Direkt zum Inhalt
Porträt von Donald Trump und Papst Leo XIV. im Profil einander gegenübergestellt als Symbol für den politischen und religiösen Konflikt
Donald Trump und Papst Leo XIV. im direkten Gegenüber: Der Konflikt zwischen US-Präsident und Kirchenoberhaupt spitzt sich weiter zu
Donald Trump und Papst Leo XIV. im direkten Gegenüber: Der Konflikt zwischen US-Präsident und Kirchenoberhaupt spitzt sich weiter zu
APA-Images / AP

Trump vs. Papst eskaliert: „Schwach und schrecklich“ – Streit spitzt sich zu

14.04.2026 um 12:46, Stefanie Hermann
min read
Trump attackiert Papst Leo XIV. scharf, der Vatikan kontert. Der Konflikt eskaliert – und sorgt weltweit für politische und religiöse Spannungen.

Der Konflikt zwischen Donald Trump und Papst Leo XIV. spitzt sich zu. In einem Posting auf Truth Social am Sonntagabend greift der US-Präsident das Oberhaupt der katholischen Kirche frontal an und wirft ihm politische Fehlurteile vor.

Auslöser ist ein Streit über den Iran-Krieg: Während Trump militärische Stärke betont, warnt der Vatikan vor weiterer Eskalation.

Trump gegen Papst: Konflikt eskaliert

Donald Trump bezeichnet den Papst als „schwach“ und „schrecklich“ und legt nach: „Leo sollte sich als Papst zusammenreißen.“ Nein, er halte nicht viel vom Papst, sagt Trump wenig später vor Journalisten in Washington. Trump verschärft mit seinen Aussagen den Ton gegenüber dem Vatikan deutlich. Die Kritik richtet sich direkt gegen die Haltung von Papst Leo XIV. im Iran-Krieg.

Es ist nicht der erste Angriff: Trump stellt die politische Rolle des Papstes grundsätzlich infrage. Zusätzliche Brisanz bringt ein KI-Bild, das Trump kurz danach veröffentlicht und ihn als Jesus zeigt.

Kritiker werfen ihm vor, religiöse Symbolik gezielt für politische Inszenierung zu nutzen. Nicht nur in religiösen Kreisen wird das Posting als Grenzüberschreitung wahrgenommen. Das Posting löst weltweit Empörung aus – und treibt den Konflikt weiter an.

Papst bleibt auf Konfrontationskurs mit Trump

Papst Leo XIV. zeigt sich unbeeindruckt und bleibt bei seiner Linie. Er kritisiert den Iran-Krieg scharf und stellt sich gegen Washington. Trumps Drohung, die iranische Zivilisation zu zerstören, hat der Papst bereits zuvor als „inakzeptabel“ bezeichnet.

„Ich werde mich weiter lautstark gegen den Krieg aussprechen“, sagt Papst Leo XIV. gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters auf dem Flug nach Algerien zum Auftakt einer Afrikareise. Es gebe zu viel Leid in der Welt, „und ich glaube, jemand muss aufstehen und sagen, dass es einen besseren Weg gibt“.

Streit mit politischer Sprengkraft: Internationale Kritik

Der Konflikt geht weit über persönliche Angriffe hinaus: Es geht um Krieg, Moral und Macht. Es prallen politische Macht und moralische Autorität aufeinander. International hagelt es Kritik.

Italiens Ministerpräsidentin Giorgia Meloni nennt Trumps Aussagen „inakzeptabel“ und stellt sich hinter den Papst. Das ist insofern bemerkenswert, als Meloni als enge Verbündete Trumps gilt. Als eine der wenigen europäischen Regierungschefs, hat sie 2025 an Trumps Amtseinführung teilgenommen.

Auch in den USA sorgt der Streit für Unruhe. Konservative Kommentatoren verteidigen Trump, während kirchliche Vertreter vor einer gefährlichen Vermischung von Politik und Glauben warnen.

Heikler Moment vor den Midterms

Für Trump kommt die Kritik zur Unzeit. Vor den Midterm-Wahlen steht er ohnehin unter Druck. Hohe Inflation und der umstrittene Iran-Krieg belasten seine Zustimmungswerte bereits seit Wochen.

Religiöse Wähler zählen zu seiner wichtigsten Basis. Ein offener Konflikt mit dem Papst könnte genau diese Gruppe verunsichern. Besonders unter katholischen Wählern stellt sich zunehmend die Frage, ob sie dem Papst oder dem Präsidenten folgen sollen.

more