Epstein Files: PDF zeigt gruselige Verbindungen
- Größter Datensatz seit Bestehen des Gesetzes
- E-Mails mit dem britischen Königshaus
- Sarah Ferguson: enge und persönliche Korrespondenz
- Zahlungen und Kontakte zu britischem Politiker Mandelson
- Namen aus Politik, Wirtschaft und Unterhaltung
- E-Mail-Kontakte mit Elon Musk
- Behauptungen über Bill Gates und Falschinformationen
- Kritik am Umgang mit Opferdaten
- Streit über Vollständigkeit der Veröffentlichung
- Zwischenzeitlich gelöschte Dateien mit Trump-Bezug
Das US-Justizministerium hat Ende Jänner 2026 das bislang umfangreichste Datenpaket zu Jeffrey Epstein freigegeben. Insgesamt umfasst die Veröffentlichung mehr als drei Millionen Seiten, rund 180.000 Bilder und über 2.000 Videos. Sie markiert den vorläufigen Abschluss der sogenannten Epstein Files Transparency Act-Veröffentlichungen, die auf ein im November 2025 von Präsident Donald Trump unterzeichnetes Gesetz zurückgehen.
Größter Datensatz seit Bestehen des Gesetzes
Die Dokumente enthalten Ermittlungsakten, E-Mail-Korrespondenzen, psychologische Gutachten, Bankunterlagen sowie Fotomaterial aus Epsteins Zeit im Gefängnis und während seiner Hausarrest-Phase. Laut US-Vizejustizminister Todd Blanche sei mit der Freigabe „eine umfassende Dokumentenprüfung abgeschlossen“, die Transparenz gegenüber der Öffentlichkeit sicherstellen solle. Zuvor hatte das Ministerium die gesetzliche Frist um mehrere Wochen überschritten.
Unter den Akten finden sich zahlreiche neue Details über Epsteins Verbindungen zu Politik, Wirtschaft und Adel. E-Mails, Zahlungsbelege und private Korrespondenzen belegen über Jahre andauernde Kontakte zu bekannten Persönlichkeiten, darunter Mitglieder der britischen Königsfamilie, Unternehmer, Politiker und prominente Personen aus der Tech-Branche. Die Dokumente belegen, wie eng Epstein trotz seiner früheren Verurteilung im Jahr 2008 weiterhin gesellschaftlich vernetzt blieb.
E-Mails mit dem britischen Königshaus
In mehreren E-Mail-Ketten zwischen Epstein und einem Absender, der sich als „The Duke“ bezeichnet, ist von Treffen im Buckingham Palace und von einer geplanten Einführung bei einer „26-jährigen Russin“ die Rede. Die Unterschriften deuten auf Andrew Mountbatten-Windsor, den früheren Herzog von York, hin.
Teil der Veröffentlichung ist auch ein Foto, das den damaligen Prinzen auf allen Vieren über einer jungen Frau zeigt. Die Korrespondenzen datieren aus den Jahren 2010 und 2011 und widersprechen damit früheren Angaben des Prinzen, den Kontakt nach 2010 beendet zu haben. Hinweise auf strafbares Verhalten gehen aus den Dokumenten nicht hervor.
Sarah Ferguson: enge und persönliche Korrespondenz
Mehrere E-Mails stammen von Sarah Ferguson, der Ex-Frau Andrews. In den Schreiben bezeichnet sie Epstein als „besonderen Freund“, bedankt sich für Unterstützung bei geschäftlichen Projekten und endet mehrfach mit Formulierungen wie „Love, Sarah, The Red Head“ oder „Just marry me“. Einige Nachrichten entstanden während Epsteins Hausarrest nach seiner Verurteilung im Jahr 2008. Später wandte sich Ferguson offenbar von ihm ab und warf ihm vor, sie nur kontaktiert zu haben, um Zugang zu Andrew zu erhalten.
Zahlungen und Kontakte zu britischem Politiker Mandelson
Laut Bankdokumenten überwies Epstein zwischen 2003 und 2004 dreimal jeweils 25.000 Dollar auf Konten, die mit dem britischen Politiker Peter Mandelson in Verbindung stehen sollen. Mandelson erklärte, er habe keine Erinnerung an solche Zahlungen. Nach der jüngsten Veröffentlichung trat er aus der Labour-Partei aus, um weiteren politischen Schaden zu vermeiden. Premierminister Keir Starmer forderte eine Untersuchung seiner Kontakte zu Epstein.
