Super G Herren Olympia: Von Allmen holt Gold
Franjo von Allmen hat bei den Olympischen Winterspielen in Bormio endgültig Geschichte geschrieben. Der 24-jährige Schweizer raste im Super-G der Männer zu seinem dritten Gold bei diesen Spielen und sicherte der Schweiz den ersten Olympiasieg in dieser Disziplin.
Nach seinen Erfolgen in der Abfahrt und in der Team-Kombination setzte der Speed-Spezialist nun noch einen drauf. Mit einer entschlossenen Fahrt auf einer zunehmend schwieriger werdenden Piste verwies er die Konkurrenz auf die Plätze.
Schweizer Doppelschlag am Podest
Hinter von Allmen holte sich der US-Amerikaner Ryan Cochran-Siegle Silber, nur 0,13 Sekunden fehlten ihm auf Gold. Bronze ging an Marco Odermatt, der mit 0,28 Sekunden Rückstand ebenfalls für ein starkes Schweizer Ergebnis sorgte.
Die Bedingungen spielten eine entscheidende Rolle. Bereits nach wenigen Startern zeigte die Piste deutliche Abnützungserscheinungen, was den später gestarteten Athleten zusätzliche Herausforderungen bescherte.
Österreich bleibt ohne Edelmetall
Ausgerechnet in einer Disziplin, die im laufenden Winter als rot-weiß-rote Stärke galt, ging Österreich leer aus. Raphael Haaser landete als bester Österreicher auf Rang fünf (+0,57 Sekunden) und zeigte sich selbstkritisch: Seine Fahrt sei zu zurückhaltend gewesen.
Vincent Kriechmayr, mit Startnummer 15 als letzter der Topgruppe unterwegs, hatte auf der deutlich nachlassenden Strecke kaum mehr eine realistische Chance auf das Podest. Entsprechend groß war der Frust nach dem Rennen.
Drei Goldmedaillen bei denselben Spielen
Mit seinem dritten Triumph in Bormio schreibt von Allmen nicht nur Schweizer, sondern Olympia-Geschichte. Er ist erst der dritte alpine Skifahrer, der bei denselben Winterspielen drei Goldmedaillen gewinnen konnte. Dieses Kunststück gelang zuvor nur Toni Sailer 1956 in Cortina und Jean-Claude Killy 1968 in Grenoble.
Schon vor dem Super-G war von Allmen mit zwei Goldmedaillen der erfolgreichste Schweizer Skifahrer bei Olympischen Spielen gewesen. Nun hat er diese Bestmarke weiter ausgebaut und sich endgültig in die Reihe der ganz Großen eingereiht.
Neuer Superstar der Spiele
Mit seiner Mischung aus Kraft, Technik und Nervenstärke avanciert der 24-Jährige zum Gesicht dieser Olympischen Spiele. Seine Auftritte in Bormio waren geprägt von Selbstvertrauen und Entschlossenheit, Eigenschaften, die ihn auf die oberste Stufe des Podests führten.
Für Österreich bleibt die Hoffnung auf weitere Chancen in den kommenden Bewerben. Für Franjo von Allmen hingegen ist klar: Diese Spiele gehören ihm.