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Aleksander Aamodt Kilde mit Mütze und Skibekleidung bei einem Rennen – der norwegische Abfahrer hat seine Olympia-Teilnahme 2026 abgesagt.
Aleksander Aamodt Kilde wird bei den Olympischen Winterspielen 2026 in Mailand und Cortina nicht antreten.
Aleksander Aamodt Kilde wird bei den Olympischen Winterspielen 2026 in Mailand und Cortina nicht antreten.
APA-Images / APA / BARBARA GINDL

Bitteres Olympia-Aus: Aleksander Aamodt Kilde tritt nicht an

03.02.2026 um 16:35, Anna Kirschbaum
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Bitteres Olympia-Aus: Aleksander Aamodt Kilde verzichtet auf die Winterspiele 2026 in Mailand und Cortina. Grund sind Verletzungen und Rückschlägen.

Nach der verheerenden Verletzungsdiagnose von Lindsey Vonn folgen heute Nachmittag die nächsten schlechten Nachrichten aus dem olympischen Dorf: Der norwegische Ski-Star Aleksander Aamodt Kilde wird bei den Olympischen Winterspielen 2026 in Mailand und Cortina d’Ampezzo nicht an den Start gehen. Das hat der 33-Jährige gemeinsam mit seinem Team nach dem Weltcup-Rennen in Crans-Montana entschieden. Der ernüchternde 42. Platz dürfte den letzten Ausschlag gegeben haben.

Olympia-Aus für Kilde

„Ich habe alles getan, was ich konnte, um für die Olympischen Spiele bereit zu sein, aber mein Geist und mein Körper funktionieren nicht so, wie ich es brauche“, so Kilde via Mitteilung. Bis zuletzt habe er gehofft, rechtzeitig seine alte Form zu finden. Körperliche Grenzen und mentale Erschöpfung machen den Start aber unmöglich. Die Wettkämpfe in Mailand und Cortina werden ohne den charismatischen Allrounder stattfinden.

Comeback nach Horror-Sturz

Die Entscheidung markiert das vorläufige Ende eines langen Kampfes um die Rückkehr in die Weltspitze. Im Jänner 2024 war Kilde bei der Abfahrt in Wengen schwer gestürzt. Im Ziel-S verlor er die Kontrolle, prallte in die Fangnetze und erlitt schwerste Verletzungen: einen aufgeschlitzten Unterschenkel und eine komplexe Schulterverletzung. Es folgten Operationen an Knie und Schulter sowie eine Blutvergiftung, die den Heilungsverlauf zusätzlich erschwerte.

Fast ein Jahr lang kämpfte der Norweger um seine Rückkehr. Im November 2025 feierte er schließlich sein Comeback im Weltcup. Doch der Weg zurück war steiniger als erwartet. Immer wieder bremsten ihn Schmerzen und Rückenprobleme aus – zuletzt so sehr, dass er sogar auf die legendären Hahnenkammrennen in Kitzbühel verzichten musste.

„Extrem schwer, diese Entscheidung zu treffen“

Auf Instagram zeigte sich Kilde emotional. „Es ist extrem schwer, diese Entscheidung zu treffen, nachdem ich zusammen mit meiner Familie, dem medizinischen Team, der Nationalmannschaft und vielen anderen so hart dafür gearbeitet habe“, so der Speed-Spezialist. „Gleichzeitig bin ich stolz darauf, dass ich mich zurückkämpfen und wieder im Weltcup antreten konnte.“

Das Comeback sei nach den schweren Verletzungen härter gewesen, als er erwartet hatte. Die Rückkehr zum intensiven Training habe gezeigt, dass sein Körper mehr Zeit benötige, als sein Kopf es wahrhaben wollte. „Ich habe das Tempo gesehen, es in meinem Körper gespürt, und jetzt weiß ich genau, was nötig ist, um wieder an die Spitze zu gelangen.“

Unterstützung vom Verband

Im norwegischen Skiverband stößt Kildes Entscheidung auf Verständnis. „Die enormen Anstrengungen, die Aleksander unternommen hat, um wieder auf Skier zu kommen, beeindrucken uns alle“, würdigt Sportdirektor Claus Johan Ryste die Leistungen des Routiniers. „Die Tatsache, dass er in dieser Saison überhaupt wieder Rennen bestritten hat, ist an sich schon eine große Leistung. Wir werden alles tun, um ihn weiterhin zu unterstützen und seine Fortschritte aufrechtzuerhalten.“

Blick nach vorn

Kilde, Lebensgefährte von US-Ski-Star Mikaela Shiffrin, will sich nun vollständig regenerieren und den Fokus auf die nächste Saison legen. Der Silber- und Bronze-Medaillengewinner der Olympischen Spiele von Peking 2022 spricht aktuell von einem „vorläufigen Saisonende“, nicht von einem endgültigen Rücktritt. „Die Rückkehr war an sich schon ein Sieg. Jetzt strebe ich den nächsten großen Sieg an“, so die Botschaft an seine Fans.

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