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Goldpreis aktuell: Entwicklung dreht abrupt
Goldpreis Entwicklung: Zwangsverkäufe verstärken den Preisverfall bei Gold und Silber massiv.
Goldpreis Entwicklung: Zwangsverkäufe verstärken den Preisverfall bei Gold und Silber massiv.
FikMik / iStock

Goldpreis aktuell: Diese Entwicklung überrascht

03.02.2026 um 08:12, Yunus Emre Kurt
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Der Goldpreis steht stark unter Druck. Nach monatelanger Rekordjagd kippt die Entwicklung abrupt: Politische Signale aus den USA lösen einen Preissturz.

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Der Goldpreis erlebt aktuell eine drastische Wende. Die Entwicklung am Edelmetallmarkt hat sich innerhalb weniger Tage komplett gedreht: Nach einer monatelangen Rekordjagd brechen Gold und Silber plötzlich massiv ein. Für viele Anleger kam der Rückschlag beim Goldpreis überraschend, denn noch vor Kurzem schien die Aufwärtsdynamik ungebrochen.

Rekordjagd endet abrupt

Die monatelange Rallye am Edelmetallmarkt ist jäh gestoppt worden. Der Goldpreis und der Silberpreis sind Ende vergangener Woche massiv eingebrochen, der Abwärtstrend setzte sich auch zu Wochenbeginn fort, wenn auch etwas abgeschwächt. Besonders Silber erlebte einen historischen Kurseinbruch, während auch die Entwicklung beim Goldpreis deutlich nach unten zeigte.

Auslöser war eine politische Nachricht aus den USA: Präsident Donald Trump will Kevin Warsh als künftigen Chef der US-Notenbank nominieren. Warsh gilt als Verfechter einer straffen Geldpolitik, ein Signal, das die Hoffnungen auf baldige Zinssenkungen abrupt dämpfte und die Entwicklung am Goldmarkt schlagartig veränderte.

Ein „Falke“ verändert die Erwartungen

Viele Marktteilnehmer hatten darauf spekuliert, dass Trump einen Fed-Chef einsetzen würde, der seinem Wunsch nach schnellen Zinssenkungen folgt. Diese Erwartung hatte den Goldpreis über Monate nach oben getrieben, da Gold besonders stark von niedrigen Zinsen profitiert.

Kevin Warsh steht jedoch für das Gegenteil. Er gilt als entschiedener Gegner einer expansiven Geldpolitik und will Inflation konsequent bekämpfen. „Warshs Nominierung war vermutlich der initiale Auslöser, rechtfertigte aber nicht das Ausmaß des Preisrückgangs“, erklärt Tim Waterer, Chefanalyst beim Broker KCM.

Zwangsverkäufe verstärken den Crash

Der eigentliche Einbruch beim Goldpreis wurde durch technische Effekte verstärkt. Viele Investoren hatten auf Kredit, also gehebelt, auf weiter steigende Kurse gesetzt. Als die Preise fielen, reichten die hinterlegten Sicherheiten nicht mehr aus.

Die Folge waren sogenannte Margin Calls. Wer kein zusätzliches Kapital nachschoss, dessen Positionen wurden automatisch verkauft. Diese Zwangsverkäufe beschleunigten die negative Entwicklung bei Gold und Silber zusätzlich. Parallel erhöhte die Rohstoffbörse COMEX die Sicherheitsleistungen für Terminkontrakte, was den Verkaufsdruck weiter verstärkte.

Silber besonders hart getroffen

Während der Goldpreis bereits deutlich nachgab, traf es Silber besonders heftig. Am Freitag brach der Silberpreis um rund 30 Prozent ein, der stärkste Tagesverlust seit 1980. Damals hatten die Hunt-Brüder versucht, den Silbermarkt zu kontrollieren, was in einem spektakulären Crash endete. Der Preis für eine Feinunze Silber fiel zeitweise auf 71,38 Dollar, nachdem er in der Vorwoche noch bei 121,65 Dollar gelegen hatte. Der Goldpreis rutschte parallel auf rund 4.680 Dollar ab, nachdem zuvor ein neues Allzeithoch erreicht worden war.

Langfristig bleibt Gold gefragt

Trotz des massiven Rückschlags bleibt die langfristige Einschätzung vieler Experten positiv. Die Deutsche Bank hält an ihrem Kursziel von 6.000 Dollar pro Feinunze fest, JP Morgan sieht den Goldpreis bis Jahresende sogar bei 6.150 bis 6.500 Dollar. Als zentrale Treiber gelten weiterhin geopolitische Krisen, hohe Staatsverschuldung und eine starke physische Nachfrage aus China. „Eine Korrektur war nach diesem extremen Höhenflug überfällig“, heißt es aus dem Rohstoffhandel. Ob die aktuelle Entwicklung nur eine Verschnaufpause oder der Beginn einer längeren Konsolidierung ist, wird sich in den kommenden Wochen zeigen.

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