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Wifo-Chef Gabriel Felbermayr während einer PK von Wifo.
WIFO-Chef Gabriel Felbermayr erwartet wieder steigende Energiepreise.
WIFO-Chef Gabriel Felbermayr erwartet wieder steigende Energiepreise.
APA-Images / APA / ROLAND SCHLAGER

WIFO-Chef warnt: Teuerungswelle könnte Österreich treffen

14.09.2026 um 09:32, Yunus Emre Kurt
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Gabriel Felbermayr erwartet erneut steigende Energiepreise und mehr als drei Prozent Inflation. Gleichzeitig dürfte das Wirtschaftswachstum schwächer ausfallen.

Österreich könnte vor einer neuen Teuerungswelle stehen. WIFO-Chef Gabriel Felbermayr erwartet angesichts erneut steigender Öl- und Gaspreise eine Inflation von mehr als drei Prozent. Gleichzeitig dürfte sich die Konjunktur schwächer entwickeln als zuletzt angenommen. In der ORF-„Pressestunde“ warnte der Ökonom am Sonntag vor schwierigen wirtschaftlichen Monaten und verwies zugleich auf den geringen budgetären Spielraum für neue Entlastungsmaßnahmen.

Inflation dürfte wieder steigen

Bereits in seiner Sommerprognose hatte das WIFO für 2026 mit einer durchschnittlichen Inflation von rund drei Prozent gerechnet. Felbermayr geht inzwischen davon aus, dass die Teuerung im Jahresverlauf noch darüber liegen könnte.

Verantwortlich dafür seien vor allem die erneut deutlich gestiegenen Energiepreise. Der Rohölpreis der Sorte Brent kletterte zwischenzeitlich wieder auf mehr als 110 Dollar pro Fass, auch die Gaspreise zogen kräftig an.

Die Folgen treffen nicht nur Haushalte unmittelbar über Treibstoff- und Energiekosten. Höhere Preise könnten sich laut Felbermayr auch auf die kommenden Kollektivvertragsverhandlungen und damit auf Löhne und Kaufkraft auswirken.

Hohe Energiepreise treiben Kosten

Kritisch sieht Felbermayr weiterhin die enge Kopplung von Strom- und Gaspreisen. Das sogenannte Merit-Order-System hält er in seiner derzeitigen Form für problematisch. Ausschläge beim Gaspreis sollten seiner Ansicht nach nicht automatisch auf den Strompreis durchschlagen.

Gleichzeitig spricht sich der WIFO-Chef gegen staatlich vorgegebene Gewinnmargen bei Mineralölkonzernen aus. Solche Eingriffe hätten seiner Einschätzung nach bislang nicht ausreichend funktioniert und könnten im schlimmsten Fall Auswirkungen auf die Versorgungssicherheit haben.

Kleinere Maßnahmen wie die Spritpreisbremse oder die Mehrwertsteuersenkung auf Grundnahrungsmittel könnten die Teuerung zwar dämpfen, würden die Inflation aber nicht dauerhaft auf das Ziel von zwei Prozent drücken.

WIFO will Wachstumsprognose senken

Neben der Inflation gibt auch die schwache Wirtschaftsentwicklung Anlass zur Sorge. Zuletzt hatte das WIFO für 2026 mit einem Wachstum von rund 0,9 Prozent gerechnet. Diese Prognose dürfte nach Angaben Felbermayrs nun nach unten korrigiert werden.

Der WIFO-Chef verwies dabei auf strukturelle Probleme wie eine zu geringe Produktivitätsentwicklung. Um Österreich langfristig wieder auf einen stärkeren Wachstumspfad zu bringen, brauche es umfassendere Reformen gemeinsam mit der Europäischen Union.

Auch die Krise der europäischen Autoindustrie beschäftigt den Ökonomen. Besonders Regionen mit starker Abhängigkeit von Zulieferbetrieben für Verbrennungsmotoren könnten in den kommenden Jahren unter Druck geraten.

Felbermayr fordert höheres Pensionsalter

Für Diskussionen sorgten auch Felbermayrs Aussagen zum Pensionssystem. Er spricht sich für eine schrittweise Anhebung des gesetzlichen Pensionsantrittsalters von 65 auf 67 Jahre aus. Langfristig sollte dieses seiner Ansicht nach stärker an die steigende Lebenserwartung gekoppelt werden.

Gleichzeitig hält der WIFO-Chef ein Bonus-Malus-System für Unternehmen grundsätzlich für sinnvoll, damit ältere Beschäftigte länger im Erwerbsleben bleiben können.

Die Reaktionen fielen unterschiedlich aus. SPÖ und FPÖ lehnten eine Anhebung des Pensionsalters ab, auch der ÖGB sprach sich dagegen aus. Zustimmung kam hingegen von NEOS und teilweise aus dem Seniorenbund.

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