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Baustelle mit Richterhammer und einem Zettel, wo Insolvenz geschrieben steht, als Symbolbild für die Insolvenz
Sanierungsfall: Die KMS Bau GmbH in Bruck an der Lafnitz musste Insolvenz anmelden.
Sanierungsfall: Die KMS Bau GmbH in Bruck an der Lafnitz musste Insolvenz anmelden.
dall.e/weekend.at

Nach nur zwei Jahren: Steirisches Bauunternehmen pleite

05.03.2026 um 15:48, Marcel Toifl
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Die KMS Bau GmbH aus Bruck an der Lafnitz ist insolvent. Mit 2,7 Mio. Euro Verbindlichkeiten wurde am Landesgericht Graz ein Sanierungsverfahren eröffnet.

Ein weiteres Unternehmen der steirischen Baubranche muss den Gang zum Konkursrichter antreten. Über das Vermögen der KMS Bau GmbH mit Sitz in Bruck an der Lafnitz wurde am 5. März am Landesgericht Graz ein Sanierungsverfahren ohne Eigenverwaltung eröffnet. Die Insolvenz trifft rund 50 Gläubiger, die der Gläubigerschutzverband KSV1870 in einer Aussendung bekanntgibt.

Junges Bauunternehmen rutscht in die Insolvenz

Die KMS Bau GmbH ist ein vergleichsweise junger Betrieb, der erst im April 2024 gegründet wurde. Unter der Geschäftsführung von Markus Schantl konzentriert sich das Unternehmen aus dem Bezirk Hartberg-Fürstenfeld auf spezialisierte Bauwerksarbeiten wie Mauertrockenlegungen, Kernbohrungen und Diamantschneidearbeiten.

Nach Eröffnung der Insolvenz durch das Landesgericht Graz wurde Mag. Bertram Schneeberger zum Insolvenzverwalter bestellt. Die finanzielle Schieflage ist erheblich: Den Aktiva von rund 950.000 Euro stehen Verbindlichkeiten in der Höhe von etwa 2,7 Millionen Euro gegenüber.

Schwierige Rahmenbedingungen belasten das Geschäft

Als Hauptgründe für die Insolvenz führt die KMS Bau GmbH die massiven Verwerfungen im Bau- und Baunebensektor an. Eine stark rückläufige Nachfrage traf auf explodierende Energiepreise und Betriebskosten. Die massiven Preissteigerungen im gesamten Bauwesen führten zu einem drastischen Umsatzrückgang, der schließlich die Liquidität des Unternehmens erschöpfte. Bereits im September 2025 wurde der Bereich Erdwärme- und Brunnenbohrungen in die KMS Bohrtechnik GmbH ausgelagert, um den Kernbetrieb zu entlasten.

Sanierungsplan mit Quote von 20 Prozent

Trotz der prekären Lage strebt die KMS Bau GmbH eine Fortführung an. Der vorgelegte Sanierungsplan sieht für die Gläubiger eine Quote von 20 Prozent vor, zahlbar innerhalb von zwei Jahren. Eine erste Barquote von fünf Prozent soll sofort fließen, gefolgt von drei weiteren Raten.

Über die Realisierbarkeit der Pläne wird nun genau gewacht. „Der Insolvenzverwalter wird nunmehr zu prüfen haben, ob eine Fortführung im Interesse der Gläubiger liegt und der vorgelegte Sanierungsplan eingehalten werden kann“, erklärt Julia Liszt vom KSV in einer ersten Stellungnahme.

Gläubiger haben bis zum 7. April 2026 Zeit, ihre Forderungen anzumelden. Die entscheidende Sanierungsplantagsatzung ist für den 19. Mai 2026 angesetzt.

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