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Wechsel an die administrative Spitze des Hohen Hauses: Sektionschef Roland Weinert übernimmt ab 1. August 2026 das Amt als Parlamentsdirektor.
Wechsel an die administrative Spitze des Hohen Hauses: Sektionschef Roland Weinert übernimmt ab 1. August 2026 das Amt als Parlamentsdirektor.
APA-Images / OTS / Ludwig Schedl

Paukenschlag: Ex-Strache-Mann wird Parlamentsdirektor

22.05.2026 um 11:24, Marcel Toifl
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Personalentscheidung im Hohen Haus: Der Jurist Roland Weinert wird neuer Parlamentsdirektor. Nationalratspräsident Rosenkranz beruft den Ex-Strache-Mitarbeiter.

Im österreichischen Parlament steht eine fundamentale personelle Neubesetzung an der Spitze der Beamtenschaft bevor. Nationalratspräsident Walter Rosenkranz (FPÖ) hat eine wegweisende Entscheidung getroffen und den erfahrenen Juristen Roland Weinert zum neuen Parlamentsdirektor ernannt. Damit übernimmt Weinert ab dem Spätsommer den Posten des höchsten Parlamentsbeamten im Hohen Haus.

Unabhängige Kommission: Einziger Bewerber mit Bestnote

Die Besetzung des prestigeträchtigen Postens erfolgte über ein offizielles Ausschreibungsverfahren, bei dem sich insgesamt elf Kandidatinnen und Kandidaten beworben hatten. Wie die Parlamentsdirektion in einer offiziellen Aussendung mitteilte, ging der gebürtige Linzer als klarer Sieger aus dem Hearing hervor:

Weinert sei aus den elf Bewerbungen „von einer unabhängigen Kommission als einziger als in höchstem Ausmaß geeignet auserkoren“ worden, ließ Nationalratspräsident Walter Rosenkranz verkünden.

Von Riess-Passer über Strache an die Ministeriumsspitze

Der zukünftige Spitzenbeamte ist im politnahen Umfeld und in der österreichischen Bundesverwaltung alles andere als ein Unbekannter. Roland Weinert blickt auf eine jahrzehntelange Karriere in verschiedenen Schlüsselpositionen zurück:

  • Karriere-Einstieg: Weinert begann seine Laufbahn als Kabinettsmitarbeiter der damaligen FPÖ-Vizekanzlerin Susanne Riess-Passer (heute Riess-Hahn).
  • Sicherheits- und Sozialressort: Spätere berufliche Stationen führten den studierten Juristen zur Bundespolizei sowie in das Sozialministerium.
  • Spitzenpolitik: Von Ende 2017 bis 2019 fungierte er unter der schwarz-blauen Bundesregierung als Generalsekretär und zeitweise auch als Kabinettschef von Vizekanzler Heinz-Christian Strache im Bundesministerium für öffentlichen Dienst und Sport.
  • Sektionschef: Im Anschluss an seine politische Tätigkeit im Vizekanzler-Kabinett wechselte er dauerhaft in die Verwaltungsebene und leitete in mehreren Ministerien die wichtige Präsidialsektion – zuletzt als Sektionschef im ÖVP-geführten Wirtschaftsressort.

Politischer Hintergrund und Nachfolge

Roland Weinert gilt als FPÖ-nah, ist Burschenschafter und hat in seiner niederösterreichischen Heimatgemeinde Breitenfurt einst eine freiheitliche Ortsgruppe gegründet. Er tritt seine neue Funktion als Parlamentsdirektor offiziell mit Wirksamkeit vom 1. August 2026 an. Er folgt damit auf den langjährigen Parlamentsdirektor Harald Dossi, der planmäßig in den dauerhaften Ruhestand tritt.

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