia-Aktie
Trotz der Erfolge bleibt das China-Geschäft ein Unsicherheitsfaktor. Wegen US-Exportbeschränkungen darf Nvidia dort nur abgeschwächte Versionen seiner KI-Chips anbieten. Das Unternehmen bezeichnet die Auflagen als „nicht praktikabel“. In der Umsatzprognose sind China-Erlöse daher nicht enthalten. Für die Nvidia-Aktie bedeutet das: kurzfristig kein Einfluss auf die Gesamtbilanz, langfristig aber ein potenzielles Risiko, falls der chinesische Markt stärker abgeschottet wird.
Milliardendeals und Konkurrenzdruck
Aktuell arbeitet Nvidia an einer strategischen Beteiligung bei OpenAI im Wert von rund 27,6 Milliarden Euro. Parallel übernimmt der Konzern den Chipentwickler Groq – laut Unternehmensunterlagen im Volumen von etwa 12 Milliarden Euro; Medienberichten zufolge könnten sogar bis zu 20 Milliarden Dollar fließen. Ziel ist es, die Position im Inferenz-Geschäft weiter zu stärken.
Zugleich wächst aber auch der Konkurrenzdruck: AMD hat mit Meta einen Vertrag über rund 55,2 Milliarden Dollar abgeschlossen und positioniert sich damit auch künftig als ernsthafte Alternative.
Börsenreaktion auf die Rekordzahlen
Die Reaktion der Anleger auf die Umsatzzahlen fällt gemischt aus. Analysten loben die Rekordzahlen, fordern aber zugleich mehr Transparenz im Ausblick.
Nachbörslich ist die Nvidia-Aktie zunächst um rund 3,5 Prozent gestiegen. Die eher ernüchternde Investorenkonferenz kurz nach Veröffentlichung der Umsatzzahlen hat der Freude aber einen raschen Dämpfer versetzt.
Nvidia-Finanzchefin Colette Kress zeigte sich gegenüber den Aktionären realistisch in Hinblick auf den zunehmenden Wettbewerb. Der Markt für KI-Hardware sei „dynamischer und komplexer denn je“. Im Anschluss an den Call hat der Kurs wieder leicht nachgegeben, im Vergleich zum regulären Handel ist die Aktie sogar leicht ins Minus gerutscht.
Grund zur Beunruhigung sehen Experten darin nicht. Trotz kurzfristiger Schwankungen bleibt Nvidia mit einer Marktkapitalisierung von rund 4,42 Billionen Euro das wertvollste Unternehmen der Welt.
FAQ: Nvidia-Aktie
Welche Rekordzahlen meldet Nvidia zuletzt?
Nvidia meldet im vierten Quartal 2026 einen Rekordumsatz von 68,1 Milliarden US-Dollar (+73 Prozent). Für das Gesamtjahr werden 215,9 Milliarden US-Dollar Umsatz genannt.
Was treibt den Rekord bei der Nvidia-Aktie?
Der Bedarf an KI-Rechenleistung und der Ausbau neuer Rechenzentren treiben das Geschäft. Im Data-Center-Bereich erzielt Nvidia im Quartal 62,3 Milliarden US-Dollar Umsatz.
Wie hoch sind die Margen bei Nvidia?
Die Bruttomarge liegt im Quartal bei rund 75 Prozent. Für das laufende Quartal wird eine bereinigte operative Gewinnmarge von etwa 74,9 bis 75 Prozent erwartet.
Welche Prognose gibt Nvidia für das nächste Quartal ab?
Nvidia peilt Erlöse von 78 Milliarden US-Dollar an, mit einer Schwankungsbreite von zwei Prozent.
Was ist mit dem China-Geschäft von Nvidia?
US-Exportbeschränkungen belasten das Geschäft. In den Zielen für das laufende Quartal sind deshalb keine Einnahmen aus einer Wiederaufnahme der China-Exporte enthalten.
Was ist zum OpenAI-Thema bekannt?
Die geplante Partnerschaft mit OpenAI soll kurz vor dem Abschluss stehen. In einer Pflichtveröffentlichung heißt es zugleich, es gebe keine Garantie für eine Einigung. Als mögliches Volumen werden 30 Milliarden US-Dollar genannt.
Welche Rolle spielt Groq?
Nvidia plant Groq für bis zu 20 Milliarden US-Dollar zu übernehmen. Groq-Produkte sind für Inferenz, also den Betrieb bereits trainierter KI-Modelle, optimiert.
Quellen und weiterführende Informationen
- Nvidia Newsroom – Quartalsergebnisse (Februar 2026): Offizielle Mitteilung zu den Finanzzahlen des vierten Quartals und des Geschäftsjahres 2026.
- Nasdaq – Nvidia (NVDA): Aktuelle Kursinformationen, Marktkapitalisierung und Handelsdaten der Nvidia-Aktie.
- The Economist – The World in Brief: Überblick über aktuelle internationale Wirtschaftsmeldungen, inklusive Nvidia-Berichterstattung.