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Stromstecker auf Euro-Scheinen und Münzen als Symbol für den neuen Strompreisdeckel in Österreich.
Der neue Strompreisdeckel soll Haushalte bei stark steigenden Energiepreisen entlasten.
Der neue Strompreisdeckel soll Haushalte bei stark steigenden Energiepreisen entlasten.
Mehaniq / shutterstock.com

Neuer Strompreisdeckel: Das bringt der 10-Cent-Deckel

17.09.2026 um 12:26, Stefanie Hermann
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Österreich bekommt einen neuen Strompreisdeckel. Wann der 10-Cent-Deckel greift, für wen er gilt und wie Haushalte automatisch entlastet werden.

Die Bundesregierung bringt einen neuen Strompreisdeckel für künftige Energiekrisen auf den Weg. Steigen die Strompreise über festgelegte Grenzen, sollen Haushalte automatisch entlastet werden. Der Energiepreis wird dann für einen bestimmten Verbrauch auf 10 Cent pro Kilowattstunde netto begrenzt. Auch Unternehmen sollen profitieren. Der neue Krisenmechanismus greift allerdings erst, wenn zwei Voraussetzungen gleichzeitig erfüllt sind.

Strompreisdeckel auf einen Blick

  • Preis: 10 Cent pro Kilowattstunde netto
  • Kontingent: 2.900 Kilowattstunden pro Jahr
  • Großhandel: über 165 Euro pro Megawattstunde
  • Haushaltsenergiepreis: über 16,5 Cent pro Kilowattstunde netto
  • Antrag: nicht notwendig, die Entlastung erfolgt automatisch

Strompreisdeckel: Wann die 10 Cent tatsächlich gelten

Der Strompreisdeckel wird nicht schon bei kurzfristigen Preissprüngen aktiviert. Zunächst muss der Großhandelspreis im Sechsmonatsdurchschnitt drei Monate in Folge über 165 Euro pro Megawattstunde liegen. Gleichzeitig muss der durchschnittliche Energiepreis für Haushalte mehr als 16,5 Cent pro Kilowattstunde netto betragen. Netzkosten und Abgaben werden dabei nicht berücksichtigt. Die E-Control prüft monatlich, ob die Voraussetzungen erfüllt sind.

So viel zahlen Haushalte im Krisenfall

Sind beide Schwellen überschritten, wird der Energiepreis für Haushalte auf 10 Cent pro Kilowattstunde netto begrenzt. Der vergünstigte Preis gilt allerdings nicht für einen unbegrenzten Stromverbrauch, sondern für ein Kontingent von 2.900 Kilowattstunden pro Jahr. Besonders praktisch für Verbraucher: Die Entlastung soll direkt auf der Stromrechnung berücksichtigt werden. Ein eigener Antrag ist nicht notwendig.

Was bedeutet der 10-Cent-Deckel für meine Stromrechnung?

Bei einem vollständig ausgeschöpften Kontingent von 2.900 Kilowattstunden ergeben sich beim gedeckelten Energiepreis von 10 Cent pro Kilowattstunde netto rechnerisch 290 Euro netto pro Jahr für den gedeckelten Energieanteil.

Wichtig: Das bedeutet nicht, dass die gesamte Stromrechnung auf 290 Euro begrenzt ist. Netzentgelte, Steuern und Abgaben kommen zusätzlich dazu. Auch ein Verbrauch über dem vorgesehenen Kontingent fällt nicht unter den 10-Cent-Deckel.

Warum der Strompreisdeckel derzeit nicht greift

Aktuell sind die Voraussetzungen für den Krisenmechanismus nicht erfüllt. Laut den vorliegenden Angaben liegt der Haushaltsenergiepreis derzeit bei rund 14 Cent pro Kilowattstunde netto. Der Großhandelsvergleichswert beträgt rund 109 Euro pro Megawattstunde. Beide Werte liegen damit unter den festgelegten Schwellen. Der 10-Cent-Deckel ist also keine sofortige Strompreissenkung, sondern eine Absicherung für eine mögliche neue Energiepreiskrise.

