Dompfarrer Toni Faber: Hoffnung auf Impfung

Corona hält uns weiter in Atem. Die so gänzlich anders verlaufenden Feiertage stellen für manche auch keine Auszeit vom Pandemiealltag dar – Stichwort Alleinsein. Wie wir emotionale und seelische Herausforderungen meistern können? Der Dompfarrer von St. Stephan teilt mit uns seine positiven Gedanken und hoffnungsvollen Ausblicke.

weekend: Wie kann Weihnachten auch in Zeiten der Pandemie zu einem Fest der Freude werden?
Toni Faber: Mir hilft die Grundhaltung der Dankbarkeit für alles was ich bisher schon erleben durfte und überstanden habe, das kann mich gelassener machen. Bei allen Einschränkungen nicht nur auf das Fehlende zu starren, sondern mit meinem liebenden Fürbittgebet für die wirklich Leidenden einzustehen. Und dort, wo ich mich für andere in Gedanken, Worten und Werken einsetze, beginnt meine innere Freude und mein Herzensfrieden zu wachsen.  

weekend: Wir müssen auf vieles verzichten: Wird dadurch aber nicht auch Platz für Anderes oder Neues frei?
Toni Faber: Das verstehe ich als einen Aufbruch aus dem Gewohnten, und zuallererst muss ich den Panzer meines Herzens aufbrechen, damit ich mich und mein Schicksal nicht beklage, sondern auf die Suche nach dem Neuen gehe. Und in der vermehrten Stille, dem Allein- und Zurückgeworfensein auf sich selbst kann eine neue Perspektive auf meine Möglichkeiten und Pläne für den nächsten Lebensabschnitt nach der hoffnungsreichen Impfung entstehen. 

In der vermehrten Stille kann eine neue Perspektive auf meine Möglichkeiten und Pläne für den nächsten Lebensabschnitt nach der hoffnungsreichen Impfung entstehen.

weekend: Was wünschen Sie sich und uns für das kommende Jahr?
Toni Faber: Ich wünsche uns allen mit dem hilfreichen Impfstoff in genügender Menge für die ganze Bevölkerung relativ bald wieder ein Leben in einer erneuerten Normalität. Hoffentlich frei von jeder Hysterie, sowohl von offensichtlich militanten Impfgegnern als auch bedenkenlosen Verharmlosern.

Autor: Rudolf Grüner, 18.12.2020