„Das ist der entscheidende Hebel“
Der EU-Durchschnitt der Beschäftigten, die an betrieblicher Weiterbildung teilnehmen, liegt bei 42,4 Prozent. Österreich kommt laut Statistik Austria nur auf 35 Prozent. Gleichzeitig zahlen Arbeitnehmer immer öfter selbst drauf: Der private Finanzierungsanteil der Haushalte an Weiterbildungskosten ist mittlerweile ebenfalls auf 42 Prozent gestiegen.
Auch die Intensität sinkt: Die durchschnittlichen Schulungsstunden pro Teilnehmer gingen von 23 auf 19 zurück. Hinzu kommen strukturelle Hürden – Zeitmangel, Kosten und ein unübersichtliches Kursangebot bremsen die Motivation zusätzlich.
„Wir sehen in den Betrieben ein enormes Bedürfnis nach Weiterbildung – das Problem ist selten der Wille, sondern die Umsetzung im Arbeitsalltag“, sagt Werner Philipp, Leiter des WIFI FIT. „Wenn Kurse Anfahrtswege, Organisationsaufwand und Terminstress bedeuten, bleibt Weiterbildung schnell auf der Strecke.“
Keine Hürden mehr
Auch der Gesetzgeber reagiert: Die klassische Bildungskarenz wurde durch das Modell der Weiterbildungszeit ersetzt. Arbeitgeber mit höherem Einkommen ihrer Mitarbeiter müssen sich künftig stärker finanziell beteiligen, zudem ist eine verpflichtende Beratung durch das AMS vorgesehen.
Genau hier setzt WIFI FIT an: Lerninhalte werden so aufbereitet, dass sie direkt am Arbeitsplatz und während der regulären Arbeitszeit konsumiert werden können. Inhouse-Trainings bringen die Angebote direkt in die Betriebe und eliminieren so Anfahrtswege und organisatorischen Aufwand.
„Wenn wir Weiterbildung dorthin bringen, wo die Menschen ohnehin sind, fällt die größte Hürde einfach weg“, so Philipp. „Das ist der entscheidende Hebel, um die Beteiligung wieder zu steigern.“ Die Nachfrage sei ohnehin da.
Drei Themenfelder für die Zukunft
An der Spitze dieser Nachfrage stehen künstliche Intelligenz und Digitalisierung. „Die Frage ist längst nicht mehr, ob KI kommt, sondern wie praxisnah sie im Arbeitsalltag eingesetzt werden kann“, betont Philipp.
Besonders gefragt sind niederschwellige KI-Grundkurse für Nicht-IT-Berufe – etwa im Marketing, in der Buchhaltung oder im Handwerk sowie Ausbildungen zu Business-Data- Analyst und Cybersecurity.
Der zweite große Treiber sind Green Skills: Gesetzliche Vorgaben und hohe Energiekosten zwingen Betriebe zum Umdenken. Ausbildungen zu Umweltmanagement, Energieberatung, Wärmepumpen-Installation, Photovoltaik-Technik und ESG-Reporting boomen entsprechend.
Wir sehen in den
Betrieben ein enormes
Bedürfnis nach Weiterbildung
– das Problem
ist selten der Wille,
sondern die Umsetzung
im Arbeitsalltag.
Und schließlich rücken drittens Human Skills und „New Work“ in den Fokus. Je mehr Technologie den Arbeitsalltag bestimmt, desto gefragter werden die sozialen Gegenpole: Krisenmanagement, Verhandlungsführung, Konfliktmanagement, emotionale Intelligenz und agiles Führen lösen klassische Managementstile zunehmend ab.
„Die Betriebe, die jetzt in ihre Mitarbeiter investieren, sichern sich morgen den entscheidenden Wettbewerbsvorteil“, zieht Werner Philipp sein Fazit.
Ihr Ansprechpartner
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Werner Philipp Leiter des WIFI FIT
Tel.: 05 7000-7356
Mail: werner.philipp@wifi-fit.at
Web: www.wifi-fit.at
