Trotz Verbot: Faber segnet weiterhin homosexuelle Paare

Den Beschluss des Vatikans kann Wiens Society-Pfarrer nicht nachvollziehen, wie er im Interview mit profil offen sagt: „Wenn ich den Auftrag hätte, mit zwei Textseiten den größtmöglichen Schaden für die Kirche auszulösen, dann würde ich genauso einen Brief schreiben, wie ihn die Glaubenskongregation jetzt verfasst hat.“ Faber weiter: „Es ist geradezu verrückt, dass man sich mit so einem Thema vor Ostern ins Gerede bringt. Wie dieses Schreiben die päpstliche Approbation erlangen konnte, weiß ich nicht. Vielleicht wurde es Papst Franziskus schlicht untergejubelt.“

Wenn Mutter Kirche von mir verlangt, dass ich alle nach Hause schicke, die homosexuell lieben, dann muss ich sagen: Nicht mit mir.

Dompfarrer Toni Faber steht mit halb offenen Armen im Stephansdom.

Mehrheit ist für Segnung Homosexueller

Der kürzlich vollzogene Beschluss der Glaubenskongregation wird in Österreich mehrheitlich abgelehnt. 64 Prozent der Österreicher und Österreicherin haben für die Weigerung kein Verständnis, wie die profil-Umfrage zeigt. Auch Kardinal Christoph Schönborn ist über den Beschluss „nicht glücklich“. Faber geht mit seiner Ansage, homosexuelle Paare auch weiterhin zu segnen einen deutlichen Schritt weiter.  In den sozialen Medien kommt das gemischt an. Während  die einen den Ungehorsam des Dompfarrers feiern, können andere dem toleranten Zugang nichts abgewinnen.

Botschafter für Offenheit

Toni Faber ist über die Grenzen Wiens hinaus für seine Toleranz und Offenheit bekannt. Die Kirche möchte er so offen und zugänglich machen. Erst kürzlich hat der unkonventionelle Pfarrer im Wiener Stephansdom gemeinsam mit Autor Thomas Brezina (der übrigens in einer langjährig-glücklichen, gleichgeschlechtlichen Beziehung lebt) "Die Bibel in Reimen" vorgestellt.

Screenshot Facebook-Posting: Thomas Brezina ist hier: Stephansdom, Vienna . Im Wiener Stephansdom durfte ich mit Dompfarrer Toni Faber mein neues Buch vorstellen: DIE BIBEL IN REIMEN. Viele Geschichten aus dem 1. und dem Neuen Testament habe ich in Reimen erzählt. Die Arbeit daran hat mich tief berührt und mir gerade jetzt sehr geholfen.   ES KANN DIE BIBEL FÜR UNS  WIE EINE WEISE BEGLEITERIN SEIN,  EIN TOR ZU LIEBE UND GLÜCK,  KOMM SCHLAG SIE  AUF UND SCHAU REIN
Autor: Stefanie Hermann, 27.03.2021