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Herbert Kickl spricht bei einer Rede mit erhobener Faust, Armin Wolf sitzt im Fernsehstudio mit Moderationskarte – Symbolbild für den Konflikt zwischen FPÖ und ORF.
Zib2-Moderator Armin Wolf wirft FPÖ-Chef Herbert Kickl vor, sich nicht ins Studio zu trauen.
Zib2-Moderator Armin Wolf wirft FPÖ-Chef Herbert Kickl vor, sich nicht ins Studio zu trauen.
APA-Images / APA / WOLFGANG JANNACH; APA-Images / First Look / Hans Leitner

Wolf schießt gegen Kickl: "Über 50 Mal eingeladen"

20.01.2026 um 15:20, Stefanie Hermann
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FPÖ-Chef Herbert Kickl hat laut Armin Wolf über 50 Einladungen zur ZiB2 abgelehnt. Warum sich der FPÖ-Obmann nicht ins ORF-Studio traut – alle Hintergründe.

Während alle anderen Parteichefs zum traditionellen Jahreswechsel-Interview ins ORF-Studio kamen, blieb der Platz des FPÖ-Obmanns auch diesmal leer. Statt Kickl musste Generalsekretär Christian Hafenecker bei ZiB2-Anchorman Armin Wolf Rede und Antwort stehen.

Wolf rechnet mit Kickl ab

Seit Jahren glänzt FPÖ-Chef Herbert Kickl in der „ZiB2“ mit Abwesenheit. Laut Moderator Armin Wolf hat der Freiheitliche inzwischen über 50 Einladungen zur Sendung ausgeschlagen.

Armin Wolf findet auf seinem Blog deutliche Worte: „Die FPÖ hat reichweitenstarke Parteimedien und verweigert unsere Einladungen nahezu immer. Herbert Kickl hat in den letzten Jahren mehr als 50 ‚ZiB2‘-Anfragen abgelehnt.“ Für den ORF-Journalisten ist das mehr als nur ein organisatorisches Detail. „Ich bin fest davon überzeugt, dass sich demokratische Politiker dem kritischen öffentlichen Diskurs stellen sollen – und nicht nur den Dienstleistungsfragen ihrer Pressesprecher in Parteimedien und auf Instagram“, so Wolf.

Kickl: „Ich gehöre nicht dazu“

Kickl sieht das anders. Schon im oe24.TV-Sommerinterview betonte er, dass er kein Politiker sei, der „jede Woche einmal in einem Fernsehstudio sitzen“ müsse. „Ich gehöre nicht dazu“, erklärte er damals. Wer ständig im Fernsehen auftrete, verliere den Bezug zu den Menschen. Seine Auftritte wolle er bewusst dosieren.

Kalkulierte Medienstrategie

Kickl setzt zunehmend auf FPÖ-eigene Kanäle, Parteiveranstaltungen und Social Media. Die Strategie erlaubt es ihm, kritische Journalistenfragen zu umgehen, während er parallel direkt zur eigenen Anhängerschaft sprechen kann. Ein bedenkliches Signal, wie Wolf findet: „Herbert Kickl lehnt seit Jahren praktisch alle Einladungen ins ZiB2-Studio ab“, kommentierte er auf Bluesky. Es drohe eine Spaltung der Öffentlichkeit zwischen staatlichen Informationskanälen und parteigesteuerten Medienblasen, so Medienbeobachter.

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