Nach über 120 Jahren: Burgenländer Traditionsbetrieb pleite
Ein schwerer Schlag für die Wirtschaft im Bezirk Jennersdorf: Die traditionsreiche Karl Lang & Sohn Metallbautechnik GmbH ist pleite. Wie der Alpenländische Kreditorenverband (AKV) am Dienstag bekannt gibt, wurde über das Vermögen des Familienunternehmens am Landesgericht Eisenstadt ein Sanierungsverfahren ohne Eigenverwaltung eröffnet. Die Nachricht über die Insolvenz trifft einen Betrieb, der auf eine über 120-jährige Geschichte zurückblickt.
Hintergründe zur Karl Lang & Sohn Metallbautechnik GmbH
Die Karl Lang & Sohn Metallbautechnik GmbH mit Sitz in Welten hat ihre Wurzeln in einer Hufschmiede und entwickelte sich über Jahrzehnte zu einem modernen Meisterbetrieb für Schlosserei sowie Metall- und Glaskonstruktionen. Heute wird das Unternehmen von Markus und Dietmar Lang geführt. Aktuell beschäftigt der Betrieb 20 Dienstnehmer, deren Löhne und Gehälter laut AKV teilweise bereits seit Dezember 2025 ausstehend sind, nachdem das Unternehmen finanziell pleite ging
Ursachen für die Pleite und finanzielle Lage
Die Gründe für die Insolvenz liegen laut Schuldnerangaben vor allem in einem massiven Rückgang des Auftragsvolumens in den Jahren 2024 und 2025. Große Projektpartner stornierten oder verschoben Aufträge aufgrund der angespannten Wirtschaftslage. Von der Pleite der Karl Lang & Sohn Metallbautechnik GmbH sind derzeit rund 28 Gläubiger betroffen. Die Gesamtforderungen belaufen sich auf etwa EUR 867.000,00, während finanzielle Mittel in Höhe von rund EUR 112.000,00 gegenüberstehen.
Sanierungsplan: Wie es nach der Insolvenz weitergeht
Trotz der Tatsache, dass die Firma pleite ist, wird eine Fortführung des Betriebs angestrebt. Den Gläubigern wird im Rahmen der Insolvenz die gesetzliche Mindestquote von 20 % angeboten, zahlbar innerhalb von zwei Jahren. Finanziert werden soll dies durch einen strikten Sparkurs und eine Optimierung der Betriebsabläufe. Der AKV prüft nun eingehend, ob dieser Vorschlag der Karl Lang & Sohn Metallbautechnik GmbH realisierbar ist oder verbessert werden muss.
Wichtige Termine im Insolvenzverfahren
Für alle Beteiligten an der Insolvenz sind folgende Daten vom Landesgericht Eisenstadt (GZ 26 S 30/26b) entscheidend:
- Verfahrenseröffnung: 17.03.2026
- Anmeldefrist für Forderungen: 20.04.2026
- Prüfungstagsatzung: 04.05.2026
- Sanierungsplan-Tagsatzung: 01.06.2026
Forderungsanmeldungen können ab sofort über den AKV eingereicht werden.