Bald in Rot-Weiß-Rot? Henrik Kristoffersen will Österreicher werden
- Kristoffersen: König der Planai
- Kritik an der Piste
- Kristoffersen will österreichischen Reisepass
- Ein Abend mit Ansage
Schladming stand wieder Kopf. Unter den Scheinwerfern der Planai holte Henrik Kristoffersen am Mittwoch seinen fünften Sieg beim legendären Nachtslalom. Während die Zuschauer noch jubelten, sprach der Norweger über ein Thema, das über den Sport hinausgeht: Er will Österreicher werden.
Kristoffersen: König der Planai
2014, 2016, 2017, 2020 und nun 2026: Henrik Kristoffersen ist der neue König der Planai. Kein anderer Fahrer hat dieses Rennen so oft gewonnen. Sein Triumph über Landsmann Atle Lie McGrath war mehr als ein weiterer Sieg: „Das ist mein Haus“, rief er in die Kamera, als der Sieg feststand. Dann brach er in Tränen aus.
Kristoffersen blieb lange im Schnee sitzen, sichtlich bewegt. „Ich kann nicht sagen, dass es mehr Emotionen waren als bei meiner Hochzeit, aber es sind andere, spezielle Emotionen“, erklärt er zu seinem emotionalen Ausbruch.
Kritik an der Piste
Es war sein 34. Sieg und der erste in der laufenden Saison, die bislang nicht wirklich nach Plan verlief. Umso größer war die Erleichterung über den Befreiungsschlag auf der Planai. Trotz allem Erfolg ließ er sich eine kleine Spitze nicht nehmen. „Das ist nur dumm“, machte erneut seinem Unmut über die eisige Piste Luft. Aufhorchen ließ er aber mit etwas ganz Anderem.
Kristoffersen will österreichischen Reisepass
Henrik Kristoffersen lebt seit einem Jahrzehnt in Ramsau, nur wenige Kilometer von Schladming entfernt. Seine erste Adresse in Österreich war bei den Eltern von Christian Mitter, heute Alpinchef des ÖSV. Mit Ehefrau Tonje und Sohn Emil hat er hier seinen Lebensmittelpunkt gefunden, im Juni erwartet die Familie ihr zweites Kind.
Schon in Kitzbühel hatte er sich mit einem Lächeln „den einzigen Österreicher in der Top-7-Gruppe“ genannt. Hinter dem Scherz könnte ein durchaus ernstes Vorhaben stehen. „Sicher hätte ich gerne den Reisepass. Schauen wir, was in der Zukunft passiert“, lässt Kristoffersen Fans hellhörig werden.
Ein Abend mit Ansage
Nach dem Rennen verschwand Kristoffersen in die Schladminger Tenne. „Meine Frau hat gesagt, du kannst morgen früh nach Hause kommen“, erzählt er lachend. Olympia 2030 hat er fest im Blick, danach soll Schluss sein. Vielleicht wird er seine letzte Teilnahme wirklich in Rot-Weiß-Rot absolvieren.