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Temu App auf Smartphone vor EU-Flagge – EU verhängt Strafe wegen Verstößen gegen den Digital Services Act
Die EU verhängt eine 200-Millionen-Euro-Strafe gegen Temu wegen illegaler Produkte.
Die EU verhängt eine 200-Millionen-Euro-Strafe gegen Temu wegen illegaler Produkte.
KI-generiert / dall.e / Stefanie Hermann

Temu: 200 Millionen Euro Strafe wegen gefährlicher Produkte

29.05.2026 um 09:33, Stefanie Hermann
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Die EU verhängt 200 Millionen Euro Strafe gegen Online-Händler Temu. Grund sind illegale Produkte und Verstöße gegen den Digital Services Act.

Temu Strafe: Die EU-Kommission hat eine Strafe von 200 Millionen Euro gegen die Online-Plattform Temu verhängt. Grund sind Verstöße gegen den Digital Services Act (DSA). Das Unternehmen geht laut Brüssel nicht ausreichend gegen illegale Produkte auf seiner Plattform vor.

Temu erreicht inzwischen rund 130 Millionen Nutzerinnen und Nutzer in Europa, damit erreichen auch problematische Produkte eine große Zahl an Konsumenten. Laut EU-Kommission handelt es sich um einen besonders schwerwiegenden Verstoß gegen den Digital Services Act.

Illegale Produkte für Verbraucher ein Risiko

Nach Ermittlungen der EU stoßen Verbraucherinnen und Verbraucher mit hoher Wahrscheinlichkeit auf illegale Produkte. Dazu zählen gefälschte, gefährliche oder gesundheitsschädliche Waren.

Bei Testkäufen sind in der Vergangenheit zahlreiche Produkte durchgefallen. So bestehen etwa etliche Ladegeräte grundlegende Sicherheitstests nicht. Auch sensible Produkte wie Babyspielzeug weisen teils gravierende Mängel auf, etwa zu hohe Chemikalienwerte oder Erstickungsgefahr durch abnehmbare Teile.

EU kritisiert mangelhafte Risikobewertung

Die zentrale Kritik der EU-Kommission richtet sich gegen die internen Kontrollen von Temu. Die gesetzlich vorgeschriebene Risikobewertung ist aus Sicht der EU unzureichend.

„Die Risikobewertung von Temu unterschätzt konkrete Risiken, ist zu unspezifisch, stützt sich nicht auf solide Beweise und ist nicht umfassend“, erläutert EU-Vizepräsidentin Henna Virkkunen. Die unternehmenseigene Analyse basiere zudem zu stark auf allgemeinen Brancheninformationen und nicht auf konkreten Daten zur eigenen Plattform.

Temu-Geschäftsmodell verstärkt laut EU die Probleme

Auch die Gestaltung der Plattform selbst steht in der Kritik: Empfehlungssysteme und Influencer-Werbung könnten laut EU das Risiko zusätzlich verstärken, da sie problematische Produkte gezielt verbreiten. Die EU-Kommission sieht darin ein strukturelles Risiko für Verbraucher.

Temu weist Vorwürfe zurück

Temu bezeichnet die Strafe als unproportional. Die Entscheidung beziehe sich auf frühere Bewertungen und würde aktuelle Entwicklungen nicht ausreichend berücksichtigen.

Gleichzeitig kündigt der chinesische Konzern an, weiter mit der EU-Kommission zusammenzuarbeiten. Man wolle europäischen Kunden weiterhin „Zugang zu einer breiten Palette erschwinglicher Produkte“ bieten.

Frist bis Ende August gesetzt

Temu hat jetzt bis Ende August Zeit, einen Maßnahmenplan vorzulegen, um die festgestellten Mängel zu beheben.

Sollte der Online-Gigant die Anforderungen nicht erfüllen, drohen weitere Strafzahlungen.

EU erhöht Druck auf große Online-Plattformen

Der Fall Temu ist Teil eines größeren Vorgehens der EU gegen große Online-Plattformen. Grundlage ist der Digital Services Act (DSA), der seit 2024 strengere Regeln für den Schutz von Konsumenten vorsieht. Bei schweren Verstößen sieht der DSA Strafen von bis zu sechs Prozent des weltweiten Jahresumsatzes vor.

Auch Anbieter wie Shein oder AliExpress stehen im Fokus der Behörden.

Handel begrüßt Entscheidung der EU

Auch österreichische Händler sehen sich durch die günstigen Direktimporte zunehmend unter Druck. In der Strafe sehen sie ein wichtiges Signal.

„Die heutige Entscheidung der EU ist ein wichtiges Signal für fairen Wettbewerb, Produktsicherheit und den Schutz europäischer Konsumentinnen und Konsumenten“, begrüßt Handelsverband-Chef Rainer Will die Entscheidung.

Milliardenumsatz und wachsende Paketflut

Temu zählt zu den größten Online-Plattformen weltweit. Gleichzeitig wächst die Zahl der Importpakete stark an. 2024 erreichten laut EU täglich rund zwölf Millionen Pakete die Europäische Union, ein Großteil davon aus China.

Die Kommission plant zusätzliche Maßnahmen gegen Billigimporte, um Produktsicherheit und fairen Wettbewerb zu stärken.

Quellen und weiterführende Informationen

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