Zweifel an Epstein-Suizid: Ranchdurchsuchung und neue Akten
Inhalt
- Jeffrey Epstein: Rechtsmediziner zweifelt an Todesursache und Obduktion
- Jeffrey Epstein: Ehemalige Ranch durchsucht
Jeffrey Epstein: Sein Tod beschäftigt auch Jahre später weiterhin Ermittler und Öffentlichkeit. Der wegen zahlreicher Missbrauchsvorwürfe angeklagte Unternehmer wurde am 10. August 2019 leblos in seiner Gefängniszelle im Metropolitan Correctional Center in New York gefunden. Laut offizieller Darstellung beging der 66-Jährige Suizid durch Erhängen. Doch neue Dokumente und Aussagen von Experten stellen Epsteins Todesursache und die Ergebnisse der Obduktion erneut in den Mittelpunkt der Debatte.
Jeffrey Epstein: Rechtsmediziner zweifelt an Todesursache und Obduktion
Im Zuge des sogenannten „Epstein Files Transparency Act“ veröffentlichte Unterlagen zeigen, dass selbst beteiligte Experten bei der Bewertung der Autopsie nicht vollständig einer Meinung sind. Der von Epsteins Bruder Mark beauftragte Gerichtsmediziner Michael Baden, der bei der Obduktion anwesend war, äußert weiterhin erhebliche Zweifel an der offiziellen Version. Baden verweist insbesondere auf drei Frakturen im Halsbereich des Verstorbenen. Seiner Einschätzung nach seien solche Verletzungen bei einem Suizid durch Erhängen ungewöhnlich. Die Pathologin Kristin Roman, die die Autopsie leitete, widerspricht dieser Darstellung. Ihrer Einschätzung nach könnten die festgestellten Brüche am Zungenbein und am Schildknorpel durchaus mit einem Erhängen vereinbar sein. Auch Details rund um die angebliche Schlinge aus Bettlaken sorgen für Diskussionen. Während Roman angibt, dass eine solche neben Epsteins Körper gefunden wurde, erklärt Baden, er habe bei der Autopsie keine passende Schlinge gesehen. Zudem durfte Roman die Gefängniszelle nicht persönlich untersuchen und musste sich bei ihrer Bewertung auf Fotos verlassen.
Jeffrey Epstein: Ehemalige Ranch durchsucht
Parallel dazu nehmen Behörden in den USA einen weiteren Schauplatz ins Visier. Ermittler haben mit der Durchsuchung von Epsteins ehemaliger „Zorro Ranch“ im Bundesstaat New Mexico begonnen. Laut Justizministerium des Bundesstaates stehen mögliche illegale Aktivitäten vor Epsteins Tod im Mittelpunkt der Untersuchungen. Die Abgeordnete Melanie Stansbury erklärte, die Ermittler würden bei der Suche „nichts unversucht lassen“. Opfer des Unternehmers hätten zu lange auf Gerechtigkeit warten müssen. Nach Angaben von FBI und US-Justizministerium soll Epstein über Jahre hinweg zahlreiche Minderjährige und junge Frauen missbraucht haben. Der Fall beschäftigt Ermittler und Öffentlichkeit bis heute – und neue Dokumente werfen weiterhin Fragen auf.