Stronachs Spendierhosen: Krone-Inserat wirft Fragen auf

Ex-Krone-Kolumnist und Hofburg-Kandidat Tassilo Wallentin hat mit Frank Stronach einen mächtigen Unterstützer im Wahlkampf gefunden. Das wirft Fragen auf.
Autor: Stefanie Hermann, 23.08.2022 um 08:46 Uhr

Rechtsanwalt und Ex-Krone Kolumnist Tassilo Wallentin will hoch hinaus. Genauer gesagt: ins höchste Amt des Staates. Nachdem lange gemunkelt wurde, dass er für die FPÖ ins Rennen um die Hofburg gehen könnte, gab er Mitte August seine Solo-Kandidatur bei der Bundespräsidentschaftswahl bekannt. Ganz allein ist Wallentin aber nicht: Rückhalt gibt ihm Magna-Gründer Frank Stronach. Wie der Anwalt des Milliardärs bestätigt, wird Stronach den 48-Jährigen "sowohl ideell als auch materiell" unterstützen. In welcher Größenordnung das finanzielle Sponsoring ausfallen wird, wollte man nicht sagen. Ein Inserat in der "Krone bunt" lässt jetzt aber vermuten, dass Stronach bereit ist, für seinen Wunschpräsidenten tief in die Tasche zu greifen.

Inserat in der Kronen Zeitung

Wie alle Kandidaten muss auch Wallentin für einen Antritt 6.000 Unterstützungserklärungen sammeln. Auf einer Doppelseite der Sonntags-Ausgabe der Kronen Zeitung fanden sich dafür vorgefertige Unterstützungsformulare. Wallentin bestätigt, dass Stronach für das Inserat aufgekommen sei. Gezahlt wurde der übliche Listenpreis, so Wallentin. Wie der Website der Zeitung zu entnehmen ist, dürften die drei Seiten Schaltung damit mit rund 110.000 Euro zu Buche geschlagen haben.

Berichterstattung inklusive?

Die weiße Seite in der Krone war eine absolute Premiere. Damit aber nicht genug, ist vor allem ein Bericht im Umfeld der Wallentin-Anzeige auffällig. Dem dreisieitigen Inserat ist ein ebenso langes Interview mit seinem Mäzen vorangegangen.

Schaltung mit schalem Nebengeschmack

Daraus ergeben sich mehrere Fragen: War der Bericht Teil des Deals? Wie viel Geld wird Stronach noch in den Wahlkampf schießen? Und wie abhängig macht das den eigentlich unabhängigen Kandidaten? Wallentin verwehrt sich unterdessen gegen jegliche Vorwürfe. Im Vergleich zu Walter Rosenkranz (FPÖ) und dem amtierenden Präsidenten Alexander Van der Bellen stehe ihm nur ein Bruchteil des Budgets zu Verfügung.