Namen aus Politik, Wirtschaft und Unterhaltung
In den Akten finden sich außerdem Hinweise auf E-Mail-Verkehr zwischen Epstein und Unternehmer Richard Branson, dem slowakischen Sicherheitsberater Miroslav Lajčák, dem Filmproduzenten Brett Ratner sowie Trump-Berater Steve Bannon. Bannon hatte bereits früher bestätigt, an einem Dokumentarfilm über Epstein gearbeitet zu haben. Die neu veröffentlichten Textnachrichten legen nahe, dass die beiden 2018 und 2019 in engem Kontakt standen und über Strategien diskutierten, wie Epstein sein öffentliches Image verbessern könnte.
E-Mail-Kontakte mit Elon Musk
E-Mails aus den Jahren 2012 und 2013 dokumentieren private Gespräche zwischen Epstein und dem heutigen Tesla-Chef Elon Musk. Darin fragte Musk nach „der wildesten Party auf der Insel“. Hinweise darauf, dass er tatsächlich an einer der Reisen teilnahm, gibt es nicht. Musk erklärte auf der Plattform X, er sei sich bewusst, dass Korrespondenzen „missverstanden und instrumentalisiert“ werden könnten, halte es aber für wichtiger, die tatsächlichen Täter zur Verantwortung zu ziehen.
Elon Musk keeps popping up all over the Epstein files. Not once, but repeatedly over years.
Look at the timeline and emails:
• Epstein’s calendar: “organize Elon Musk to the island for Jan 2nd”
• That same day, billionaire Andrew Farkas was scheduled to the island (confirmed… pic.twitter.com/fdZYDYKhs2— Fractured Light (@FracturedLight0) January 31, 2026
Behauptungen über Bill Gates und Falschinformationen
Zwei interne Mails aus Epsteins Postfach beziehen sich auf Microsoft-Gründer Bill Gates und enthalten unbelegte Anschuldigungen. Ein Sprecher des Gates-Teams bezeichnete die Inhalte als „völlig absurd und falsch“. Die Dokumente würden lediglich Epsteins Versuch zeigen, „eine Beziehung zu Gates zu erfinden und sich wichtig zu machen“.
Kritik am Umgang mit Opferdaten
Menschenrechtsanwältin Gloria Allred, die mehrere Betroffene vertritt, kritisiert die Veröffentlichung scharf. Einige der Dateien enthalten trotz Schwärzungen erkennbar die Namen von Missbrauchsopfern oder Fotos von Frauen, die nie öffentlich aufgetreten seien.
Das Justizministerium erklärte dazu, man arbeite „rund um die Uhr“, um nachträgliche Korrekturen und zusätzliche Redaktionen vorzunehmen.
Streit über Vollständigkeit der Veröffentlichung
Ob die nun veröffentlichten Akten tatsächlich den gesamten Bestand abbilden, bleibt unklar. Der demokratische Abgeordnete Ro Khanna, Mitinitiator des Gesetzes, verwies auf die Diskrepanz zwischen den ursprünglich identifizierten sechs Millionen Seiten und den nur 3,5 Millionen tatsächlich freigegebenen Dokumenten. Das Justizministerium erklärte dagegen, der Prüfprozess sei abgeschlossen, nur wenige Dateien könnten noch folgen, falls ein Gericht dies anordnet.
Zwischenzeitlich gelöschte Dateien mit Trump-Bezug
Für zusätzliche Diskussion sorgte der kurzzeitige Entzug mehrerer Dateien von der Website des Justizministeriums, darunter ein PDF mit der Bezeichnung EFTA00000468.pdf, das Fotos des US-Präsidenten Donald Trump zeigte. Nach Kritik wurde die Datei wieder online gestellt. Das Ministerium begründete die Entfernung mit einer „vorübergehenden Prüfung zum Opferschutz“. Beobachter warfen der Behörde vor, mögliche Bezüge Trumps zu Epstein verschleiern zu wollen.
Quellen und weiterführende Informationen
- US Department of Justice – Epstein Files Transparency Act (30.01.2026): Offizielle Veröffentlichung der neuen Dokumente.
- BBC News – Epstein Files: Key Revelations (01.02.2026): Überblick über zentrale Inhalte der neuen Akten.
- DER SPIEGEL – Gelöschtes Trump-Foto wieder online (22.12.2025): Bericht über den zwischenzeitlichen Entzug und die Wiederveröffentlichung der Datei.
- ABC News – DOJ completes Epstein files review (31.01.2026): Stellungnahme des US-Justizministeriums zur Aktenfreigabe.
- CNN – Analysis: What the new Epstein files reveal (01.02.2026): Einschätzung zu den politischen Folgen der Veröffentlichung.