Auch Betriebe, Schulen und Krankenhäuser profitieren

Der Krisenmechanismus beschränkt sich nicht auf private Haushalte. Betriebe und andere Nicht-Haushaltskunden, darunter etwa Schulen und Krankenhäuser, sollen im Krisenfall ebenfalls unterstützt werden. Für sie ist ein variabler Zuschuss je bezogener Kilowattstunde vorgesehen. Auch diese Entlastung soll automatisch über die Stromrechnung erfolgen. Finanziert werden soll der Mechanismus budgetneutral über einen Beitrag der Stromproduzenten.

750 Millionen Euro für Industriestrompreis und SAG+

Parallel zum Strompreisdeckel baut die Regierung die Unterstützung für energieintensive Unternehmen deutlich aus. Für Industriestrompreis und SAG+ sind von 2027 bis 2029 insgesamt 750 Millionen Euro vorgesehen, also 250 Millionen Euro pro Jahr. Die Förderung soll von derzeit rund 60 auf mehr als 500 Betriebe ausgeweitet werden. Für bis zu 50 Prozent ihres Stromverbrauchs können unterstützte Unternehmen ihre Kosten auf bis zu 5 Cent pro Kilowattstunde reduzieren.

Förderung wird an Arbeitsplätze gekoppelt

Das Geld gibt es nicht ohne Bedingungen. 50 Prozent der Förderung müssen reinvestiert werden. Erhält ein Unternehmen mehr als zwei Millionen Euro Förderung pro Jahr, muss es für die vollständige Fördersumme grundsätzlich mindestens 90 Prozent seines Personalstands erhalten. Wird diese Schwelle unterschritten, soll die Förderung entsprechend gekürzt werden. Für bestimmte Fälle wie Pensionierungen oder Kündigungen durch Arbeitnehmer sind Ausnahmen vorgesehen.

Gesetz muss noch durchs Parlament

Die neuen Regelungen sind noch nicht endgültig beschlossen. Die Gesetzesentwürfe sollen zunächst in Begutachtung geschickt und anschließend noch 2026 im Parlament beschlossen werden. Damit will die Koalition aus ÖVP, SPÖ und NEOS bereits vor einer möglichen neuen Energiekrise festlegen, wann und wie Haushalte sowie Unternehmen entlastet werden.

FAQ: Der neue Strompreisdeckel in Österreich

Gilt der 10-Cent-Strompreisdeckel bereits?

Nein. Der Strompreisdeckel ist als Krisenmechanismus vorgesehen. Er wird erst aktiviert, wenn die festgelegten Schwellen beim Großhandelspreis und beim durchschnittlichen Haushaltsenergiepreis gleichzeitig überschritten werden.

Muss ich den Strompreisdeckel beantragen?

Nein. Sobald der Krisenmechanismus aktiviert wird, soll die Entlastung automatisch über die Stromrechnung erfolgen. Ein eigener Antrag ist nicht vorgesehen.

Für wie viel Strom gelten die 10 Cent?

Der gedeckelte Energiepreis von 10 Cent pro Kilowattstunde netto gilt für ein Kontingent von 2.900 Kilowattstunden pro Jahr.

Sind mit den 10 Cent alle Kosten abgedeckt?

Nein. Der Deckel bezieht sich auf den Energiepreis. Netzentgelte, Steuern und Abgaben sind darin nicht enthalten und kommen zusätzlich zur Stromrechnung hinzu.

Gilt der Strompreisdeckel auch für Unternehmen?

Auch Betriebe und andere Nicht-Haushaltskunden sollen im Krisenfall unterstützt werden. Für sie ist ein variabler Zuschuss je Kilowattstunde vorgesehen, der ebenfalls direkt über die Stromrechnung berücksichtigt werden soll.

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