Extrem gefährlich: Terrorprozess nach Villach-Attentat gestartet
- Terrorprozess in Klagenfurt gestartet
- Mord und Terrorvorwürfe nach Angriff
- Angeklagter hinter Glas und in Fesseln
- Strenge Regeln für Medien und Publikum
- Ablauf des ersten Verhandlungstags
- Urteil erwartet: Lebenslange Haft möglich
Terrorprozess Villach: Mehr als ein Jahr nach dem Terroranschlag in Villach hat am Mittwoch am Landesgericht Klagenfurt der Prozess gegen einen 24-jährigen Syrer begonnen. Der Angeklagte gilt als extrem gefährlich, weshalb die Verhandlung unter außergewöhnlich hohen Sicherheitsvorkehrungen stattfindet.
Terrorprozess in Klagenfurt gestartet
Rund um das Gerichtsgebäude sind zahlreiche Polizeikräfte im Einsatz. Zusätzlich wurde eine Innen- und Außensicherung eingerichtet, auch Sondereinheiten sind vor Ort. Bereits beim Einlass werden alle Besucher streng kontrolliert. Elektronische Geräte müssen abgegeben werden, der Zugang erfolgt nur unter strengen Auflagen.
Mord und Terrorvorwürfe nach Angriff
Dem Angeklagten werden Mord, mehrfacher Mordversuch sowie terroristische Straftaten vorgeworfen. Hintergrund ist ein Angriff am 15. Februar 2025 in der Villacher Innenstadt.
Dabei soll der damals 23-Jährige mit einem Klappmesser auf Passanten eingestochen haben. Ein 14-jähriger Schüler wurde getötet, fünf weitere Personen teils lebensgefährlich verletzt.
Der mutmaßliche Täter wurde durch das Eingreifen eines Essenszustellers gestoppt, der ihn mit seinem Fahrzeug anfuhr und so die Festnahme ermöglichte.
Angeklagter hinter Glas und in Fesseln
Im Gerichtssaal wurde ein abgetrennter Bereich mit Glaswänden eingerichtet. Dort hält sich der Angeklagte während der gesamten Verhandlung auf. Zusätzlich ist er mit Hand- und Fußfesseln gesichert.
Laut Gericht dient diese Maßnahme dem Schutz der Verfahrensbeteiligten, insbesondere der Geschworenen. „Unser Hauptziel ist es, die Geschworenen zu schützen“, erklärt Gerichtssprecher Christian Liebhauser-Karl. Auch innerhalb des Gebäudes sind Sondereinheiten im Einsatz. Der Angeklagte wird als Hochrisiko-Häftling eingestuft und steht unter besonderer Überwachung.
Strenge Regeln für Medien und Publikum
Für Medienvertreter gelten besonders strenge Regeln. Handys, Laptops sowie sämtliche elektronische Geräte sind im Gerichtssaal verboten. Selbst Bild- und Tonaufnahmen oder Zeichnungen sind nicht erlaubt.
Journalisten dürfen ausschließlich mit Kugelschreiber arbeiten. Die Einschränkungen sorgen für Kritik, da die Berichterstattung dadurch deutlich erschwert wird.
Ablauf des ersten Verhandlungstags
Der Prozess ist für zwei Tage angesetzt. Die Verhandlungen beginnen jeweils um 9.00 Uhr und dauern bis 16.30 Uhr.
Am ersten Tag werden mehrere Zeugen und Sachverständige gehört, darunter auch Überlebende des Anschlags. Bereits vor Beginn kam es zu großem Andrang beim Einlass.
Der Ablauf ist streng getaktet, jede Bewegung im Saal erfolgt unter Beobachtung der Sicherheitskräfte.
Urteil erwartet: Lebenslange Haft möglich
Ein Urteil wird bereits am Donnerstag erwartet. Im Falle einer Verurteilung droht dem Angeklagten lebenslange Haft. Es gilt die Unschuldsvermutung.